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Israel / Palästina – Anerkennung und Dialog

Ich spiele nicht gerne die Opferkarte. Vor allem nicht vor Publikum. Deshalb habe ich mit der Erwähnung dieser Dinge bis zu diesem Punkt in meiner Argumentation gewartet, da meine Inhalte für sich Selbst stehen können. Nachdem mancher jedoch mir gegenüber als Deutscher das Unrecht das dem jüdischen Volk widerfahren ist als Schutzschild vor sich herträgt und als Waffe gegen mich verwenden wollte, die früheren Opfer und im Fall von Judenverfolgung auch noch heutigen Opfer für seine Argumentation nutzt und sich damit mit der Opferrolle identifiziert, habe ich nun auch einige Dinge zu erzählen. Um meinen Ausführungen zu folgen, ist es hilfreich sich mit der anerkannten Theorie der Entstehung des autoritären Charakters und autoritärer Strukturen von Freud, später Adorno und Fromm, vertraut zu machen.

Sigmund Freud

Mein Großvater väterlicherseits, den ich nie kennenlernen werde, wurde von israelischen Soldaten zwecks einer willkürlichen Hausdurchsuchung und eines routinemäßigen Verhörs in einen Sack gesteckt und die Treppe in seinem eigenen Haus hinuntergestossen, an deren Fuße er dann einen Herzinfarkt erlitt und vor den Augen meines damals 9-jährigen Vaters verstarb. Dieser wurde davon schwer traumatisiert.

Die Juden waren die größten Opfer der Menschheitsgeschichte und sind es an vielen Orten immer noch. Ihnen muss geholfen werden. Einige von ihnen sind Täter geworden. Diesen muss geholfen werden einen anderen Weg zu finden. Die Palästinenser sind seit bald einem Dreivierteljahrhundert Opfer. Ihnen muss geholfen werden. Einige von ihnen sind Täter geworden. Diesen muss geholfen werden einen anderen Weg zu finden. Die heute lebenden Deutschen, die nach der Zeit des Nationalsozialismus geboren wurden, sind Opfer eines schweren Erbes, welches ihnen sehr weh tut. Ihnen muss geholfen werden es zu bewältigen.

Einige deutsche Opfer dieses Erbes haben sich entschieden ihre Vergangenheit zu bewältigen, indem sie sich mit einer Täterideologie der Stärke und Autorität identifizieren, häufig diejenigen, die eine autoritäre Charakterstruktur aufgrund eines eigenen früheren Opferseins und einer mangelnden Bewältigung aufweisen. Ich habe einmal im Rahmen einer Präsentation gegen rechte Gewalt am Beispiel rechtsradikaler Jugendlicher die Entstehung autoritärer Charakterstrukturen aufgezeigt. Diese Menschen verachten was für sie Schwäche darstellt und womit sie sich nicht identifizieren können oder wollen, etwa Minderheiten. So versuchen sie das, was sie an sich Selbst ablehnen, ihr eigenes Opfersein, oder ihre Schwäche, im Aussen zu bekämpfen. Ihnen muss geholfen werden einen anderen Weg zu finden.

Andere haben sich mit der nationalistischen Ideologie der Stärke und Autorität der früheren Opfer dieser Nation im Ausland solidarisiert, häufig diejenigen, denen das deutsche Erbe besonders weh tut, da sie sich besonders intensiv damit auseinandergesetzt und hier nicht weggeschaut haben. Ihnen muss geholfen werden einen anderen Weg zu finden als Wegzuschauen, wenn einige der früheren Opfer ihrer Nation zu Tätern werden. Sie müssen ihnen helfen. Deshalb muss ihnen geholfen werden einen anderen Weg der Bewältigung zu finden.

Die Vorfahren dieser heute lebenden Deutschen waren auch Opfer, die Opfer Hitlers und seiner Ideologie, denn ich denke nicht das die Menschen zu dieser Zeit schlechter geboren wurden, oder bösere Gene hatten als die heutige Bevölkerung. Sie waren wie wir. Nach der Theorie der Entwicklung des autoritären Charakters könnte auch Hitler ein Opfer gewesen sein, dass sein Opfersein auf die schlimmstmögliche Art bewältigt hat, indem er zum Größten aller Täter wurde und andere zu Tätern machte, durch seine autoritäre Ideologie des Täterseins und damit das größte Verbrechen in der Menschheitsgeschichte verursachte. Dieses Land braucht nun sehr viel Heilung.

Er und die, die ihm folgten oder ihn gewähren liessen, sind das mahnende Beispiel für die heutige Menschheit, für all diejenigen die heute nationalistischen, autoritären und gewaltbereiten Ideologien folgen oder sie gewähren lassen, auf allen Seiten, der israelischen, der palästinensischen, der deutschen Seite und in der ganzen Welt. Diese autoritären Strukturen führen stets zu Verbrechen wider die Menschlichkeit und sind eine falsche Bewältigung.

Es gibt so unfassbar viele Verletzungen und Schmerz in unserer Welt. Wir wissen noch nicht, wie man miteinander umgeht. Wir wissen noch weniger, wie wir mit unserem Schmerz umgehen sollen. Es scheint mir, ein Jeder ist ein Opfer von irgendetwas geworden. Ich denke, ich habe die Vergangenheit auf die richtige Weise bewältigt und will diesen Weg auch allen Opfern, auf allen Seiten des Konfliktes, den Juden, den Palästinensern, den Deutschen die heute Opfer ihres Erbes sind, allen die heute Opfer sind und früher Opfer waren, vorschlagen:

Ich habe das Opfersein meines Großvaters anerkannt. Ich habe das frühere Opfersein seines Täters anerkannt. Ich habe die Opferrolle verlassen, indem ich die Täter, die die uns verletzten, verstanden, das bedeutet, ihr eigenes Opfersein und ihren Schmerz voll und ganz anerkannt habe. So konnte ich ihnen vergeben das es ihnen nicht gelang es anders zu überwinden, als zu sein wie ihre Täter. Statt sie zu hassen und statt unser aller Opfersein zu verdrängen.

Ich habe Verständnis für die Opfer und auch die radikalisierten Opfer die zu Tätern wurden, auf allen Seiten dieses Konfliktes. Ich erkenne an wie schwer es ist, sich diesem Opfersein zu stellen und dieses anzuerkennen und es zu akzeptieren. Ich meine Verständnis nicht in Form von reiner Nachsichtigkeit oder Großzügigkeit. Ich rede von einem Verständnis das tiefer gehen muss. Ein wirkliches Verstehen das alle Zusammenhänge erklärt, also wie es zu diesem Verhalten kam, kann nur aus einer vollkommen offenen Haltung, frei von Verurteilung erwachsen. Aus einer Anerkennung aller Schmerzen des Täters. Dann erst ist Vergebung nicht nur möglich, sondern unausweichlich. Wenn wir den Schmerz eines Menschen voll erkannt haben, dann können wir nicht anders, als ihn zu lieben. Jeder Mensch begegnet wahrgenommenem Leid und Elend mit Liebe. Schmerz ist immer gleich.

Palästinenser

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Es gab schon zu viele Tränen auf allen Seiten. Ich als Mensch und Sohn eines Palästinensers habe Verständnis und Vergebung für die Mörder meines Großvaters. Ich als Ausländer habe Verständnis für die Deutschen und ihr schweres Erbe und die Schwierigkeit, damit richtig umzugehen. Ich als Deutscher habe Verständnis für die Opfer einer autoritären Ideologie, hier und im Ausland. Ihnen allen muss geholfen werden die richtige Bewältigung ihres Schmerzes zu finden. Anerkennung. Verstehen. Vergebung. Ein langer Weg. Er beginnt und endet mit Anerkennung.

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Er muss mit der Anerkennung aller Verletzungen beginnen, auf allen Seiten.
Ich erkenne den Schmerz an, der dem jüdischen Volk zugefügt wurde und wird. Ich denke, die meisten Menschen sind dazu imstande, denn nie habe ich eine größere Verletzung gesehen als den Holocaust. Ich erkenne den Schmerz an, der den heute lebenden Deutschen von ihrer Vergangenheit zugefügt wird. Niemand hat Vergebung nötiger als das deutsche Volk, wer könnte das angesichts seiner Geschichte bezweifeln. Es wird seine Schuldgefühle überwinden können, wenn es seine Vergangenheit auf die richtige Weise bewältigt und die hilfreichsten Schlüsse daraus zieht.

