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KOSTENLOS! Neues Buch zum Nahostkonflikt Israel / Palästina

KOSTENLOSE VERSION meines neuen Buches zum Nahostkonflikt Israel-Palästina NUR FÜR KURZE ZEIT hier online zu lesen!

Bezüglich der Veröffentlichung meines neuen Buches habe ich mich dazu entschieden dieses zunächst vorübergehend kostenlos hier als PDF anzubieten. Link zum Buch:

https://www.dropbox.com/s/2awzxzlunx5v7yg/Buch%20-%20Israel%2C%20mein%20Israel%20-%20Robert%20Raoul%20Alggad.pdf?dl=0Buch.jpg

Wen mein neues Buch, welches im Handel etwa 20 Euro kosten wird, bereits jetzt interessiert, der kann es für kurze Zeit hier gratis sofort lesen.

300 Seiten, viele Abbildungen und Links zu Quellen.

Titel: „Israel, mein Israel – Ein Appell – Der Nahostkonflikt aus deutsch-palästinensischer Perspektive“

Aktuell befinde ich mich auf der Suche nach einem passenden Verlag. Auch Buchhändler dürfen mir gerne schreiben, ich biete das Buch auch gedruckt günstig in größeren Mengen an. Siehe Buch.

Bitte helft bei der Verbreitung dieses brisanten und sehr relevanten Materials, teilt das Buch mit Freunden und Bekannten, postet vielleicht Beiträge dazu, falls ihr diese Botschaft wichtig findet. Teilt diesen Beitrag bitte auch in die Gruppen hinein.

Auf meiner Seite werde ich darüber berichten welche Hilfsprojekte ich mit den Spenden fördere und aufbaue. Dort findet sich auch ein von mir erstelltes Video mit bereits erfolgreichen Hilfsaktionen in Gaza der Organisation Palästinensische Stimme Berlin, verlinkt am Ende des PDF.

Über das Buch:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen von Herzen kommenden Appell – einen Appell an die israelische, an die palästinensische und im Besonderen auch an die deutsche Bevölkerung.

Es fordert mehr Ehrlichkeit in der Auseinandersetzung mit der Thematik, mehr Menschlichkeit in der Begegnung, mehr Offenheit im Dialog – und einen echten Austausch, sowie reelle Begegnung.

Den ersten Teil des Buches macht ein kurzer und schonungsloser historischer Abriss aus, der mit einer Vielzahl von Mythen um die Entstehung des israelischen Staates aufräumt.

Es folgen eine Reihe von Artikeln, die verschiedene relevante Aspekte des Nahostkonfliktes aus deutsch-palästinensischer Perspektive näher beleuchten.

Der Abschluss unternimmt den Versuch eines Lösungsvorschlages für diesen brisanten Konflikt.

Ein mutiges und ergreifendes Porträt des Überlebenskampfes zweier Völker und ein Plädoyer für einen Frieden durch die gegenseitige Anerkennung und einen offenen Dialog.

Über den Autor:

Robert Raoul Alggad ist Deutsch-Palästinenser, lebt und arbeitet als Autor und freischaffender Journalist, Blogger und Youtuber in Berlin. Er ist Jugenderzieher und Englischübersetzer und neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Lifecoach im Bereich Persönlichkeits-entwicklung / Lebenshilfe tätig.

Seine Themen umfassen neben politischen und sozialen Schwerpunkten insbesondere den Nahostkonflikt, aber auch die Dynamik zwischen den Geschlechtern und das Gender Mainstreaming, welches er kritisch betrachtet, obgleich er aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich stammt.

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Historie der Vertreibung – Teil 2: 1947/48 – „Al Nakba“ – „Die Katastrophe“ / „Israelischer Unabhängigkeitskrieg“

Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina: 1947/48 – „Die Katastrophe“

„Al Nakba“ / Israelischer Unabhängigkeitskrieg

Am 14. Mai 1948 lief das britische Mandat aus und Zionisten erklärten den Staat Israel als geboren.

