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KOSTENLOS! Neues Buch zum Nahostkonflikt Israel / Palästina

KOSTENLOSE VERSION meines neuen Buches zum Nahostkonflikt Israel-Palästina NUR FÜR KURZE ZEIT hier online zu lesen!

Bezüglich der Veröffentlichung meines neuen Buches habe ich mich dazu entschieden dieses zunächst vorübergehend kostenlos hier als PDF anzubieten. Link zum Buch:

https://www.dropbox.com/s/2awzxzlunx5v7yg/Buch%20-%20Israel%2C%20mein%20Israel%20-%20Robert%20Raoul%20Alggad.pdf?dl=0Buch.jpg

Wen mein neues Buch, welches im Handel etwa 20 Euro kosten wird, bereits jetzt interessiert, der kann es für kurze Zeit hier gratis sofort lesen.

300 Seiten, viele Abbildungen und Links zu Quellen.

Titel: „Israel, mein Israel – Ein Appell – Der Nahostkonflikt aus deutsch-palästinensischer Perspektive“

Aktuell befinde ich mich auf der Suche nach einem passenden Verlag. Auch Buchhändler dürfen mir gerne schreiben, ich biete das Buch auch gedruckt günstig in größeren Mengen an. Siehe Buch.

Bitte helft bei der Verbreitung dieses brisanten und sehr relevanten Materials, teilt das Buch mit Freunden und Bekannten, postet vielleicht Beiträge dazu, falls ihr diese Botschaft wichtig findet. Teilt diesen Beitrag bitte auch in die Gruppen hinein.

Auf meiner Seite werde ich darüber berichten welche Hilfsprojekte ich mit den Spenden fördere und aufbaue. Dort findet sich auch ein von mir erstelltes Video mit bereits erfolgreichen Hilfsaktionen in Gaza der Organisation Palästinensische Stimme Berlin, verlinkt am Ende des PDF.

Über das Buch:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen von Herzen kommenden Appell – einen Appell an die israelische, an die palästinensische und im Besonderen auch an die deutsche Bevölkerung.

Es fordert mehr Ehrlichkeit in der Auseinandersetzung mit der Thematik, mehr Menschlichkeit in der Begegnung, mehr Offenheit im Dialog – und einen echten Austausch, sowie reelle Begegnung.

Den ersten Teil des Buches macht ein kurzer und schonungsloser historischer Abriss aus, der mit einer Vielzahl von Mythen um die Entstehung des israelischen Staates aufräumt.

Es folgen eine Reihe von Artikeln, die verschiedene relevante Aspekte des Nahostkonfliktes aus deutsch-palästinensischer Perspektive näher beleuchten.

Der Abschluss unternimmt den Versuch eines Lösungsvorschlages für diesen brisanten Konflikt.

Ein mutiges und ergreifendes Porträt des Überlebenskampfes zweier Völker und ein Plädoyer für einen Frieden durch die gegenseitige Anerkennung und einen offenen Dialog.

Über den Autor:

Robert Raoul Alggad ist Deutsch-Palästinenser, lebt und arbeitet als Autor und freischaffender Journalist, Blogger und Youtuber in Berlin. Er ist Jugenderzieher und Englischübersetzer und neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Lifecoach im Bereich Persönlichkeits-entwicklung / Lebenshilfe tätig.

Seine Themen umfassen neben politischen und sozialen Schwerpunkten insbesondere den Nahostkonflikt, aber auch die Dynamik zwischen den Geschlechtern und das Gender Mainstreaming, welches er kritisch betrachtet, obgleich er aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich stammt.

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Historie der Vertreibung – Teil 1: 1917 – Die Balfour-Deklaration

1 – Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina: 1917 – Die Balfour-Deklaration

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Zusammenfassung der Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina, von 1917 bis heute, jenseits der Mythen nationaler israelischer Geschichtsschreibung

Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Eckpunkte und historischen Ereignisse in der Geschichte des Nahostkonfliktes Israel / Palästina, ab 1917.

Sie soll als Einführung in die Thematik dienen und dürfte insbesondere für diejenigen interessant sein, die schon immer wissen wollten worum es in dieser Problematik überhaupt geht und was in den Medien häufig erwähnte Begriffe wie Intifada, Gaza, etc. bedeuten.

Ich erhebe allerdings absolut keinen Anspruch auf vollständige Richtigkeit. Ich erhebe auch keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit.

Worauf ich den Schwerpunkt meiner Betrachtungen lege, macht der obenstehende Titel bereits unmissverständlich deutlich:

Die Wahrheit über die ethnische Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina, welches von der Landkarte radiert worden ist. Jeder kann diese Dinge Selbst recherchieren. Ich bitte sogar darum.

Alles ist besser als ein Wegsehen.