Ich erkenne den Schmerz an, den Palästinenser Israelis zufügen. Ich erkenne den Schmerz an, der den Palästinensern zugefügt wird. Die Palästinenser warten nun seit bald einem Dreivierteljahrhundert auf die Anerkennung ihres Schmerzes durch die Welt. Die Welt schweigt oder schaut weg, weil ihre Täter die größten Opfer der Menschheitsgeschichte waren. Dies ist die falsche Bewältigung. Ihr Schmerz muss voll anerkannt werden.

In diesem 4-minütigen Video mit englischen Untertiteln sieht man die sehr menschliche Reaktion zweier israelischer Nachrichtensprecher auf das, was einem palästinensischen Arzt aus Beit Lahiya, mit dem sie in den letzten Tagen über das Radio in Kontakt gestanden hatten, und seiner Familie gerade, kurz bevor sie ihn interviewen wollten, geschehen ist. Der Nachrichtensprecher schafft es nicht aufzulegen und wer mag, hört sich das auch bis zum Ende an.

Was der Mann immer wieder wiederholt ist, „“Was haben wir Ihnen getan, Gott?“ Dies ist eines der unzähligen unschuldigen zivilen Opfer der aktuellen Politik Israels. Ich weiß nicht, ob man ihnen schon Gehör geschenkt hat.

Man muss den Staat Israel in seiner aktuellen Politik kritisieren und man muss Kritik an Israel erlauben, damit es einen anderen Weg finden und seinen Schmerz bewältigen kann, statt zuzulassen das sein Trauma weitergegeben wird. Man muss den Schmerz des palästinensischen Volkes voll anerkennen, indem man hinschaut wenn Unrecht geschieht. Dies sind unerträglicher Schmerz und Ungerechtigkeit die Menschen in den Wahnsinn treiben können.

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Besonders wenn diese Dinge nicht anerkannt werden. Auf eine volle Anerkennung, ein wirkliches Hinsehen und Anhören, kann nur Verstehen und ein Dialog folgen.

Dialog

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Hier ist ein großartiges Beispiel für diejenigen, die gerne einmal lächelnde Israelis und Palästinenser, mit tanzenden Soldaten, gemeinsam in Jerusalem sehen möchten:

Kein einziger Mensch, aber eine nationalistische Ideologie der Angst und der Allmachtsphantasien ist es, wogegen man sich stellen muss. Eine autoritäre Struktur. Der Wunsch stark und überlegen zu sein. Sie entstand aus dem Trauma einer Verfolgung durch die Jahrtausende die im Holocaust gipfelte und sie ist die falsche Bewältigungsweise. Es ist Hitlers Bewältigungsweise. Keine Menschen, sondern solche Strukturen gilt es zu bekämpfen, um die Kette von Traumatisierung und der Weitergabe dieses Trauma ein für alle Mal zu durchbrechen. Dies wird nur durch die volle gegenseitige Anerkennung gelingen, besonders der Verletzungen auf beiden Seiten.

Und dann lasst uns endlich darüber reden. Im Idealfall verläuft dieses Gespräch so, dass eine beliebige der beiden Seiten sagt: „Es tut uns leid. Wir waren traumatisiert. Es war nicht richtig. Bitte vergebt uns.“ Und die Gegenseite erwidert: „Wir vergeben euch. Bitte vergebt uns auch, was wir getan haben.“

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Die junge Generation trägt noch nicht diesen Schmerz in sich. Lasst nicht zu, dass sie Opfer autoritärer Strukturen wird. Lasst nicht zu, das sie vom Hass infiziert wird, von der Angst derjenigen, die noch nicht wissen wie sie ihren Schmerz bewältigen sollen.

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Die gesamte arabische Welt schaut genau auf das, was mit dem Volk der Palästinenser geschieht. Ihr dient das Schicksal der über 12 Millionen Palästinenser als mahnendes Beispiel dafür, was ihr durch den Westen blühen könnte und welche Behandlung von Arabern dieser befürwortet oder duldet. Auch sie hat viel Angst. Ein weiteres Thema das ich irgendwann einmal ansprechen muss, sind die USA. Die USA sind für mich der Staat, von dem der größte Bombenterror, die meisten Angriffskriege und der meiste politische Terror in den letzten 70 Jahren ausgegangen sind. Das Land mit den meisten Inhaftierten auf der Welt. Dies ist die terroristischste Nation der Welt.

Die imperialistische aktuelle Weltmacht und der engste Bündnispartner der aktuellen israelischen Politik. Auch die amerikanische Bevölkerung hat mein tiefstes Mitgefühl. Wenn man ihre aktuellen Machthaber in ihrer Politik gewähren lässt, könnte das unser aller Untergang bedeuten. Von Israel / Palästina, diesem kleinen Land im Nahen Osten, dem Sitz der Heiligtümer aller drei Weltreligionen, könnte Frieden oder der dritte Weltkrieg für die gesamte Welt ausgehen. Was man verstehen muss ist das der Staat Israel als Repräsentant des Westens in der arabischen Welt wahrgenommen wird. Er könnte ein Nachbar sein.

Aktuell ist er leider ein Feind. Das ist es, was sich ändern muss. 1967 hatte man die Gelegenheit den Palästinensern zu ermöglichen einen eigenen Staat zu bilden. Man hat sich bis heute für Besatzung entschieden und durch die Schaffung von Realitäten wie Trennwall und Siedlungswerk diesen Traum fast zerstört. Was bleibt ist ein Apartheidsregime. Die arabische Liga hat seit 2002 drei Mal versucht Frieden mit Israel zu schließen. Es muss folgende Botschaft in der Mitte der israelischen und auch der globalen Gesellschaft ankommen. Um nur einen von vielen Amerikanern die ich sehr schätze zu zitieren: „Ungerechtigkeit an irgendeinem Ort ist eine Bedrohung für die Gerechtigkeit überall.“ – Martin Luther King

Erst wenn wir die Dinge anschauen, können wir einen Weg finden zu überleben. Es geht nicht mehr anders. Nie wieder Wegschauen, Deutschland. Nie wieder Schweigen. Ich glaube an Euch. Ich brauche Euch. Jeder Einzelne der dies liest, kann einen wichtigen Beitrag leisten. Wir sind so vielfältig. Ein Jeder ist unendlich wertvoll. Sucht das Thema für das ihr geboren wurdet. Oder stellt euch an meine Seite. Erhebt eure Stimme. Alleine sind wir Nichts. Gemeinsam sind wir Alles. Wir, die Massen, sind die stärkste Kraft in der Welt wenn wir zusammenkommen. Es ist Zeit aufzustehen oder unterzugehen, Menschheit. Nur die Menschlichkeit und der Mut werden uns retten.

Wer glaubt er könnte nicht das selbe wie ich tun, irrt. Alles was ich tue, ist mich auf die richtige Seite zu stellen. Auf die Seite von Allen. Ich will allen Beteiligten helfen. Und die Dinge so anerkennen und aussprechen, wie sie sind. Die Wahrheit kann immer für sich selbst stehen. Sie hat eine eigene Qualität. Jeder kann sich auf die Seite der Menschlichkeit stellen und die Wahrheit aussprechen und jeder Mensch wird ihn verstehen. Redet mit anderen über diese Dinge. Brecht das Schweigen.

Mit den Worten Gandhis: „Sei du die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest.“ Die einzige Ideologie oder Waffe die ihr braucht, ist eure Menschlichkeit und den Mut für sie aufzustehen. Wer will, stellt sich gemeinsam mit mir keinen Menschen, sondern gewaltlos der Idee der Gewalt entgegen. Selbst wenn uns die Gewalt trifft. Es geht nicht mehr anders. Aufstehen oder Untergehen, Menschheit. Nur die Menschlichkeit wird uns retten. Unsere Liebe und unser Mut werden den Hass und die Angst auf allen Seiten überwinden. Die meisten von uns wollen den Frieden. Lasst uns endlich zusammenkommen und mit einer Stimme sprechen. Wir sind die Vielen. Wir könnten Eins sein.

Die deutsche Linke und Israel

In meinen vorausgehenden Artikeln habe ich in überwältigender Beweislast und erdrückender Sachlage dargelegt aus welchen Gründen der Staat Israel in den Augen der internationalen Gemeinschaft durch sein Verhalten und seine Politik aktuell und seit seiner Gründung leider ein Staat ist der eine autoritäre und nationalistische, unterdrückerische und aggressive, ausbeuterische und kapitalistische, rassistische, fundamentalistische und terroristische Politik betreibt.