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Der Mythos der nationalen israelischen Geschichtsschreibung besagt, dass 1947, nachdem die Vereinten Nationen endlich dem jüdischen Volk (oder Religionsgemeinschaft) das Recht auf einen eigenen Staat zugesprochen hatten, die arabischen Armeen angegriffen hätten, mit der Absicht diesen unerfahrenen Staat, diese junge jüdische Gemeinde zu zerstören. Und das nur wenige Jahre nach dem Holocaust durch die Nationalsozialisten.

Jedoch waren die zionistischen Kräfte, die sogenannte Hagana, die Palmach, angeblich auf unerklärliche Weise in der Lage gewesen sämtliche arabischen Armeen zurückzuschlagen, die Palästinenser zu besiegen und zwischen dem Ende von 1947 und 1948 fast 80% des Landes zu erobern, über 530 palästinensische Gemeinden und Dörfer zu zerstören, einschließlich Schulen und Moscheen, Kirchen und Wohnhäusern und eine Dreiviertel Million Menschen ins Exil zu schicken, in einer Zeitspanne von nur 12 Monaten.

Wie waren sie dazu in der Lage gewesen, während sie gleichzeitig von Außen durch gewaltige Armeen angegriffen wurden?

Der jüdische Israeli Miko Peled, Sohn des israelischen Generals Mattityahu Peled, welcher 1947 persönlich als einer der zionistischen Milizionäre an der ursprünglichen Landnahme teilgenommen hatte und eine bekannte israelische Persönlichkeit war, berichtet Folgendes über das was sich in den persönlichen Erzählungen, aber auch den militärischen Protokollen aus der damaligen Zeit findet:

„Wenn man die Fakten betrachtet, realisiert man, dass die jüdische Gemeinde, die zionistische Bevölkerung im historischen Palästina um 1947, bereits über eine beträcht-liche Militärmacht verfügte. Sie hatte eine bewaffnete Streitmacht von fast 40,000 Mann. Gut ausgebildet und gründlich indoktriniert. Mein Vater war einer von ihnen.

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Es gab kein Äquivalent auf der palästinensischen Seite. Die Palästinenser hatten niemals über eine militärische Streitmacht verfügt. Und die arabischen Armeen der umliegenden Nationen beteiligten sich nicht an diesem Krieg bis zum Mai 1948. Der Krieg war bis zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Monate in Gang gewesen und die ethnische Säuberung des Landes hatte bereits stattgefunden. Die militärische Zielsetzung der Zionisten war klar: So viel Land wie möglich einzunehmen und so viele Palästinenser wie möglich loszuwerden.“

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Der israelische Entstehungsmythos ist leicht zu recherchieren und aufzudecken, wenn man nicht der offiziellen nationalen Geschichtsschreibung der Sieger dieses Konfliktes Folge leisten möchte.

Dieser Ablauf der Ereignisse findet sich auch in den Erzählungen der vertriebenen Palästinenser, die sich von den umliegenden arabischen Nationen zunächst im Stich gelassen gefühlt hatten.

Die israelische Geschichtsschreibung, der Revisionismus der Siegermacht, hält keiner näheren Betrachtung stand.

Das Ende des zweiten Weltkrieges und die Ereignisse des Holocaust wurden benutzt um eine ethnische Säuberung und illegale Landnahme bis heute zu rechtfertigen.

1948 war das Jahr eines unfassbaren Verbrechens. Eine fast wehrlose Bevölkerung von Ziegenhirten und Olivenfarmern, bis heute ohne eine eigene militärische Streitmacht, wurde aus ihrer Heimat vertrieben.

13,000 Palästinenser wurden von zionistischen Streitkräften ermordet, 750.000 Menschen wurden zu Flüchtlingen.