Die Geschichte dieses Konfliktes ist jedoch nicht in zwei Sätzen erzählt. Wenn man schon Nichts anderes liest, dann doch zumindest den letzten Abschnitt über die aktuelle Situation. Vielleicht noch den zuvor über Gaza.

Ich empfehle aber dringend die gesamte Zusammenfassung zu lesen.

Ich denke mein Text ist eine interessante, wenn auch schreckliche Lektüre.

Als Quelle empfehle ich, neben der Wikipedia (wenn nicht bereits wieder in sympathisierender Verschleierung Artikel zwischenzeitlich zu einer sehr proisraelischen Sichtweise abgewandelt worden sind) von der tatsächlich viele dieser Informationen stammen, das Buch „Die ethnische Säuberung Palästinas“ des israelischen Historikers, Autors und Professor an der Universität Exeter, Ilan Pappe, welches noch wesentlich tiefer in die Materie einsteigt.

Weitere Quellen und Internetlinks dazu:

  1. Vortrag von Miko Peled, Sohn des israelischen General Peled:

  1. UNO-Bericht 2014: https://www.ochaopt.org/documents/annual_humanitarian_overview_2014_english_final.pdf
  1. Webseite „Palestineremix“ http://interactive.aljazeera.com/aje/PalestineRemix/maps_main.html
  1. Link: Bei dem Video im ersten Link handelt es sich um einen Vortrag des jüdischen Israeli Miko Peled, Sohn des israelischen General Peled, welcher 1947 persönlich als einer der 40,000 zionistischen Milizionäre bei der ersten ethnischen Säuberung und Landnahme durch die Kräfte der Hagana und Palmach teilgenommen hat. Darin werden unter anderem die Mythen der nationalen israelischen Geschichtsschreibung von ´47 und ´67 entlarvt, diese Sicht deckt sich auch mit den Berichten der Vertriebenen und unabhängigen Beobachtungsorganen, sowie den Sitzungsprotokollen der israelischen Generäle und den Informationen aus den öffentlich zugänglichen Tagebüchern des ersten israelischen Premierministers, David Ben-Gurion.
  1. Link: Der zweite Link ist der alljährliche Bericht des UNO-Büros der Vereinten Nationen zur Koordination humanitärer Angelegenheiten im besetzten palästinensischen Territorium aus dem meine aktuellen Zahlen stammen.
  1. Link: Auf der Adobe Muse Website namens „Palestineremix“ im dritten Link kann man sich unter dem Menüpunkt „Maps“ selbst einen Eindruck von den Abläufen der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina machen. Die erste Flash-Grafik zeigt die palästinensischen und israelischen Bevölkerungszahlen, deren Ansteigen oder Absinken, sowie ihre Bewegungen durch Immigration und Vertreibung über die Jahrzehnte, des Weiteren wie viel Prozent des Landes wann unter wessen Kontrolle standen. Man kann die Grafik unten rechts pausieren oder die Jahreszahlen im Einzelnen anklicken.Man beachte was um ´47, ´48 und ´67 geschieht und den Kontrast in der Kontrolle über das Land zwischen den beiden Jahren 1917 und 2014. Diese Daten sind akkurat und überprüfbar.Direkt darunter findet sich ein Flash-Element mit einem Menü in dem man die 530 Gemeinden die 1948 zerstört worden sind im Einzelnen näher betrachten kann, ihre Lage, Größe, das Entvölkerungsdatum, die Ursachen der Entvölkerung (üblicherweise Vertreibung durch, oder Flucht vor zionistischen Streitkräften), ob ein Massaker durch die UN registriert worden ist, die ursprüngliche arabische Bevölkerung und die 2008 registrierte Anzahl an Flüchtlingen aus dieser Gemeinde, des Weiteren das Ausmaß ihrer Zerstörung. Meist blieben nur Trümmer zurück oder sie wurden vollständig vernichtet, einige Gemeinden wurden zum Teil von einer jüdischen Bevölkerung neu besiedelt. Auch diese Daten sind akkurat und überprüfbar.

 

1917: Die Balfour-Deklaration

Aus: Das Historische Narrativ des Anderen kennen lernen / Palästinensisches Narrativ
Von: Peace Research Institute in the Middle East / Berghof Conflict Research / Quelle:
http://friedenspaedagogik.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/primetextbuch.pdf

Die Balfour-Deklaration: 2. November 1917

Inhalt

Historischer Hintergrund
• Die Teilung des arabischen Ostens
• Schritte zur Balfourdeklaration

Historischer Hintergrund:

Im April 1799, während der Belagerung von Akka, entwickelte Napoleon Bonaparte einen Plan für einen jüdischen Staat in Palästina.

Er versprach, den Tempel wieder aufzubauen und hoffte im Gegenzug auf jüdische Unterstützung.

Nach seiner Niederlage in den Schlachten von Akku und Abu Qir wurde jedoch nichts aus dem Projekt. Seit der Renaissance war dies die erste Kooperation zwischen einer Kolonialmacht und dem jüdischen Volk.