Das es derjenige Staat ist von dem weltweit die meisten Menschenrechtsverletzungen ausgehen und der jede einzige Forderung der Vereinten Nationen von seinem Kurs abzukehren bisher ignoriert hat. Das Sanktionen gegen Israel allein am Veto der USA scheitern.

Ein Teil der in der Palästinenserfrage sehr zerstrittenen deutschen Linken will sich als antiautoritäre, antikapitalistische, antirassistische, linke, atheistische Humanisten und Antinationalisten bedingungslos mit einer autoritären, kapitalistischen, rassistischen, rechten, religiösen, unmenschlichen und nationalistischen Politik solidarisieren.

Gegen Al-Quds Tag

Deshalb gelingt ihr dies nicht in überzeugender Weise. Diese Menschen projizieren diese in sich vorhandenen Dinge mitunter, da sie versuchen müssen sie mit dem womit sie sich solidarisieren wollen anzunehmen, sogar auf andere, und unterstellen diese ihnen, um sie im Aussen zu bekämpfen, statt sie in sich anzuerkennen und ihre Haltung zu ändern, so das sie wieder ihren tiefsten Überzeugungen entspricht.

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Dazu finden sie eine endlose Anzahl von Rechtfertigungen und Ausreden. Hauptsächlich indem sie behaupten das es eben nicht anders ginge, das es keine anderen Lösungen gebe als die aktuellen. Erstens geht es anders und zweitens darf man dieses Land dann unter keinen Umständen als eine Demokratie bezeichnen.

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Manche sagen sie machen sich für demokratische Prinzipien wie Rede- und Meinungsfreiheit stark, dulden jedoch in Israel die gewaltsame Niederschlagung jedes Widerspruchs, die Deportation von Aktivisten und die Schliessung von Universitäten von denen Proteste ausgehen. Sie positionieren sich hier häufig gegen Polizeigewalt, dulden dort aber die Unterdrückung und ständige Misshandlung der besetzten Bevölkerung durch eine Militärpolizei oder verschliessen davor die Augen.

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Mancher positioniert sich gegen die Leugnung von Verbrechen im Dritten Reich, leugnet dort jedoch Gräuel wider die Menschlichkeit wie eine ethnische Säuberung und Vertreibung, mit unzähligen Berichten von Mord, Plünderungen, Vergewaltigungen und Verbrennungen von Menschen durch traumatisierte und radikalisierte zionistische Streitkräfte die an einer fast völlig wehrlosen eingeborenen Bevölkerung die nichts mit dem Holocaust zu tun hatte ihr Trauma abreagierten. Haben die Palästinenser sich denn selbst vertrieben um jetzt unter unmenschlichen Bedingungen im In- und Ausland zu leben?

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Manche Linken rechtfertigen Kriegsverbrechen und Angriffskriege die von der internationalen Gemeinschaft und sämtlichen Menschenrechtsorganisationen angeprangert werden. Positionieren sich gegen Ausbeutung und für Flüchtlinge, dulden aber die Ausbeutung palästinensischer Ressourcen und Arbeitskraft und bieten einer der größten Flüchtlingsgruppen der Welt kein Forum in ihren autonomen Zentren. Tapezieren diese noch mit Bildern von israelischen Panzern, etwas womit diese Menschen aufgewachsen sind, mit der Überschrift „Antifaschismus muss praktisch werden“.

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Denken diese Menschen diese Flüchtlinge fühlen sich dort noch wohl? Da bringt auch der Schriftzug „all refugees welcome“ nichts mehr. Das ist ihr Alptraum, so etwas im Ausland zu begegnen. Manche bezeichnen sich als Antirassisten und sprechen dann von Palis und Paliwood in Bezug auf Produktionen von dort, in einem abwertenden und wegwerfenden Kontext der verletzend sein kann.

Ich bin mir sicher es gibt auf dieser Seite auch latente Vorbehalte gegen arabische Menschen und ihre Kultur. Ist ein muslimischer oder arabischer Mensch genau so viel wert wie ein europäischer, jüdischer oder israelischer Mensch? Oder ist das eine irgendwie doch minderwertiger, dreckig, während das andere sauber und richtig ist?

Wer hier auch nur für eine Sekunde gestutzt oder gezögert hat, hat schon ein Problem. Dann ist es bereits Rassismus. Es kann keine Ausnahmen für Antirassismus geben. Mancher wird das abstreiten. Aber seine Haltung spricht Bände und steckt voller Widersprüche.

Einige bezeichnen sich als Anti-Deutsche und haben sich ihre Nationalität im Ausland geborgt, haben sich vielleicht nach der lobenswerten gründlichen Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten mit dem solidarisiert, was sie als den „Überlebenskampf der Opfer“ identifiziert haben: Den Zionismus. Eine nationalistische politische Ideologie, welche 1975 in der UN-Resolution 3379 als eine Form des Rassismus und der rassistischen Diskriminierung bezeichnet worden ist, bevor Israel als Beitrittsbedingung zur Madrider Friedenskonferenz 1991 ihre Rücknahme forderte. „Determines that zionism is a form of racism and racial discrimination“. Gut versteckt, hier auf 3379 klicken, Direktlink funktioniert nicht. Text 2. Seite, unten links, vor dem neuen Abschnitt. http://www.un.org/documents/ga/res/30/ares30.htm

Der Zionismus hatte der jüdischstämmigen Bevölkerung Sicherheit versprochen. Inzwischen ist dies zu einer Farce geworden. Tatsächlich ist der Zionismus heute die größte Bedrohung für das Judentum. Nirgends waren jüdische Menschen unsicherer als im eigenen Land, tendenziell auch als Kollektiv wenn es wieder hoch hergeht im regionalen Krieg, wie Professor Moshe Zuckermann, jüdischer Israeli und Professor der Soziologie an der Universität Tel Aviv richtig festhält. Er appelliert an die Angesprochenen, sie schaden der Sicherheit des jüdischen Volkes und der Entwicklung zu einer reellen, gleichberechtigten Demokratie enorm, indem sie den Staat Israel in jedweder Politik bedingungslos noch bestärken:

Die rassistische und gewaltbereite Politik die die einzig logische Folgerung einer solchen Ideologie ist, macht sie heute auch zur größten Ursache für Antisemitismus. Insbesondere nachdem nun 2004 der Internationale Gerichtshof in Den Haag sein Gutachten zur Mauer und zum gesamten illegalen Besatzungsregime und der Apartheidssituation in Israel veröffentlicht hat.

In diesem offenen Brief kann man den Appell der israelischen Linken an die Genossen aus Deutschland, die deutsche Linke zu der auch viele Befürworter der aktuellen israelischen Politik sich zählen, lesen. Mehr als 100 israelische AktivistInnen fordern darin als Voraussetzung für die Durchsetzung einer friedlichen und solidarischen Lösung des Konflikts in Israel / Palästina eine solidarische und linke Politik. Unter den UnterzeichnerInnen, die in Dutzenden verschiedenen Organisationen und Initativen aktiv sind, sind die Professoren Yehuda Shenhav und Gadi Elgazi von der Universität Tel Aviv, der Filmregisseur Udi Aloni, feministische AktivistInnen der israelischen Frauenkoalition für Frieden wie Eilat Maoz und Inna Michaeli, KriegdienstsverweigerInnen wie Matan Kaminer und Hagai Matar und KämpferInnen für soziale Gerechtigkeit wie Reuven Aberjil und Einat Podjarni:

http://de.indymedia.org/2010/03/276798.shtml

Als Video, nicht von mir gelesen:

In der zweiten Hälfte dieser kurzen deutschen Berichterstattung sieht man linke Israelis und Palästinenser gemeinsam demonstrieren:

Ich möchte die angesprochenen Teile der deutschen Linken bitten, die einzig richtige Konsequenz aus den Schuldgefühlen die die Ereignisse der deutschen Vergangenheit verursacht haben zu ziehen und nicht die Augen vor Unrecht zu verschliessen, sondern dieses anzuerkennen und sich in hilfreicher Weise einzumischen. Hinzusehen statt Wegzuschauen wenn Menschenrechte verletzt werden und sich gegen Unrecht zu positionieren, statt Menschen mundtot zu machen.

Das bedeutet, sie müssen nicht nur Kritik an der Politik des Staates Israel zulassen, sondern sie auch ausüben, um die Form der Vergangenheitsbewältigung durchzuführen die am hilfreichsten für alle Betroffenen ist und ihnen erlaubt frei von Widersprüchen zu sein.