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Es wurden über 530 Gemeinden und Dörfer in diesem Land, die mitunter für Jahrhunderte existiert hatten, dem Erdboden gleichgemacht. Dies war ein Verbrechen wider die Menschlichkeit, verursacht durch eine weit überlegene Streitkraft.

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In diesem Zeitraum haben etliche Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung stattgefunden. Dies war der Höhepunkt der zionistischen ethnischen Säuberung des Landes von der einheimischen arabischen Bevölkerung.

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Die Palästinenser sprechen von diesem Jahr als „Al Nakba“ – „Die Katastrophe“.

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Ein Augenzeuge berichtet dazu Folgendes:

Okkupiertes Westjordanland – Mohammed al-Saghir Abu Sharar war 37 Jahre alt als die Hagana und andere zionistische Milizen al-Dawayema 1948 angriffen, ein Dorf das sich 18 Kilometer nordwestlich von Hebron (Al-Khalil) befindet.

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Mohammeds Augenzeugenbericht wurde bestätigt durch israelische Historiker und Forscher, die sich deklassifizierter Archive der israelischen Armee bedienten und Veteranen zu den damaligen Vorgängen befragten.

Aharon Zisling, Israels erster Minister für Landwirtschaft, verglich das Massaker (Codename „Operation Yo´av“) mit den Verbrechen der Nationalsozialisten.

Als sie kamen, fingen sie damit an die zivile Bevölkerung en masse zu töten, Männer, Frauen und Kinder,“ erinnert sich Mohammed, heute fast 100 Jahre alt. „Sie töteten jeden den sie sahen. Sie schlugen Kindern die Köpfe ein und schnitten Frauen die Bäuche mit ihren Bayonetten auf.

Sie vergewaltigten sogar einige der Frauen, bevor sie sie ermordeten.“

Mohammed sagte eines der blutigsten Kapitel dieses Tages fand in der Moschee statt.

Es war Freitag und viele der Älteren waren bereits zum Gebet in die örtliche Moschee gegangen,“ erinnert er sich. „Etwa 2 Stunden vor dem Gebet, um 10 Uhr oder 10 Uhr 30, fuhren einige Fahrzeuge mit Schützen vor. Sie deckten alles und jeden mit Kugeln ein und töteten sämtliche 75 Älteren die anwesend waren. Nicht ein Einziger überlebte,“

fügt er hinzu. „Dann begannen sie damit in die Häuser einzudringen, ganze Familien umzubringen. Die Ermordungen zwangen die Menschen nach Osten zu fliehen. Aber die Männer der Hagana verfolgten die flüchtenden Zivilisten und töteten weitere von ihnen.“

Mohammed sagte auch das Dutzende der flüchtenden Familien Zuflucht in einer großen Höhle namens „Turel Zagh“ gesucht hatten:

Die Juden sagten ihnen das sie herauskommen, sich in einer Reihe aufstellen und zu gehen beginnen sollten.

Und als sie zu gehen begannen, wurden sie durch Maschinengewehrfeuer von beiden Seiten niedergemäht.

Eine Frau, die Ehefrau von Mir´ie Freih, überlebte das Massaker, indem sie sich totstellte.“

Die Opfer wurden nach seiner Aussage in einem örtlichen Brunnen beigesetzt.

Der israelische Historiker Benny Morris befragte einige Teilnehmer des Massakers, die ihm berichteten das etwa 80 bis 100 Menschen, einschließlich Frauen und Kindern, „von der ersten Welle der Eroberer“ getötet worden waren.

1984 interviewte ein israelischer Journalist den früheren Dorfältesten von al-Dawayema, Hasan Mahmoud Ihdeib, und brachte ihn zum Schauplatz des Massakers zurück.

Ihdeib erzählte ihm von den in der Moschee getöten Menschen und dem Massaker an den Familien bei der Höhle und zeigte ihm auch die Zisterne in der die Körper beigesetzt worden waren. Einige Tage später brachte der israelische Journalist Arbeiter mit sich, die gruben und Knochen sowie Schädel darin fanden.