Erst die Ereignisse von 1831-40 sollten der Gründung eines jüdischen Staates in Palästina den Weg ebnen. Lord Palmerston, britischer Außenminister von 1840-41, schlug vor im Osmanischen Reich ein britisches Protektorat zu errichten und dort Juden anzusiedeln.

Dieses Gebiet sollte als Pufferzone gegen den ägyptischen Herrscher Muhammad Ali dienen und gleichzeitig die Araber der Region bei ihren Bemühungen um politische Einheit behindern.

Die ohnehin in großer Armut lebenden Juden in Osteuropa und insbesondere im russischen Zarenreich waren Opfer grausamer Pogrome geworden. Daraufhin entschloss sich Großbritannien, die Ansiedlung von Juden in Palästina zu unterstützen. In einer Zeit des anschwellenden Nationalismus bot sich der Zionismus als drastische internationale Lösung für das jüdische Problem an.

Die jüdische Religion bedeutete nun nationalistische Verbundenheit mit einer eigenen jüdischen Heimstätte und einem eigenen jüdischen Staat.

Weitere Faktoren bei der Entstehung und Entwicklung der zionistischen Bewegung waren die schärfer werdenden Interessens-konflikte zwischen den europäischen Kolonialmächten in Afrika und Asien, sowie die zionistische Siedlerbewegung, die sich Palästina untertan machen wollte.

Der britische Imperialismus instrumentalisierte den Zionismus um seine eigenen Interessen im arabischen Osten durchzusetzen; einer Region, die für das Empire strategisch und ökonomisch von großer Bedeutung war.

Umgekehrt nutzte der Zionismus die britischen kolonialen Ambitionen, um internationalen Rückhalt und wirtschaftliche Unterstützung für das Projekt einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina zu gewinnen.

Dieses Bündnis des britischen Imperialismus mit dem Zionismus führte schließlich zu der sogenannten Balfour-Deklaration (2.11.1917).

Diese ist ein Musterbeispiel für die britische Politik, sich das Land und die Ressourcen einer anderen Nation anzueignen und deren Identität auszulöschen. Eine Politik, die auf Aggression und Gebietszuwachs basierte und ein ganzes Volk daran hinderte, seine nationale Unabhängigkeit zu erlangen.

Für die Palästinenser war das Jahr 1917 nur das erste in einer langen Reihe von Jahren – 1920, 1921, 1929, 1936, 1948, 1967, 1987, 2002 – die von Tragödien, Krieg, Unglück, Tod, Zerstörung, Verlust der Heimat und Katastrophen geprägt waren.

Die Teilung des arabischen Ostens:

Das imperialistische Großbritannien rief zur Bildung eines Hochkomitees auf, das sich aus Vertretern sieben europäischer Staaten zusammensetzte. 1907 wurde dem britischen Premierminister Sir Henry Campbell-Bannerman der Bericht dieses Komitees unterbreitet. Darin hieß es, die arabischen Länder und die muslimisch-arabische Bevölkerung, die im Osmanischen Reich lebte, „stellten für die europäischen Staaten eine Bedrohung dar“; folgende Vorgehensweisen wurden empfohlen:

  1. Zerfall, Teilungen und Abspaltungen in der Region zu fördern.
  2. Künstliche politische Einheiten zu schaffen und sie der Kontrolle der imperialistischen Länder zu unterstellen.
  3. Jede Art von Einheit zu bekämpfen, sei sie intellektuell, religiös oder historisch fundiert und praktische Maßnahmen zu ergreifen, um die Einwohner der Region zu spalten.
  4. Zu diesem Zweck einen „Pufferstaat“ in Palästina zu schaffen, in dem eine starke ausländische Bevölkerungs-gruppe leben sollte, die ihren Nachbarn feindlich gesinnt und den europäischen Staaten und deren Interessen gegenüber positiv eingestellt sein würde.

Zweifelsohne ebneten die Empfehlungen des Campbell-Bannerman-Komitees der jüdischen Bevölkerung den Weg nach Palästina.

Die Briten gaben damit ihre Zustimmung zur Politik der zionistischen Bewegung, Palästina von den arabichen Ländern abzuspalten und dort einen imperialistischen Nukleus zu schaffen, der den ausländischen Einfluss in der Region sichern würde.