Die UN-Kommission für Menschenrechte berichtet: “weitverbreitete, systematische und massive Verletzungen von Menschenrechten, betrieben durch die israelische Besatzungsmacht, im besonderen Massentötungen und kollektive Bestrafungen wie der Abriss von Häusern und die Abriegelung palästinensischer Territorien, Maßnahmen die Kriegsverbrechen darstellen, schamlose und abscheuliche, ungeheuerliche Verletzungen von internationalem Menschenrecht und Verbrechen gegen die Menschlichkeit”.

Viel von dieser bedingungslos solidarischen Haltung wurde mir gegenüber auch bereits als Kniereflex gegen Rechts bezeichnet – wenn Rechts sich gegen Israel positioniert, ist man dafür. Erstmal richtig sich gegen Rechts zu positionieren. Ich würde mich gegen Rassismus positionieren, daraus entstammt die rechte Haltung nämlich, selten einer reellen Kritik.

Professor Rolf Verleger, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Schleswig-Holstein und ehemaliges Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, sagt in diesem ZDF-Interview deutlich, dass diejenigen die in Deutschland mit Palästinensern auf Demonstrationen gehen würden, nach Erhebungen seit Gaza 2014 eine leichte Mehrheit in der Bevölkerung darstellen und im Allgemeinen schlichtweg sehr menschenrechtsorientiert sind und nichts mit Rechten gemeinsam unternehmen würden. Auch würden die meisten Rechten nichts gemeinsames mit Palästinensern machen. Diesen Leuten, Menschenrechtsaktivisten, tut man mit dem Antisemitismusvorwurf ein erhebliches Unrecht an:

„Studie der deutschen Antisemitismusforschung besagt:
„Palästinafreunde“ menschenrechtsorientiert, Mehrheit,
„Israelfreunde“ des- oder wenig informiert, Rassismus,
„Rechte“ ebenso Vorbehalte gegen arabische Menschen

Eine soeben unter dem Titel „Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee. Eine Spurensuche“ veröffentlichte Untersuchung des inzwischen emeritierten Professors für Psychologische Methodenlehre und Friedensforschung, Wilhelm Kempf, geht der Frage nach Erscheinungsformen und Ausprägungen des Antisemitismus im Lande nach – und kommt zu überraschenden Ergebnissen. Telepolis sprach hierzu mit Rolf Verleger, der Kempfs von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstütztes Projekt als wissenschaftlicher Berater begleitet hat.

Die Frage, ob und wie Antisemitismus und Kritik an Israels Politik in der deutschen Bevölkerung zusammenhängen, ist das zentrale Thema dieser 2010 durchgeführten und jetzt als Buch veröffentlichten Studie.

Untersucht wurde eine große repräsentative Stichprobe mit einem gängigen „Antisemitismus“-Fragebogen, dann aber auch mit Fragebögen zur Einstellung zum Zionismus und zu Israel und schließlich – das ist das Besondere an der Studie – auch noch mit Fragen zu weiteren Bereichen: Einstellungen zum Islam, zu Menschenrechten und Gewalt, Krieg und Frieden, Kenntnisse und persönliche Verbundenheit zu Israel und Palästina.

Aus gemeinsamen Antwortmustern auf all diese Fragen bildeten sich drei Gruppen heraus – aus insgesamt 90 Prozent der Stichprobe; die Meinungen der restlichen 10 Prozent zu diesen Fragen ließen sich nicht einordnen:

„Palästinafreunde“ – 38 Prozent der Stichprobe – nehmen überwiegend Partei für Palästina, sind überwiegend pazifistisch eingestellt, und liegen bei den Vorbehalten gegen Juden, Palästinenser und Islam deutlich niedriger als die „Israelfreunde“. Sie halten generell die Menschenrechte hoch und haben die größten Kenntnisse des Konflikts.

„Rechte“ – 26 Prozent der Stichprobe – haben konsequent und durchgängig Vorbehalte gegen Zionismus und Juden, und ungefähr genauso stark auch gegen die Palästinenser und den Islam. Sie halten relativ wenig von Menschenrechten, haben mäßige bis wenige Kenntnisse des Nahostkonflikts und beziehen in diesem ihnen nicht sehr wichtigen Konflikt eher Partei für Palästina als für Israel.

„Israelfreunde“ – 26 Prozent der Stichprobe – nehmen Partei für Israel und befürworten zumeist auch die Anwendung von Gewalt gegen die Palästinenser. Ihre Kenntnisse und ihre persönliche Betroffenheit durch den Konflikt liegen im mittleren Bereich, ebenso ihre Werte auf den Antisemitismusskalen – selbstverständlich niedriger als die der „Rechten“.

Gespräch mit Prof. Dr. Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Schleswig-Holstein, über Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee – Palästinafreunde, Israelfreunde und Rechte:

Habe ich Sie richtig verstanden: Die, wie Sie sie nennen, „Israelfreunde“ sind laut den Befragungen antisemitischer als die „Palästinafreunde“?

Rolf Verleger: Ja, so kam es heraus: Die „Israelfreunde“ in der deutschen Bevölkerung liegen in der Mitte zwischen den „Rechten“, die relativ viele Vorbehalte gegen Juden – und Moslems übrigens auch – haben, und den „Palästinafreunden“, die wenige Vorbehalte haben.

Ähnlich verhält es sich bezüglich der Kenntnisse und der emotionalen Betroffenheit durch den Konflikt: Die „Israelfreunde“ liegen in der Mitte zwischen „Rechten“, die der Konflikt wenig interessiert, und den „Palästinafreunden“, denen der Konflikt persönlich nahegeht. Mit einem Wort: Die „Israelfreunde“ sind die laue Mitte.
„Man kann den Blick dafür verlieren, dass alle Menschen gleiche Rechte haben“

Und wie erklären Sie sich das? Dass die Verteidiger und Beschützer Israels „antisemitischer“ als ausgerechnet die „Palästinafreunde“, denen ja tagtäglich Antisemitismus testiert wird, sind?

Rolf Verleger: Für die „Israelfreunde“ spielen Menschenrechte in ihren Antworten nicht dieselbe übergeordnete Rolle wie für die „Palästinafreunde“. Dazu passt eben auch, dass sie mehr Vorbehalte gegen andere mit sich herumtragen.

Unabhängig von dieser Umfrage – also mehr spekulativ – stellt sich das für mich so dar, dass die Israelfreundschaft der deutschen Politik seit Adenauer sich aus Bündnistreue zu den USA speist und aus schlechtem Gewissen wegen des fehlenden Widerstands gegen Hitler in Sachen Ausrottung des Judentums. Beide Motive sind nicht unehrenhaft. Aber sie können dazu führen, dass Juden zu einer besonderen Menschengruppe verklärt werden.

In der Tat scheint mir manchmal bei den „Israelfreunden“, die ich kenne – vor allem Politiker, wie sie in den Medien auftreten – auch ein Philosemitismus mitzuschwingen, der insofern dem Antisemitismus gleicht, als dass er „die Juden“ als eine besondere, einheitliche Gruppe ansieht, denen die deutsche Politik verpflichtet sei, sodass auch Israel zu „schützen“ sei.

Es ist dann nicht immer unbedingt klar, dass ein jüdischer Israeli genauso viel wert ist wie ein Palästinenser; bei Hitler wären die Juden weniger wert gewesen, heute scheinen sie mehr wert zu sein. Das heißt: Man kann den Blick dafür verlieren, dass alle Menschen gleiche Rechte haben. Vollständiger Artikel hier im Link: http://www.heise.de/tp/artikel/45/45281/1.html

Bedingungslose Solidarität ist das Gegenteil von Hilfe. Wenn ich jemanden liebe und ihm helfen will, dann muss ich ihm auch Anregungen geben können und ihn vor allen Dingen aufhalten und ihm helfen einen neuen Weg zu finden wenn er sich selbst oder anderen etwas antut. Der Staat Israel hat jede Unterstützung verdient eine reelle Demokratie zu werden, die in Frieden mit ihren Nachbarn leben kann. Alles andere kann nur zu einer Entmenschlichung der Opfer führen.

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Gaza – Ein Kriegsverbrechen

Wenn Ausgewogenheit in der Betrachtung gefordert wird, dann meint Mancher damit eine unehrliche Auseinandersetzungsweise. Weil manche Dinge schlichtweg aus dem Grund nicht sein können, dass sie es für Manchen nicht sein dürfen. Deshalb gibt es von diesen Seiten auch unentwegt Rechtfertigungen für Dinge, die nicht zu rechtfertigen sind. Ich habe kein Problem damit die Dinge so zu benennen wie sie sind.