1955 wurde die jüdische Siedlung Amatzy auf den Ruinen al-Dawayemas errichtet.

Als Mohammed abschliessend gefragt wurde ob er eine Kompensation für sein verlorenes Eigentum haben wolle, erwiderte er:

Dies ist nicht eine Angelegenheit von Besitz oder Kompensation. Dies ist mein Land, meine Geschichte, mein Zuhause, meine Kindheitserinnerungen. Meine Vorväter und -mütter liegen hier begraben. Würden Sie, um alles Geld in der Welt, um das Grab ihres Vaters verhandeln?“

 

Die Resolution 194 der Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde am 11.12.1948, kurz vor dem Ende des Palästinakrieges, verabschiedet.

Die Zustimmung zur Resolution 194 durch Israel war eine Bedingung für die Aufnahme Israels in die Vereinten Nationen und wurde dementsprechend sehr schnell von der israelischen Regierung akzeptiert.

Sie wurde bisher jedoch komplett von ihr ignoriert.

Artikel 11 der Resolution 194 (Rückkehr von Flüchtlingen) wurde seit Ende der 1960er Jahre zunehmend von denen zitiert, die den Artikel als Basis des Rückkehrrechts palästinensischer Flüchtlinge sehen.

Israel hat sich gegen diese Auslegung gewandt und darauf hingewiesen das der Text lediglich feststellt, den Flüchtlingen „sollte erlaubt werden“ zum „frühest möglichen Termin“ in ihre Heimat zurückzukehren und das diese „Empfehlung“ sich nur auf jene bezieht, die „es wünschen, (…) in Frieden mit ihren Nachbarn zusammen zu leben“.

Fast 80%, nicht etwa die ursprünglich durch Fremdmächte angebotenen 55%, des historischen Palästina wurden zwischen 1948 und 1949 erobert. Die verbliebenen 22 Prozent, die Westbank, zu deutsch Westjordanland, im Osten des Landes (so genannt weil sie am Westufer des Flusses Jordan, an der Grenze zu Jordanien verläuft) und der Gazastreifen im Westen des Landes wurden den Palästinensern überlassen, die nicht in Flüchtlingslager in den Nachbar-ländern im Norden, Osten und Süden des Landes vertrieben worden (Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten) oder vor zionistischen Kräften geflohen waren.

In den restlichen 78% ihrer ursprünglichen Heimat fanden sich zum damaligen Zeitpunkt fast keine Palästinenser mehr. Es hatte eine ethnische Säuberung stattgefunden.

David Ben-Gurion, der erste Premierminister Israels, hielt in seinen öffentlich zugänglichen Tagebüchern bezüglich der Landnahme durch zionistische Kräfte 1947 fest: „Jeder Angriff soll ein entscheidender Schlag sein, der in der Zerstörung von Wohnhäusern und der Vertreibung der Bevölkerung resultiert.“

Die verbliebenen Palästinenser im Israeligebiet erhielten zwar die israelische Staatsbürgerschaft, standen aber unter einer besonderen Rechtssprechung, dem harten Militärrecht. In dem Zeitraum bis 1967 fanden erneut mehrere Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung statt.

Als eine Regierung, die britische, das Land eines Volkes, das der Palästinenser, einem zweiten Volk, dem jüdischen, 1917 in der Balfour-Deklaration zugesprochen hatte, ohne eines der betroffenen drei Völker dazu zu befragen, wurde von Großbritannien auch gefordert, dass bei der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk, wie in der obenstehenden Balfour-Deklaration festgehalten wurde „Nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.“

Als das britische Mandat 1947 abgelaufen war, zogen die Briten sich nach und nach zurück und gaben ihre Kolonialherrschaft auf.