Schritte auf dem Weg zur Balfour-Deklaration:

Die Balfour-Deklaration gilt als politischer Teilsieg der zionistischen Bewegung. Verlierer waren die Araber und Muslime, denen das Heilige Land ursprünglich gehörte. Mehrere Ereignisse führten zur Verabschiedung der Deklaration:

  • Schon 1845 hatte der Brite E.L. Mitford, der sich für eine Rückkehr der Juden nach Palästina einsetzte, die Idee verfochten, die dort lebenden Muslime nach Kleinasien zu deportieren, um Platz für jüdische Einwanderer zu schaffen. Er glaubte, arabische Bauern würden Palästina bereitwillig verlassen, wenn sie in anderen Ländern wie Syrien und Babylonien (Irak) ein besseres Leben führen konnten und bessere Bedingungen zur Landwirtschaft erhielten.
  • 1860 wurde eine „Gesellschaft zur Besiedlung Palästinas“ gegründet, die der jüdischen Bevölkerung dabei helfen sollte, sich im Land Israel niederzulassen.
  • Ihr Ziel lautete, in Palästina eine große jüdische landwirtschaftliche Kolonie zu gründen, die als unverdächtiger Vorposten für die Gründung eines neuen jüdischen Staates fungieren würde. Dementsprechend wurden Landwirtschaftsschulen errichtet, wie etwa 1870 die Landwirtschafts-akademie Mikveh Israel in der Nähe von Jaffa. 1878 gründeten Juden aus Jerusalem mit Petah Tikva die erste landwirtschaftliche Siedlung.Rishon LeZion wurde 1882 als erste landwirtschaftliche Siedlung mit dem politischen Ziel errichtet, die jüdische Heimstätte in Palästina zu gründen.
  • Als Theodor Herzl 1897 in Basel den ersten Zionistenkongress einberief, erreichten die zionistischen Aktivitäten einen Höhepunkt. Das Hauptziel des Kongresses war die Schaffung einer international abgesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Das „Basler Programm“ beschrieb auch, mit welchen Mitteln dieses Ziel erreicht werden sollte:

1. Jüdische Landarbeiter und Industrielle in Palästina ansiedeln.
2. Das internationale Judentum einen und durch lokale und internationale Organisationen an die zionistische Bewegung binden.
3. Das jüdische Nationalgefühl und Nationalbewusstsein stärken.
4. Erste Schritte ergreifen, um von den Regierungen Zusagen zu erwirken, die für die Verwirklichung der zionistischen Ziele notwendig sind.

  • Auf der zweiten Zionistenkonferenz 1898 wurden die Siedlungskommission und die Jüdische Kolonialbank gegründet. Diese sollten sich zum Finanzinstrument der zionistischen Bewegung entwickeln, denn sie gab im Ausland lebenden Juden die Möglichkeit in Palästina Land für das jüdische Volk zu kaufen.Die Einwanderung von Juden hatte jedoch schon Jahre vor der ersten Zionistenkonferenz, im Jahre 1881, eingesetzt, als Juden nach der Ermordung des Zaren in Russland verfolgt wurden. Mit der ersten Einwanderungswelle kamen 2,000 Einwanderer nach Palästina.
  • Mit der zweiten Einwanderungswelle von 1905 – 1907 kamen auch David Ben-Gurion und Itzhak Ben-Zvi. Die beiden setzten den Boykott arabischer Arbeitskräfte durch. Sie verjagten die tscherkessischen und beuinischen Wächter der jüdischen Bauernhöfe und gründeten die Organisation HaSchomer, aus der später der bewaffnete Arm (Haganah) der Zionistenorganisation hervorging.
  • Von 1908 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gründeten die Zionisten elf neue Siedlungen in Palästina. Für den Landkauf und die Ansiedlung von Juden in landwirtschaftlichen Kolonien war das Palästinabüro der Zionistischen Weltorganisation unter Arthur Ruppin zuständig.Das Palästinabüro half dem Jüdischen Nationalfonds, vor Jaffa eine jüdische Vorstadt zu bauen – Tel Aviv.Es gründete auch die Palästinensische Landentwicklungsgesellschaft und eröffnete Zentren, um jüdische Einwanderer in Landwirtschaft und Industrie auszubilden. Obwohl die Zahl der jüdischen Bewohner in Palästina kontinuierlich stieg (von 50,000 im Jahr 1897 auf 85,000 im Jahr 1914, einschließlich der 12,000, die in land-wirtschaftlichen Siedlungen lebten), entwickelte sich Widerstand gegen die zionistische Besiedlung des Landes.
  • Mit der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 wurde in der Geschichte des arabischen Ostens eine neue Seite aufgeschlagen.Die Deklaration diente nun als Hauptargument für das Britische Mandat über Palästina und war Ausgangspunkt für alle späteren Ereignisse in Zusammenhang mit dem Land.Großbritannien bezog sich zur Rechtfertigung seiner Palästinapolitik auf die Deklaration und sie wirkte sich nachhaltig auf das Geschehen in Palästina und in der gesamten Region aus.Das unheilige Band zwischen Großbritannien und der zionistischen Bewegung führte dazu, dass der britische Außenminister Arthur Balfour, ein eifriger Verfechter der zionistischen Interessen, einen Brief an den bekannten jüdischen Philantropen Baron Edmond de Rothschild schrieb:„Verehrter Lord Rothschild,

    ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist:

    Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.

    Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden.

    Ihr ergebener Arthur Balfour“

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Die Immigration jüdischer Siedler nach Palästina hatte unter britischem Mandat nach der Balfour-Deklaration durch den britischen Aussenminister Balfour bereits 1917 begonnen. Die britische Regierung, damals ein imperialistisches Weltreich mit einem Einflussbereich der so groß war „das auf ihm nie die Sonne unterging“, hatte die erklärte Zielsetzung das historische Palästina unter politische, ökonomische und administrative Kontrolle zu stellen, um die Errichtung einer nationalen Heimat für das jüdische Volk zu sichern.

In der Balfour-Deklaration vom 2.11.1917 erklärt sich Großbritannien einverstanden mit dem 1897 festgelegten Ziel des Zionismus, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten.

Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Palästina noch im Machtbereich der Osmanen.

Am 31. Oktober 1917 war die Eroberung von Be´er Scheva unter dem britischen General Edmund Allenby erfolgt und somit hatte die Eroberung Palästinas durch britische Truppen eingesetzt, welche bis Dezember 1917 faktisch abgeschlossen war.

Die britische Balfour-Deklaration war an die Führer der Zionistischen Weltorganisation gerichtet.

Sie wird als eine entscheidende Garantieerklärung an den Zionismus angesehen, um in Palästina eine „nationale Heimstätte für das jüdische Volk“ errichten zu dürfen.

Dieses Dokument stellte die Krönung der Bemühungen der zionistisch-britischen Gruppe unter Leitung von Chaim Weizmann dar. Großbritannien sprach darin ein Land, das ihm nicht gehörte (Palästina), einer Gruppe zu, der es nicht zustand (den Zionisten). Und zwar auf Kosten derer, die das Land besaßen und ein Anrecht darauf hatten, nämlich des palästinensisch-arabischen Volkes, das mehr als 90% der eingeborenen Bevölkerung bildete.

Dies führte dazu das ein Land widerrechtlich enteignet und ein ganzes Volk in beispielloser Weise seiner Heimat beraubt wurde.

Bemerkenswert ist auch, dass Großbritannien dieses Verbrechen beging noch bevor seine Armeen Jerusalem erreicht hatten.

Die Balfour-Deklaration fand 1920 Aufnahme in den Friedensvertrag der Alliierten mit der Türkei. Am 24. Juli 1922 wurde die Deklaration auch in das Völkerbundsmandat für Palästina aufgenommen, dass die Bedingungen für die vorübergehende Übernahme der Verwaltung des Landes durch Großbritannien, mit Rücksicht auf seine jüdische und arabische Bevölkerung, festlegte.

Die Errichtung des unabhängigen Staates Israel im britischen Mandatsgebiet im Mai 1948 war somit mindestens mittelbar eine Folge der Balfour-Deklaration.

Dieses Versprechen wurde einer kleinen Gruppe atheistischer Zionisten gegeben, die nur eine Minderheit unter der jüdischen Weltbevölkerung darstellten.

Die meisten jüdischstämmigen Menschen vertraten zu diesem Zeitpunkt sozialistische und kommunistische Ideen, nicht etwa die des Zionismus.

Weder die weltweite jüdische Gemeinde, noch die britische Bevölkerung und am aller wenigsten die Palästinenser, wurden dazu nach ihrem Einverständnis befragt.

Zuvor kamen jedoch auch eine Vielzahl anderer Regionen für die Gründung des Staates Israel in Frage. Die Briten fragten die zionistische Bewegung zunächst, ob sie den Staat Israel in einer der folgenden Regionen gründen wolle: Den Seychellen, Uganda, Patagonien oder in Lateinamerika, dort wo sich heute der Staat Argentinien befindet.

Die Wahl fiel auf das Heilige Land. Die wehrlose einheimische Bevölkerung, ohne eigenes Militär, wurde von der sie besetzenden Kolonialmacht, der britischen Regierung, selbstverständlich nicht nach ihrem Einverständnis dazu befragt.

Vor dem britischen Mandat machte die jüdische Bevölkerung des historischen arabischen Landes Palästina, umgeben von anderen arabischen Nationen, nur etwa 3% der Gesamtbevölkerung aus.

Das Mandat förderte die jüdische Einwanderung in dieses Land in den 20er und 30er Jahren und bis 1947 hatte sich die jüdische Bevölkerung auf etwa 33% der Gesamtbevölkerung verzehnfacht.

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1929 und 1933 fanden auf palästinensischer Seite Massenproteste gegen die jüdische Einwanderung und aggressive Siedlungspolitik statt. 1936 findet ein 6-monatiger Generalstreik gegen die aufgezwungene Einwanderung statt.

Die britische Regierung tötet die palästinensischen Revolutionsführer und zerschlägt die 3-jährige Revolte.