Ich kann ohne Schwierigkeiten anerkennen das die Reaktionen (denn genau das sind sie, der Aggressor ist im Falle einer besetzten und unterdrückten, weit unterlegenen Bevölkerung mehr als eindeutig oder hat die UN jemals Resolutionen gegenüber den Palästinensern ausgesprochen?) das diese Handlungen derjenigen Palästinenser die sich mit Gewalt wehren, ebenso abzulehnen sind wie Israels Kriegshandlungen, insbesondere zivile Opfer sind unter keinen Umständen zu rechtfertigen.

Das es erhebliche Missstände in den umliegenden arabischen Nationen gibt und vieles mehr prangere ich ebenfalls an. Aktuell rede ich jedoch über Israel. Ja, die arabische Seite begeht Fehler. Aber Israel tut dennoch Dinge die nicht zu rechtfertigen sind. Und zwar systematisch und in einem weit größeren Maßstab als seine Opfer, während es sich selbst als eine Demokratie bezeichnet.

Hier liegt eine völlige Unverhältnismäßigkeit des Konfliktes vor und diese weigert sich Mancher anzuerkennen. Weigert sich damit auch die Opfer als solche zu bezeichnen. Fordert eine unehrliche Auseinandersetzungsweise um seine Position zu schonen. Meinen Youtubekanal habe ich Anerkennung und Dialog genannt. Zuerst müssen die Verletzungen auf beiden Seiten, bei-den Sei-ten, voll und ganz anerkannt werden. Dann lässt sich erst ein Dialog führen. Wer dazu nicht imstande ist, steht dem Friedensprozess im Weg mit seiner eigenen unausgewogenen Betrachtungsweise. Um die reelle Verhältnismäßigkeit des Konfliktes einmal an Gaza aufzuzeigen:

Etwa 1,8 Millionen Menschen leben im Gazastreifen, im zweiten Gebiet neben dem Westjordanland / der Westbank, in das den besetzten Palästinensern nach ihrer Vertreibung zu flüchten gestattet war. 80% von ihnen sind Flüchtlinge und haben einen staatenlosen Status, da Israel ihnen nicht ermöglicht in ihr Zuhause ausserhalb von Gaza zurückzukehren. Sie leben seit 1967 unter Besatzung und seit 2006 trotz unilateralem Rückzug unter einer vollständigen militärischen Belagerung in Luft, Land und See. Dies ist eines der am dichtesten bevölkerten Gebiete der Welt. 800,000 dieser 1,8 Millionen Menschen sind Kinder.

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Bei jedem Angriff ist das Erste was die israelische Regierung kappt die Energieversorgung. Es ist auch stets das Letzte, was von ihr wieder hergestellt wird. Die Menschen von Gaza haben durchschnittlich 6 Stunden Elektrizität am Tag. Auch für ihre Schulen, ihre Krankenhäuser, ihre Wasseraufbereitung.

Die folgenden Zahlen stammen von den unabhängigen Beobachtungsorganen der UNO und können von jedem überprüft werden. Ein Link zu dem entsprechenden UN-Bericht findet sich hier https://www.ochaopt.org/documents/annual_humanitarian_overview_2014_english_final.pdf. Von Juli bis August 2014, also Mitte letzten Jahres erst, wurde die dritte Militäroffensive Israels in den letzten Jahren gegen den Gazastreifen gestartet, mit 2,220 getöteten Palästinensern, fast 1,500 dieser Menschen waren unschuldige Zivilisten, keine Kämpfer. Mehr als ein Viertel der Toten waren Kinder.

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Um die Verhältnismäßigkeit der Auseinandersetzung und die durch Israel viel beschworene Bedrohung durch die Hamas aufzuzeigen, im gesamten Jahr 2014, also nicht nur während dieser Übergriffe auf Gaza und aufs ganze Land bezogen, nicht nur auf den Gazastreifen wie die obigen Zahlen palästinensischer Opfer, wurden 87 Israelis von palästinensischen Kräften getötet, fast ausschließlich militärische Streitkräfte und bewaffnete Siedler. Mehr als 11,000 Palästinenser wurden während der Übergriffe auf Gaza letztes Jahr körperlich verletzt.

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Etwa 500,000 Menschen mussten zum Höhepunkt der Angriffe aufgrund von Bombardements und militärischen Angriffen fliehen. Jedoch ist Gaza ein Käfig der abgeriegelt wird und aus dem es insbesondere während Bombardements und Kämpfen keinen Ausweg gibt.

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Der Zeitpunkt der aus unerklärlichen Gründen für den Beginn des Bombardements durch das israelische Militär gewählt wurde, vielleicht liegt auch ein militärischer Grund dafür vor, war die Mittagszeit, als die Vormittags- und Nachmittagsschulschichten wechselten und die meisten Kinder auf den Strassen waren. Eine Ein-Tonnen-Bombe zerstört einen gesamten Häuserblock. Über 100 Tonnen Bomben wurden auf diese Kinder abgeworfen.

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Etwa 18,000 Palästinenser haben dort letztes Jahr ihr Zuhause verloren und leben nun obdachlos. Über 12,000 Wohnhäuser wurden vollständig zerstört, 13,000 schwer beschädigt, 130,000 teilweise zerstört. Die Schäden im Gaza-Streifen sind so groß wie nie, der Sachschaden beträgt etwa 6 Milliarden Dollar. 70 Prozent der Einwohner sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gaza ist eine Hölle und ein Trümmerfeld. In dem Kinder leben.

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Diese Dinge sind von Niemandem und in keinster Weise zu rechtfertigen. Das wäre im höchsten Maße zynisch angesichts der Bombardierung von zivilen Zielen wie UN-Schulen, der Tötung von Zivilisten und Kindern und der eklatanten Unverhältnismäßigkeit des „Konfliktes“, richtiger der Invasion. Hier findet Kriegsverbrechen statt. Darin sind sich Menschenrechtsorganisationen einig. Diese Dinge müssen voll anerkannt werden, genau so wie sie sind, ohne sie zu entschuldigen oder zu rechtfertigen.

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Keiner bezweifelt das die Palästinenser sich wehren, auch in unzulässiger Weise. Obgleich eine UNO-Resolution besagt, dass die Kämpfe von Völkern gegen Okkupation und Apartheid legitim sind, auch bewaffneter Widerstand. Dennoch lehne ich Gewalt ab. Der Aggressor und Überlegene ist jedoch eindeutig. Was hier geschieht ist Kriegsverbrechen und Unrecht.

GAZA CITY, GAZA--JULY 26, 2014--At the start of the ceasefire, man grieves at the site of his home in the Shejaiya neighborhood of Gaza City that has seen some of the heaviest bombardment by Israeli forces. There was nothing left to recover. At the start of a 12-hour ceasefire, people scour the rubble of their homes in Shejaiya neighborhood looking for the dead and recovering belongings. (Carolyn Cole/Los Angeles Times)

Ein kurzes, 5-minütiges Video von Dr. Jürgen Todenhöfer bei Anne Will, der persönlich 2014 als Augenzeuge im Gazastreifen war und das die Verhältnismäßigkeit des Konfliktes aufzeigt:

Ein zweites kurzes Video dazu das ich als ebenso wichtig empfinde, denn in ihm beschreiben israelische Soldaten die in einer Panzerdivision an den militärischen Übergriffen auf Gaza im Winter 2008 persönlich teilgenommen haben und welche ich oben noch nicht beschrieben habe, detailliert die Lüge der chirurgischen Angriffe und wie sie mit einer gewaltigen Übermacht dort einfallen um auf alles zu schiessen was sich in der Nähe befindet, sowie die groteske Unmenschlichkeit und Unverhältnismässigkeit des Konfliktes angesichts ihrer militärischen Übermacht. 1,300 tote Palästinenser, überwiegend Zivilisten und Kinder, 13 tote israelische Streitkräfte in diesem Konflikt:

Der Staat Israel begeht im Gazastreifen leider Kriegsverbrechen. Die Unverhältnismäßigkeit des Konfliktes, die durch die UNO beobachteten vielen Tötungen und Verletzungen, zerstörten Wohnhäuser und Schulen sind nicht zu rechtfertigen, auch nicht durch die reell kaum vorhandene Bedrohung durch die Hamas, auf die ich in meinem nächsten Artikel näher eingehen werde. Die Palästinenser haben diesen Übergriffen Nichts entgegenzusetzen.

Den Widerstand der Opfer von Besatzung, Apartheid, Rassismus und militärischen Übergriffen als Anlass und Rechtfertigung für weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu nehmen, wie es die israelische Regierung tut, ist in meinen Augen nicht zulässig. Die immer wieder vorgebrachte Forderung der Hamas ist so einfach wie klar: Behandelt uns endlich gerecht.