Daraufhin haben die 40.000 Mann starken jüdischen Milizen der Hagana und Palmach eine gewaltsame ethnische Säuberung an der eingeborenen Bevölkerung betrieben, welche in historischen Dokumenten unabhängiger Beobachter wie der UN, den Berichten von israelischen Generälen und Augenzeugen auf beiden Seiten gut dokumentiert ist und ein halbes Jahr später dann drei arabische Armeen der umliegenden Länder besiegt, die ihrer Militärmacht Nichts entgegenzusetzen hatten.

Nach einer ethnischen Säuberung einer arabischen Bevölkerung und Krieg durch den neu geschaffenen Staat Israel wurden in den unmittelbar darauf folgenden Jahren ´48 bis ´51 jüdische Menschen aus den umliegenden arabischen Nationen vertrieben.

Wo haben sich diese Vertriebenen aus den Israel umgebenden arabischen Ländern dann angesiedelt? Sie haben in Israel Land erhalten, Land das vor ihrer eigenen Vertreibung den Palästinensern geraubt worden war.

Dies hat dem Wachstum der Bevölkerung Israels noch gedient, welches der Verursacher und einzige Nutzniesser dieser weiteren Tragödie war. Riesige jüdische Bevölkerungen die wie die Palästinenser seit einem Dreivierteljahrhundert in Flüchtlingslagern leben müssen, sind nicht bekannt. Ebenso keine 7 Millionen heute registrierten Flüchtlinge.

Diese Palästinenser fordern ein Rückkehrrecht, da sie keine Heimat mehr haben.

Dieses Recht auf Rückkehr, das durch die Vereinten Nationen von Israel sogar als Beitrit-tsbedingung gefordert und seither komplett ignoriert wurde, mit der nach der Nakba vert-riebenen jüdischen Bevölkerung, die in Israel das Land und die Häuser dieser vertriebenen Menschen erhalten hat, gleichzusetzen, halte ich für im höchsten Maße unzulässig.

Die UN forderte kein Rückkehrrecht dieser jüdischen Bevölkerung aus den umliegenden arabischen Nationen, da sie die Vorgänge hier sehr genau beobachtet hat. Diese Menschen haben das Land und die Häuser der vertriebenen Palästinenser erhalten.

1949 hiess die UN den Staat Israel als Mitgliedsstaat willkommen.
Der versprochene palästinensische Staat wurde seither jedoch nie realisiert oder anerkannt.

 

Vortrag von Miko Peled, Sohn des israelischen General Matityahu Peled, welcher 1947/´48 an der ursprünglichen Landnahme persönlich als Milizonär teilgenommen hatte, über die Wahrheit bezüglich der ethnischen Säuberung Palästinas:

Siehe Youtube: „Miko Peled Wahrheit über Israel“

Die Uno, Israels Linke und ihr Appell

Wie die Mehrheit in Israel oder Deutschland die Dinge sieht, hat sehr viel mit der Medienberichterstattung zu tun. Wie die Mehrheit die Dinge sieht macht auch keine Aussage über die Richtigkeit ihrer Standpunkte.

Dennoch ist es laut aktuellen Umfragen seit den letzten Übergriffen auf Gaza 2014 sogar so, dass eine leichte Mehrheit in der deutschen Bevölkerung sich mit dem palästinensischen Volk und seinem Schicksal solidarisiert, auch wenn sie noch immer schweigt. Ich gehöre zu denjenigen die nicht ihre Augen vor Unrecht verschliessen, so das sie später sagen können sie hätten von Nichts etwas gewusst. Ich gehöre zu denjenigen in der deutschen Bevölkerung, die ihre Stimme dagegen erheben und das sind nicht Wenige.