Noch 1946 kontrollierte der Zionismus nur etwa 5% des Landes. 1947, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, schlug die UN einen Plan vor, der 55% des Landes der 0,5 Mio. Menschen großen jüdischen Bevölkerung zur Gründung ihrer Nation gewähren sollte, während die 1,5 Millionen dort einheimischen Palästinenser 45% des Landes in Form einer geteilten, nicht-zusammenhängenden arabischen Nation erhalten sollten.

Die Palästinenser lehnten diesen Vorschlag ab, der ihrer 3 Mal so großen Bevölkerung weniger als die Hälfte der von ihnen bewohnten Heimat zugestehen sollte und auch massive Umsiedlungen erforderlich machen, Gemeinden und Familien zerreissen würde. Zu diesem Zeitpunkt bewohnten die Palästinenser 94% des historischen Palästina und machten fast 70% seiner Bevölkerung aus.

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Sekundärer Antisemitismus und seine Auswüchse

Menschenrechtler wie Nelson Mandela und Kofi Annan von der UNO wären, wenn man der Argumentation des sekundären Antisemitismus folgen würde, also Rassisten weil sie den Staat Israel in seiner Politik kritisierten. Soll das ein Scherz sein? Dieser Begriff wird völlig von seiner ursprünglichen Bedeutung, dem Bezug zu Judenhass und Holocaust losgelöst und dem Holocaustgedenken wird damit Unrecht getan.

Professor Moshe Zuckermann, Soziologe von der Universität Tel Aviv, beschreibt in untenstehendem Interview als was für eine Ungeheuerlichkeit er es empfindet als Jude, als Israeli und als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden ausgerechnet von Deutschen aus Deutschland als Antisemit bezeichnet zu werden, für seine Kritik an seinem eigenen Staat.

Man spuckt damit auf die Opfer des Nationalsozialismus in seiner Familie. Wer gibt Menschen das Recht dazu die jüdischen Nachkommen und sogar noch lebende Opfer des Antisemitismus der Nationalsozialisten als Antisemiten zu beschimpfen? Das ist der groteske Auswuchs dieses Konstruktes. Jetzt muss man schon die Opfer der Shoah davor schützen?

Und es zeigt das es überhaupt nicht mehr um die Juden oder den Holocaust geht, sondern nur darum eine Ideologie zu schützen und bei manchem die eigene Identität, wenn man die Aussage macht das jeder der Israel kritisiert sekundären Antisemitismus betreibe. Es geht manchem dabei nur noch um die eigenen Befindlichkeiten und das eigene Selbstverständnis als Deutscher. Dafür nimmt man es in Kauf als Deutscher auch jüdische Opfer der Nazis als Antisemiten zu bezeichnen. Das halte ich für in höchstem Maße fragwürdig.

Das Feindbild solcher Menschen sind nicht Antisemiten. Ihr Feindbild sind Kritiker an einer Ideologie und dem womit sie sich zu solidarisieren versuchen – der Politik eines Staates, nichts anderes. Nicht einmal die Opfer des Holocaust sind dabei davor noch sicher. Diese muss man sogar schützen. Mancher missbraucht als Deutscher den Holocaust als Schutzschild und Waffe.

Hier ist ein Video des oben erwähnten Prof. Moshe Zuckermann, jüdischer Israeli und Professor der Soziologie an der Universität Tel Aviv in Israel, über die Legitimation von Israelkritik und Antisemitismusvorwürfen, sowie das Konstrukt des sekundären Antisemitismus.

Die einzige Weise auf die ich diesen Begriff gelten lassen kann ist in seiner tatsächlichen und ursprünglichen Bedeutung als Rassismus gegen die semitische Volksgruppe und als Hass auf jüdische Menschen. Alles andere ist eine Zweckentfremdung aus selbstdienlichen Gründen und eine undifferenzierte, unzulässige Vermengung mit Politik. Politik muss man immer kritisieren dürfen, insbesondere wenn gerade von der Politik einer Nation so erhebliche Menschenrechtsverletzungen ausgehen.

Seit 2014 hat sich mit den letzten militärischen Übergriffen die humanitäre Lage der Palästinenser noch erheblich verschlechtert. Hier liegt ein dringender Handlungsbedarf vor. Auch wenn die Lage weniger gravierend wäre gäbe es sicher Dinge zu kritisieren, wie überall sonst auch und dies wäre ebenso völlig legitim, vor allem wenn man als eine Demokratie angesehen werden will.

Israels Verhalten und das Verbieten von Kritik und reeller Auseinandersetzung schürt den Antisemitismus weltweit sogar, wie Prof. Rolf Verleger in folgendem Video richtig anmerkt. So lange nicht erstens Verständnis für Israels Verhalten geschaffen und zweitens dieses Verhalten verändert wird, dann haben wir in der Tat einen Nährboden für Antisemitismus geschaffen.