Wenn den Palästinensern Gerechtigkeit widerfahren würde, wären sie bereit den Widerstand niederzulegen. Das haben sie häufig betont. Auch würde die Hamas, die den Widerstandskampf führt, gegenüber einer demokratischeren Regierung zurücktreten, wenn dies in einem Referendum auch unter den Palästinensern im Ausland so gefordert werden würde. Statt diesem Volk Gerechtigkeit zu geben, Gleichberechtigung, eine Frau, ein Mann, eine Stimme und demokratische Grundprinzipien, dasselbe das Jeder von uns für sich auch wollen würde, stattdessen wird hier mit der größtmöglichen Gewalt versucht, den Willen und Widerstand dieses Volkes zu brechen.

Demonstrationen und politischer Protest sind erforderlich, die politischen Parteien Deutschlands müssen sich in dieser Frage positionieren, oder dazu angehalten werden sich zu positionieren und der Bevölkerung muss die Möglichkeit gegeben werden entsprechend zu wählen.

banksy gaza

Israel – Traumatisierung und Radikalisierung auf allen Seiten

In meiner Ausbildung habe ich im Rahmen einer Präsentation gegen rechte Gewalt zur Thematik der Traumatisierung und Identifikation mit dem Aggressor einen Vortrag gehalten. Meine psychologische Grundbildung ermöglicht mir Verständnis für Israels Verhalten aufzubringen, statt Dinge zu rechtfertigen die nicht zu rechtfertigen sind. Sonst ist auch keine Lösung möglich.

Statt mit sekundärem Antisemitismus sollte sich mancher mit der anerkannten Theorie des autoritären Charakters befassen, entwickelt durch den jüdischen Psychologen Dr. Sigmund Freud und seine Tochter Anna Freud, sowie fortgeführt durch die Soziologen Fromm und Adorno. Was mancher nicht realisieren möchte und weshalb er die offenkundigen Opfer dieses Konfliktes als Täter bezeichnet, ist das auch Juden Täter sein können. So wie jeder. Und das hat seine Ursachen.

Und die Urheber dieses Trauma die ihren ehemaligen Opfern dieses zugefügt haben, die Deutschen, sind eigentlich diejenigen die einem Freund und Bündnispartner wie Israel dabei helfen sollten eine eigene Entwicklung zu einer autoritären Haltung zu vermeiden. Dieses aggressive Verhalten ist abzulehnen, zu kritisieren, ein öffentlicher Druck muss erzeugt werden und es muss geändert werden.

Sanktionen müssen verhängt werden wie bei jedem anderen Land das sich in einer solchen Weise verhält auch. Gleichzeitig muss man Verständnis für die Ursachen dieses Verhaltens entwickeln. Dies darf aber unter keinen Umständen erneut zur Rechtfertigung und Entschuldigung dessen, was nicht zu rechtfertigen ist und abgelehnt werden muss, zweckentfremdet werden.

Viele Menschen lassen den Staat Israel in seiner aktuellen Politik gewähren, da sie das Trauma der jüdischen Bevölkerung anerkennen, nicht aber dessen Konsequenzen. Dies stellt überhaupt keine Hilfe dar, es ist schädlich. Nun wird dieses Trauma an die Palästinenser weitergegeben. Sie sind die neuen Opfer in dieser Kette. Die Kette von Traumatisierung und der Weitergabe dieses Traumas kann unter diesen Umständen nur noch durch die volle Anerkennung der Verletzungen auf beiden Seiten durchbrochen werden.

In diesem etwa einminütigen Video mit deutschen Untertiteln kann man die Folgen von Traumatisierung und Radikalisierung eines palästinensischen Kindes nachvollziehen:

Die Verdrängung muss endlich enden. Und man wundert sich das die arabische Welt sich radikalisiert. Die gesamte arabische Welt schaut genau auf das, was mit den Palästinensern geschieht und wie der Westen damit umgeht. Das Schicksal der Palästinenser und der Umgang der westlichen Welt damit dienen der arabischen Welt als mahnendes Beispiel dafür, was ihr durch den Westen blühen könnte.

Eine solche Behandlung von Kindern und auch Frauen wie die hier Gezeigte, kann keine gemäßigte Reaktion nach sich ziehen, wenn sie nicht unterbunden wird:

Der 5-jährige palästinensische Junge Khaled Jabari sieht wie sein Vater verhaftet wird, weil dieser frisches Wasser gestohlen hat. Fadel im Westjordanland, Bezirk Hebron. Der indigenen Bevölkerung Palästinas wird das Recht auf Wasser häufig verweigert, während illegale Siedler nicht selten Schwimmbäder in ihrem Garten hinter dem Haus haben:

Während der wöchentlichen Demonstrationen im Dorf An-Nabi Salih versucht eine Mutter mit ihren 3 Kindern auf ihr vom israelischen Militär besetztes Land zu gelangen. Die israelischen Streitkräfte behaupten zunächst, dass sie ihr Land zu einem abgeriegelten Sperrgebiet erklärt hätten. Jedoch wurde dieses Land von israelischen Siedlern aus dem nahegelegenen Dorf geraubt, welche nun durch das Militär beschützt werden. Bei Minute 5 erklärt die Mutter, kurz bevor sie abgeführt wird, das sie über die Besitzurkunden für ihr Land verfügt und fragt den Soldaten aus welchem Grund die israelischen Siedler nicht auch entfernt werden, wenn es sich tatsächlich um eine Sperrzone handele. Im weiteren Verlauf der Aufnahmen verlangen die Kinder vergeblich die Rückgabe ihrer Mutter und teilen den Soldaten mit, dass sie die Presse informieren werden:

In diesem 2-minütigen Videointerview von meinem Youtubekanal (und den folgenden in der selben Playlist, wen es interessiert) bricht eine ehemalige israelische Soldatin, eine von 700 ReservistInnen, ihr Schweigen über die Regel und Realität der Brutalität des Besatzungsregimes in den besetzten Gebieten.

Im letzten Video der Playlist beschreibt sie einen Versuch radikaler Siedler eine palästinensische Familie in ihrem eigenen Haus durch Gas zu töten. Erkennt man hier nicht die Weitergabe des Traumas? Wer könnte bezweifeln das die jüdische Bevölkerung durch das ungeheure Verbrechen des Holocaust zutiefst traumatisiert worden ist? Es war das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte.

Ich unternehme hier einen Versuch Verständnis für Israels Verhalten zu entwickeln und dieses zu ändern, statt es zu rechtfertigen. Doch muss man sich diese Dinge ansehen, gerade als Deutscher.

Israel ist in seiner aktuellen Politik leider ein Staat der eine unterdrückerische Besatzungspolitik ausübt. Er muss einen anderen Weg finden seine Traumatisierung zu bewältigen, als dieses Trauma an andere weiterzugeben. Es ist die Verantwortung der Welt und besonders der Deutschen, ihm zu helfen einen besseren Weg zu finden.

Sekundärer Antisemitismus und seine Auswüchse

Menschenrechtler wie Nelson Mandela und Kofi Annan von der UNO wären, wenn man der Argumentation des sekundären Antisemitismus folgen würde, also Rassisten weil sie den Staat Israel in seiner Politik kritisierten. Soll das ein Scherz sein? Dieser Begriff wird völlig von seiner ursprünglichen Bedeutung, dem Bezug zu Judenhass und Holocaust losgelöst und dem Holocaustgedenken wird damit Unrecht getan.

Professor Moshe Zuckermann, Soziologe von der Universität Tel Aviv, beschreibt in untenstehendem Interview als was für eine Ungeheuerlichkeit er es empfindet als Jude, als Israeli und als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden ausgerechnet von Deutschen aus Deutschland als Antisemit bezeichnet zu werden, für seine Kritik an seinem eigenen Staat.

Man spuckt damit auf die Opfer des Nationalsozialismus in seiner Familie. Wer gibt Menschen das Recht dazu die jüdischen Nachkommen und sogar noch lebende Opfer des Antisemitismus der Nationalsozialisten als Antisemiten zu beschimpfen? Das ist der groteske Auswuchs dieses Konstruktes. Jetzt muss man schon die Opfer der Shoah davor schützen?

Und es zeigt das es überhaupt nicht mehr um die Juden oder den Holocaust geht, sondern nur darum eine Ideologie zu schützen und bei manchem die eigene Identität, wenn man die Aussage macht das jeder der Israel kritisiert sekundären Antisemitismus betreibe. Es geht manchem dabei nur noch um die eigenen Befindlichkeiten und das eigene Selbstverständnis als Deutscher. Dafür nimmt man es in Kauf als Deutscher auch jüdische Opfer der Nazis als Antisemiten zu bezeichnen. Das halte ich für in höchstem Maße fragwürdig.