Ich stehe auf der Seite von Menschen wie Nelson Mandela, Kofi Annan von der Uno, der Unicef, Menschenrechtsorganisationen überall auf der Welt, etlichen auch und gerade linken Politikern und jüdischen Intellektuellen weltweit, auf der Seite von Holocaust-Überlebenden die vor einer Wiederholung der Geschichte warnen, etlichen Israelis die sich inzwischen in ihrem Land immer stärker mit Demonstrationen gegen die brutale Besatzungspolitik ihrer Nation wenden und unzähligen Friedensaktivisten aus aller Welt.

Etwa aus England:

England

Aus Frankreich:

Paris, Frankreich

Aus Spanien:

santander, spanien

Aus Ägypten:

Kairo, Ägypten

Aus Südafrika:

Südafrika

Aus Israel:

israel

Ich stehe auch auf der Seite des jüdischen Volkes, der israelischen Bevölkerung wie der palästinensischen, für eine Zukunft in Frieden und gleichberechtigter Koexistenz. Ich denke, ich stehe auf der richtigen Seite. Ich stehe auf der Seite von Allen.

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Die UNO hat einen Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk eingerichtet, da der Aggressor in diesem Konflikt schon immer feststand. Der Staat Israel. Hier in Auszügen Kofi Annans Text von 2002 zu diesem Tag:

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„Dieser Tag der Solidarität ist ein Tag der Trauer. Die menschlichen und materiellen Verluste, die das palästinensische Volk in den vergangenen zwei Jahren hinnehmen musste, sind geradezu katastrophal. Die beklagenswerte Lage in den besetzten palästinensischen Gebieten hat die ganze Region seit mehr als zwei Jahren in einen kontinuierlichen Zustand der Krise versetzt, und es ist kein Ende in Sicht. Hunderte Menschen haben ihr Leben verloren, zumeist unter den Palästinensern.

Tragischerweise, und dies kann nicht hingenommen werden, waren viele der Opfer Kinder. Von den israelischen Behörden wurde oft exzessive und unverhältnismäßige Gewalt angewendet; es kam zu Tötungen ohne gerichtliches Verfahren, zu willkürlichen Festnahmen, Deportationen und kollektiven Bestrafungen wie dem Abbruch von Häusern. Solche Maßnahmen verstärken nur Wut und Verzweiflung sowie den Wunsch nach Vergeltung.

Seit vergangenem März sind große Städte im Westjordanland im Zuge israelischer Militäroperationen wieder besetzt worden. Weitreichende Zerstörungen haben die Wirtschaftstätigkeit in den besetzten palästinensischen Gebieten zum Erliegen gebracht und zu einer humanitären Krise geführt, deren Ausmaß vom Rest der Welt erst langsam erkannt wird.

Rigorose Grenzschließungen und Ausgangssperren halten die palästinensische Wirtschaft weiter im Würgegriff und reduzieren das Leben Tausender palästinensischer Familien auf einen harten täglichen Überlebenskampf. Die Funktionsfähigkeit der Palästinensischen Autonomiebehörde wurde ernsthaft eingeschränkt.

Es kann keine Lösung geben, die gewaltsam aufgezwungen wird. Es kann kein dauerhafter Fortschritt ohne einen klaren politischen Horizont erreicht werden, nämlich einer klar definierten, endgültigen Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dazu zählt der Abschluss eines Sicherheitsabkommens zwischen Israelis und Palästinensern, das die Beendigung aller Formen von Gewalt sicherstellt, der Rückzug Israels aus den von den Palästinensern kontrollierten Gebieten, die sofortige Beendigung der Siedlungsaktivitäten, die Aufhebung der Bewegungsbeschränkungen für Personen, Waren und wesentlichen Dienstleistungen, und die Auszahlung aller noch ausstehender Mehrwertsteuern und Zolleinkünfte, die der Palästinensischen Autonomiebehörde zustehen.

In der Zwischenzeit braucht das palästinensische Volk dringend humanitäre Hilfe und Soforthilfe. Die israelische Regierung sollte nun ihre bereits erklärten Zusagen umsetzen, die Restriktionen aufheben und für einen uneingeschränkten Zugang der humanitären Konvois und Hilfseinsätze zur Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten sorgen.