In diesem 5-minütigen Video sieht man Prof. Rolf Verleger, der außeruniversitären Öffentlichkeit ist Verleger vor allem als Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland und als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein bekannt. Sein Standpunkt zu diesen Fragen:

Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland stellt sich seit den Kriegsverbrechen in Gaza letzten Sommer inzwischen gegen Israels Politik. Wer Antisemitismus reell bekämpfen will, hat keine andere Wahl als Kritik zuzulassen und selbst auszuüben, da der Staat Israel sich mit seinem Verhalten isoliert, inzwischen auch bei seinem engsten Bündnispartner, den USA. Ohne eine reelle Auseinandersetzung und Debatte werden die hässlichsten und flachsten Argumente die öffentliche Meinung dominieren.

Das Verbieten von politischer Kritik und Redefreiheit unter Zuhilfenahme der Theorie des sekundären Antisemitismus schürt den weltweiten Antisemitismus noch, verhindert eine informierte Debatte und beschimpft die Überlebenden und Nachkommen von Überlebenden des Holocaust für ihre Kritik an ihrem eigenen Staat als Antisemiten. Dies ist unzulässig. Hier ist ein offener, gebildeter Diskurs erforderlich.

Sekundärer Antisemitismus und Israelkritik

Sekundärer Antisemitismus und Israelkritik

Mit diesem intellektuellen Konstrukt, das nur Wenige bisher ernst nehmen oder kennen, der Theorie des sekundären Antisemitismus, mit dem eine unzulässige Vermengung vorgeworfen und versucht wird jede Kritik an der Politik eines Staates im Keim zu ersticken, bei Nicht-Rassisten, sind doch die Anhänger dieser Theorie diejenigen, die diese unzulässige Vermengung damit eigentlich betreiben.

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Man kann durchaus klar differenzieren zwischen dem jüdischen Volk mit seiner reichhaltigen und wertvollen Kultur, dem Zionismus, der eine Ideologie ist und dem modernen Staat Israel, der eine bestimmte Politik betreibt. Diejenigen die sekundären Antisemitismus dort propagieren wo er nicht vorliegt, sind die, die diese Dinge in unzulässiger Weise miteinander verwechseln und nicht mehr voneinander trennen können. Sie setzen Kritik an Politik mit Rassismus gleich.

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Eine Vermengung die von den Anhängern des Zionismus betrieben wurde, zum Schutze ihrer Ideologie, ursprünglich hauptsächlich durch Ariel Sharon. Nur manche Juden sind Zionisten, nur manche Zionisten sind Israelis, nur manche Israelis sind Juden. Man sollte imstande sein das klar voneinander zu unterscheiden und die einzigen Mitbürger die damit Schwierigkeiten haben finden sich in der rechten Szene und stellen in Deutschland eine absolute Minderheit dar.

In folgendem 1,5-minütigen Video spricht die ehemalige israelische Ministerin Shulamit Aloni über den Missbrauch des Holocaust zur Mundtotmachung von Kritikern an der Politik des modernen Staates Israel:

Wenn mit sekundärem Antisemitismus gemeint ist das es verkehrt ist Israel nur deshalb zu kritisieren, weil es die nationale Heimat des jüdischen Volkes ist, da ist dieses Konzept angebracht. Aber allen anderen tut man damit ein erhebliches Unrecht an. Dann ist es nichts weiter als eine üble Unterstellung, die auf keinerlei reeller Argumentation fusst. Mit diesem Vorwurf wird auch jede Debatte weg von den Inhalten und erst auf das Niveau persönlicher Vorwürfe gezogen. Das halte ich für eine massive Ablenkung und ein verwerfliches Spielen mit den Schuldgefühlen einer Nation.

Was das Problem daran sein soll Israel zu kritisieren, weil von diesem Staat die Politik des Staates Israel ausgeht, kann ich nicht im Geringsten nachvollzienen. Wen soll ich denn sonst für Israels Politik kritisieren und bitten diese zu verändern, die Volksrepublik China? Diesen Vorwurf habe ich nie verstanden, er hat sich schlichtweg falsch angefühlt. Deshalb macht er auch keinen Eindruck auf mich. Es gibt jeden Grund Israel allein für seine Politik zu kritisieren, das sieht nicht nur die UNO so.

Tatsächlich wurde Israel sogar inzwischen bei der UN auf Platz 1 im Bereich der Menschenrechtsverletzungen gesetzt, noch vor dem was man Schurkenstaaten nennt, wie Syrien, etc. Im Bereich der Verletzung von Frauenrechten hat Israel inzwischen Platz 2 eingenommen. Von diesem Staat gehen aktuell weltweit die meisten und größten Menschenrechtsverletzungen aus. Hier gibt es mehr Anlass als sonstwo für Kritik.