Das Feindbild solcher Menschen sind nicht Antisemiten. Ihr Feindbild sind Kritiker an einer Ideologie und dem womit sie sich zu solidarisieren versuchen – der Politik eines Staates, nichts anderes. Nicht einmal die Opfer des Holocaust sind dabei davor noch sicher. Diese muss man sogar schützen. Mancher missbraucht als Deutscher den Holocaust als Schutzschild und Waffe.

Hier ist ein Video des oben erwähnten Prof. Moshe Zuckermann, jüdischer Israeli und Professor der Soziologie an der Universität Tel Aviv in Israel, über die Legitimation von Israelkritik und Antisemitismusvorwürfen, sowie das Konstrukt des sekundären Antisemitismus.

Die einzige Weise auf die ich diesen Begriff gelten lassen kann ist in seiner tatsächlichen und ursprünglichen Bedeutung als Rassismus gegen die semitische Volksgruppe und als Hass auf jüdische Menschen. Alles andere ist eine Zweckentfremdung aus selbstdienlichen Gründen und eine undifferenzierte, unzulässige Vermengung mit Politik. Politik muss man immer kritisieren dürfen, insbesondere wenn gerade von der Politik einer Nation so erhebliche Menschenrechtsverletzungen ausgehen.

Seit 2014 hat sich mit den letzten militärischen Übergriffen die humanitäre Lage der Palästinenser noch erheblich verschlechtert. Hier liegt ein dringender Handlungsbedarf vor. Auch wenn die Lage weniger gravierend wäre gäbe es sicher Dinge zu kritisieren, wie überall sonst auch und dies wäre ebenso völlig legitim, vor allem wenn man als eine Demokratie angesehen werden will.

Israels Verhalten und das Verbieten von Kritik und reeller Auseinandersetzung schürt den Antisemitismus weltweit sogar, wie Prof. Rolf Verleger in folgendem Video richtig anmerkt. So lange nicht erstens Verständnis für Israels Verhalten geschaffen und zweitens dieses Verhalten verändert wird, dann haben wir in der Tat einen Nährboden für Antisemitismus geschaffen.

In diesem 5-minütigen Video sieht man Prof. Rolf Verleger, der außeruniversitären Öffentlichkeit ist Verleger vor allem als Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland und als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein bekannt. Sein Standpunkt zu diesen Fragen:

Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland stellt sich seit den Kriegsverbrechen in Gaza letzten Sommer inzwischen gegen Israels Politik. Wer Antisemitismus reell bekämpfen will, hat keine andere Wahl als Kritik zuzulassen und selbst auszuüben, da der Staat Israel sich mit seinem Verhalten isoliert, inzwischen auch bei seinem engsten Bündnispartner, den USA. Ohne eine reelle Auseinandersetzung und Debatte werden die hässlichsten und flachsten Argumente die öffentliche Meinung dominieren.

Das Verbieten von politischer Kritik und Redefreiheit unter Zuhilfenahme der Theorie des sekundären Antisemitismus schürt den weltweiten Antisemitismus noch, verhindert eine informierte Debatte und beschimpft die Überlebenden und Nachkommen von Überlebenden des Holocaust für ihre Kritik an ihrem eigenen Staat als Antisemiten. Dies ist unzulässig. Hier ist ein offener, gebildeter Diskurs erforderlich.

Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina

Zusammenfassung der Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung Palästinas von 1917 bis heute, jenseits der Mythen nationaler israelischer Geschichtsschreibung

Im Folgenden nun eine von mir verfasste Zusammenfassung der wichtigsten Eckpunkte und historischen Ereignisse in der Geschichte des Nahostkonfliktes Israel / Palästina, von 1917 bis 2015. Sie soll als Einführung in die Thematik dienen und dürfte insbesondere für diejenigen interessant sein, die schon immer wissen wollten worum es in dieser Problematik überhaupt geht und was in den Medien häufig erwähnte Begriffe wie Intifada, Gaza, etc. bedeuten.

Ich erhebe allerdings absolut keinen Anspruch auf vollständige Richtigkeit. Dafür müsste ich diese Thematik studieren. Ich erhebe auch keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit. Dann müsste ich ein Buch verfassen. Worauf ich den Schwerpunkt meiner Betrachtungen lege macht der obenstehende Titel bereits unmissverständlich deutlich. Die Wahrheit über die ethnische Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina, das von der Landkarte radiert worden ist. Jeder kann diese Dinge selbst recherchieren. Ich bitte sogar darum. Alles ist besser als ein Wegschauen.

Die Geschichte dieses Konfliktes ist jedoch nicht in zwei Sätzen erzählt. Wenn man schon nichts anderes liest, dann doch zumindest den letzten Abschnitt mit der aktuellen Situation. Vielleicht noch den davor, über Gaza. Ich empfehle aber dringend die gesamte Zusammenfassung zu lesen. Ich denke mein Text ist eine interessante, wenn auch schreckliche Lektüre.

Links

1. https://www.youtube.com/watch?v=8LIPGTwjHpU

2. https://www.ochaopt.org/documents/annual_humanitarian_overview_2014_english_final.pdf

3. http://interactive.aljazeera.com/aje/PalestineRemix/maps_main.html

1. Link: Bei dem Video im ersten Link handelt es sich um einen Vortrag des jüdischen Israeli Miko Peled, Sohn des israelischen Generals Peled, welcher 1947 persönlich als einer der 40,000 zionistischen Milizionäre bei der ersten ethnischen Säuberung und Landnahme durch die Kräfte der Hagana und Palmach teilgenommen hat. Darin werden unter anderem die Mythen der nationalen israelischen Geschichtsschreibung von ´47 und ´67 entlarvt, diese Sicht deckt sich auch mit den Berichten der Vertriebenen und unabhängigen Beobachtungsorganen, sowie den Sitzungsprotokollen der israelischen Generäle und den Informationen aus den öffentlich zugänglichen Tagebüchern des ersten israelischen Premierministers, David Ben-Gurion.

2. Link: Der zweite Link ist der alljährliche Bericht des UNO-Büros der Vereinten Nationen zur Koordination humanitärer Angelegenheiten im besetzten palästinensischen Territorium, aus dem meine aktuellen Zahlen stammen.

3. Link: Auf der Adobe Muse Website des Tages namens Palestineremix im dritten Link kann man sich unter dem Menüpunkt Maps selbst einen Eindruck von den Abläufen der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Palästina machen. Die erste Flash-Grafik zeigt die palästinensischen und israelischen Bevölkerungszahlen, deren Ansteigen oder Absinken, sowie ihre Bewegungen durch Immigration und Vertreibung über die Jahrzehnte, des Weiteren wie viel Prozent des Landes wann unter wessen Kontrolle standen. Man kann die Grafik unten rechts pausieren oder die Jahreszahlen im Einzelnen anklicken. Man beachte was um ´47, ´48 und ´67 geschieht und den Kontrast in der Kontrolle über das Land zwischen den beiden Jahren 1917 und 2014. Diese Daten sind akkurat und überprüfbar.

Direkt darunter findet sich ein Flash-Element mit einem Menü, in dem man die 530 Gemeinden die 1948 zerstört worden sind im Einzelnen näher betrachten kann, ihre Lage, Größe, das Entvölkerungsdatum, die Ursachen der Entvölkerung (üblicherweise Vertreibung durch, oder Flucht vor zionistischen Streitkräften), ob ein Massaker durch die UN registriert worden ist, die ursprüngliche arabische Bevölkerung und die 2008 registrierte Anzahl an Flüchtlingen aus dieser Gemeinde, des Weiteren das Ausmaß ihrer Zerstörung. Meist blieben nur Trümmer zurück oder sie wurden vollständig vernichtet, einige wurden zum Teil von einer jüdischen Bevölkerung besiedelt. Auch diese Daten sind akkurat und überprüfbar.

1917: Die Balfour-Deklaration

Aus: Das Historische Narrativ des Anderen kennen lernen / Paläst. Narrativ
Von: Peace Research Institute in the Middle East / Berghof Conflict Research
http://friedenspaedagogik.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/primetextbuch.pdf

Die Balfour-Deklaration 2. November 1917

Inhalt

• Historischer Hintergrund
• Die Teilung des arabischen Ostens
• Schritte auf dem Weg zur Balfour-Deklaration

Historischer Hintergrund

Im April 1799, während der Belagerung von Akka entwickelte Napoleon Bonaparte einen Plan für einen jüdischen Staat in Palästina. Er versprach, den Tempel wieder aufzubauen und hoffte im Gegenzug auf jüdische Unterstützung.