Wenn wir alle unsere Bemühungen verstärken, wird eher früher als später der Tag kommen, an dem das palästinensische Volk endlich in der Lage sein wird, seine unveräußerlichen Rechte auszuüben, einschließlich seines Rechtes auf Selbstbestimmung und auf einen Staat Palästina.“

Die internationale Gemeinschaft der Vereinten Nationen hat mehrere Resolutionen gegen Israel verabschiedet, welche bereits ´47 ein Rückkehrrecht der Vertriebenen und dann ´67 einen Rückzug aus den ´67 in einem Angriffskrieg unrechtmäßig besetzten Gebieten forderten. Diese UN-Resolutionen wurden durch den Staat Israel leider bis heute ignoriert.

Ebenso, wie der Teilungsplan der UNO von ´47 der einen eigenen palästinensischen Staat und 45% des Landes in Autonomie, statt den heutigen 20% unter Besatzung für die Palästinenser forderte, ein Staat der bis heute nie realisiert worden ist. Dies war das historische Land Palästina. Es ist von der Landkarte radiert worden. Durch eine gewaltsame ethnische Säuberung und Vertreibung der eingeborenen Bevölkerung. Die Vertreibung setzt sich heute durch bewaffnete Siedler die durch das Militär beschützt werden fort.

Lejla Sadikovic (left) and and Medy Salkicevic, both of Chicago, at a rally where activists protest the Israeli occupation of Palestine Friday evening at Daley Plaza. | Michael Schmidt/Sun-Times

Die Dörfer und Städte dieser Menschen und ihrer Vorfahren wurden zerstört. Nun sind sie staatenlos und rechtelos im eigenen Land oder im Ausland in Flüchtlingslagern unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht und können nicht in ihre Heimat zurückkehren. Während es für die jüdische Bevölkerung weltweit ein Rückkehrrecht nach Israel gibt. Ein Volk hat das Land eines anderen Volkes erhalten, in dem es einen Staat ausrufen konnte. Doch zu welchem Preis? Ist dies Gerechtigkeit?

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In diesem offenen Brief kann man den Appell der israelischen Linken an die Genossen aus Deutschland, die deutsche Linke zu der auch viele Befürworter der aktuellen israelischen Politik sich zählen, lesen. Mehr als 100 israelische AktivistInnen fordern darin als Voraussetzung für die Durchsetzung einer friedlichen und solidarischen Lösung des Konflikts in Israel / Palästina eine solidarische und linke Politik. Unter den UnterzeichnerInnen, die in Dutzenden verschiedenen Organisationen und Initativen aktiv sind, sind die Professoren Moshe Zuckermann, Yehuda Shenhav und Gadi Elgazi von der Universität Tel Aviv, der Filmregisseur Udi Aloni, feministische AktivistInnen der israelischen Frauenkoalition für Frieden wie Eilat Maoz und Inna Michaeli, KriegdienstsverweigerInnen wie Matan Kaminer und Hagai Matar und KämpferInnen für soziale Gerechtigkeit wie Reuven Aberjil und Einat Podjarni:

http://de.indymedia.org/2010/03/276798.shtml

Israel ist in seiner aktuellen und vergangenen Politik leider ein Staat der die Forderungen der internationalen Staatengemeinschaft und vieler Menschenrechtsorganisationen stets ignoriert hat. Dies ist angesichts der Zuspitzung der Lage nach Gaza 2014, der Wiederwahl Netanjahus und einer Ankündigung einer noch unerbittlicheren Politik durch eine erstmals seit den 90ern rein rechts-religiöse israelische Regierungskoalition nicht länger hinnehmbar. Die Linke muss sich international solidarisieren, unsere Parteien müssen sich in diesen Fragen positionieren, die Weltöffentlichkeit muss informiert werden und öffentlicher Druck muss erzeugt werden.