Sind die gesamte internationale Gemeinschaft aller in den Vereinten Nationen vertretenen Länder, sowie der internationale Strafgerichtshof auch nur Rassisten? Die UNO ist ein Organ das weltweit Sanktionen gegen Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen verhängt, im Fall Israels scheitert das immer wieder allein am Veto der USA.

Hier ist eine erhebliche Kritik erforderlich, ebenso wie in anderen Ländern auch. Diese bezeichnen sich selbst meist jedoch nicht als eine Demokratie. Und werden auch nicht mit deutschen Waffen beliefert, oder fordern sogar die Schenkung von Kriegsschiffen, die sie von uns auch erhalten.

Ich habe mich mein Leben lang gegen Verletzungen der Menschenrechte ausgesprochen. Jetzt habe ich dieses Thema gewählt. Das ist angesichts der erheblichen Missstände dort, die sowohl von Unicef, vielen Menschenrechtsorganisationen, wie auch der UNO und vielen anderen beanstandet werden, auch vollkommen legitim und sogar unbedingt notwendig. Gerade nach den Kriegsverbrechen letzten Sommer in Gaza und der Ankündigung einer noch unerbittlicheren Politik durch Netanjahu. Eine Kritik an der Politik eines Staates muss immer erlaubt sein, unter allen Umständen und keine unzulässige Vermengung kann etwas daran ändern oder jemanden davon abhalten.

Nahum Goldmann (ehem. Präsident des Jüdischen Weltkongresses):

“Wir müssen begreifen, dass das Leid der Juden, das sie durch den Holocaust erlitten, nicht mehr als Schutzschild dienen kann, und wir müssen ganz sicher davon Abstand nehmen, den Holocaust zur Rechtfertigung unseres Tuns heranzuziehen. Wenn Menachem Begin die Bombardierung des Libanon unter Verweis auf den Holocaust rechtfertigt, begeht er eine Art >Hillul Haschem< [ein Sakrileg], eine Banalisierung der heiligen Tragödie der Shoah, die nicht als Begründung für eine politisch zweifelhafte und moralisch verwerfliche Politik missbraucht werden darf.“ (Chomsky, “Offene Wunde Nahost“, S. 38)

Kritik zu verbieten die die eigene Ideologie in Frage stellt, andere Menschen mundtot machen zu wollen und sich Inhalten zu verweigern ist die Haltung eines Fundamentalisten. Die Taliban tun dasselbe. Dies hier kann passieren wenn ein Fundamentalist der keine Kritik duldet und zudem leider auch noch gewaltbereit ist, sich in seiner Ideologie bedroht fühlt. In dieser kurzen Fotostory sieht man was einer westlichen Friedensaktivistin geschehen ist, die sich mit einem Megaphon vor einen israelischen Baggerpanzer stellte.

http://www.palaestina-portal.eu/texte/rachel_corrie.htm

Das israelische Militär spielt den Vorfall herunter und macht sich sogar über das Opfer lustig, gibt ihm die Schuld. Ist dies zu rechtfertigen, selbst wenn der Umgang mit Aktivisten dort häufig brutal ist?

Israel ist laut den Vereinten Nationen leider momentan derjenige Staat, von dem aktuell weltweit die meisten Menschenrechtsverletzungen ausgehen. Israel ist in seiner aktuellen Politik auch ein Staat der fundamentalistische Tendenzen vorweist, der die Redefreiheit unterbinden will und Kritiker innerhalb seiner Grenzen deportiert, gefangen setzt oder gezielte Tötungen durchführt, Aktivisten die Einreise erschwert. Aus diesen Gründen muss der Staat Israel in seiner aktuellen Politik kritisiert werden, auch und gerade um eine informierte und gebildete Kritik zu ermöglichen und das Aufkeimen eines neuen Antisemitismus zu verhindern. Sonst werden die flachesten und hässlichsten Argumente die Debatte bestimmen.

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Wenn jemand die Existenz oder Politik des Staates Israel ablehnt, weil es die nationale Heimat des jüdischen Volkes ist, dann ist er schlichtweg ein Antisemit. Dort wende man dieses Instrument an. Wenn jemand die Politik eines modernen Staates kritisiert, weil von ihm Menschenrechtsverletzungen ausgehen, dann ist das ein Mensch mit einem politischen Verantwortungsbewusstsein und diese Kritik an Politik nicht nur völlig legitim, sondern auch unbedingt erforderlich. Israelkritik hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Genau so wenig wie es jemanden zu einem Anti-Briten macht die Politik Englands zu kritisieren. Oder zu einem Anti-Deutschen wenn man die Politik Deutschlands kritisiert.

Jeder hat das Recht Kritik an Politik zu üben, unter allen Umständen. Dies ist ein demokratisches Prinzip für das lange gekämpft wurde und man wird es der Bevölkerung nicht wieder nehmen können, ganz gleich unter welchem Vorwand.

Die Meinungs- und Redefreiheit bleibt bestehen.

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