Nach seiner Niederlage in den Schlachten von Akku und Abu Qir wurde jedoch nichts aus dem Projekt. Seit der Renaissance war dies die erste Kooperation zwischen einer Kolonialmacht und dem jüdischen Volk.

Erst die Ereignisse von 1831-40 sollten der Gründung eines jüdischen Staates in Palästina den Weg ebnen. Lord Palmerston, britischer Außenminister von 1840-41, schlug vor, im Osmanischen Reich ein britisches Protektorat zu errichten und dort Juden anzusiedeln. Dieses Gebiet sollte als Pufferzone gegen den ägyptischen Herrscher Muhammad Ali dienen und gleichzeitig die Araber der Region bei ihren Bemühungen um politische Einheit behindern.

Die ohnehin in großer Armut lebenden Juden in Osteuropa und insbesondere im russischen Zarenreich waren Opfer grausamer Pogrome geworden. Daraufhin entschloss sich Großbritannien, die Ansiedlung von Judin in Palästina zu unterstützen. In einer Zeit des anschwellenden Nationalismus bot sich der Zionismus als drastische internationale Lösung für das jüdische Problem an.

Die jüdische Religion bedeutete nun nationalistische Verbundenheit mit einer eigenen jüdischen Heimstätte und einem eigenen jüdischen Staat. Weitere Faktoren bei der Entstehung und Entwicklung der zionistischen Bewegung waren die schärfer werdenden Interessenskonflikte zwischen den europäischen Kolonialmächten in Afrika und Asien, sowie die ziontische Siedlerbewegung, die sich Palästina untertan machen wollte.

Der britische Imperialismus instrumentalisierte den Zionismus, um seine eigenen Interessen im arabischen Osten durchzusetzen; einer Region, die für das Empire strategisch und ökonomisch von Bedeutung war. Umgekehrt nutzte der Zionismus die britischen kolonialen Ambitionen, um internationalen Rückhalt und wirtschaftliche Unterstützung für das Projekt einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina zu gewinnen.

Dieses Bündnis des britischen Imperialismus mit dem Zionismus führte schließlich zu sogenannten Balfour-Deklaration (2. November 1917). Diese ist ein Musterbeispiel für die britische Politik, sich das Land und die Ressourcen einer anderen Nation anzueignen und deren Identität auszulöschen. Eine Politik, die auf Aggression und Gebietszuwachs basierte und ein ganzes Volk daran hinderte, seine nationale Unabhängigkeit zu erlangen.

Für die Palästinenser war das Jahr 1917 nur das erste in einer langen Reihe von Jahren – 1920, 1921, 1929, 1936, 1948, 1967, 1987, 2002 – die von Tragödien, Krieg, Unglück, Tod, Zerstörung, Verlust der Heimat und Katastrophen geprägt waren.

Die Teilung des arabischen Ostens

Das imperialistische Großbritannien rief zur Bildung eines Hochkomitees auf, das sich aus Vertretern sieben europäischer Staaten zusammensetzte. 1907 wurde dem britischen Premierminister Sir Henry Campbell-Bannerman der Bericht dieses Komitees unterbreitet. Darin hieß es, die arabischen Länder und die muslimisch-arabische Bevölkerung, die im Osmanischen Reich lebte, „stellten für die europäischen Staaten eine Bedrohung dar“; folgende Vorgehensweisen wurden empfohlen:

1) Zerfall, Teilungen und Abspaltungen in der Region zu fördern.
2) Künstliche politische Einheiten zu schaffen und sie der Kontrolle der imperialistischen Länder zu unterstellen.
3) Jede Art von Einheit zu bekämpfen, sei sie intellektuell, religiös oder historisch fundiert und praktische Maßnahmen zu ergreifen, um die Einwohner der Region zu spalten.
4) Zu diesem Zweck einen „Pufferstaat“ in Palästina zu schaffen, in dem eine starke ausländische Bevölkerungsgruppe leben sollte, die ihren Nachbarn feindlich gesinnt und den europäischen Staaten und deren Interessen gegenüber positiv eingestellt sein würde.

Zweifelsohne ebneten die Empfehlungen des Campbell-Bannerman-Komitees den Juden den Weg nach Palästina. Die Briten gaben damit ihre Zustimmung zur Politik der zionistischen Bewegung, Palästina von den arabichen Ländern abzuspalten und dort einen imperialistischen Nukleus zu schaffen, der den ausländischen Einfluss in der Region sichern würde.

Schritte auf dem Weg zur Balfour-Deklaration

Die Balfour-Deklaration gilt als politischer Teilsieg der zionistischen Bewegung. Verlierer waren die Araber und Muslime, denen das Heilige Land ursprünglich gehörte. Mehrere Ereignisse führten zur Verabschiedung der Deklaration:

– Schon 1845 hatte der Brite E.L. Mitford, der sich für eine Rückkehr der Juden nach Palästina einsetzte, die Idee verfochten, die dort lebenden Muslime nach Kleinasien zu deportieren, um Platz für jüdische Einwanderer zu schaffen. Er glaubte, arabische Bauern würden Palästina bereitwillig verlassen, wenn sie in anderen Ländern wie Syrien und Babylonien (Irak) ein besseres Leben führen konnten und bessere Bedingungen zur Landwirtschaft erhielten.

– 1860 wurde eine „Gesellschaft zur Besiedlung Palästinas“ gegründet, die den Juden dabei helfen sollte, sich im Land Israel niederzulassen. Ihr Ziel lautete, in Palästina eine große jüdische landwirtschaftliche Kolonie zu gründen, die als unverdächtiger Vorposten für die Gründung eines neuen jüdischen Staates fungieren würde. Dementsprechend wurden Landwirtschaftsschulen errichtet, wie etwa 1870 die Landwirtschaftsakademie Mikveh Israel in der Nähe von Jaffa. 1878 gründeten Juden aus Jerusalem mit Petah Tikva die erste landwirtschaftlische Siedlung. Rishon LeZion wurde 1882 als erste landwirtschaftliche Siedlung mit dem politischen Ziel errichtet, die jüdische Heimstätte in Palästina zu gründen.

– Als Theodor Herzl 1897 in Basel den ersten Zionistenkongress einberief, erreichten die zionistischen Aktivitäten einen Höhepunkt. Das Hauptziel des Kongresses war die Schaffung einer international abgesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Das „Basler Programm“ beschrieb auch, mit welchen Mitteln dieses Ziel erreicht werden sollte:

1. Jüdische Landarbeiter und Industrielle in Palästina ansiedeln
2. Das internationale Judentum einen und durch lokale und internationale Organisationen an die zionistische Bewegung binden.
3. Das jüdische Nationalgefühl und Nationalbewusstsein stärken.
4. Erste Schritte ergreifen, um von den Regierungen Zusagen zu erwirken, die für die Verwirklichung der zionistischen Ziele notwendig sind.

– Auf der zweiten Zionistenkonferenz 1898 wurden die Siedlungskommission und die Jüdische Kolonialbank gegründet. Diese sollten sich zum Finanzinstroment der zionistischen Bewegung entwickeln, denn sie gab im Ausland lebenden Juden die Möglichkeit, in Palästina Land für das jüdische Volk zu kaufen. Die Einwanderung von Juden hatte jedoch schon Jahre vor der ersten Zionistenkonferenz, im Jahre 1881, eingesetzt, als Juden nach der Ermordung des Zaren in Russland verfolgt wurden. Mit der ersten Einwanderungswelle kamen 2,000 Einwanderer nach Palästina.

– Mit der zweiten Einwanderungswelle von 1905 – 1907 kamen auch David Ben-Gurion und Itzhak Ben-Zvi. Die beiden setzten den Boykott arabischer Arbeitskräfte durch. Sie verjagten die tscherkessischen und beuinischen Wächter der jüdischen Bauernhöfe und gründeten die Organisation HaSchomer, aus der später der bewaffnete Arm (Haganah) der Zionistenorganisation hervorging.

– Von 1908 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gründeten die Zionisten elf neue Siedlungen in Palästina. Für den Landkauf und die Ansiedlung von Juden in landwirtschaftlichen Kolonien war das Palästinabüro der Zionistischen Weltorganisation unter Arthur Ruppin zuständig. Das Palästinabüro half dem Jüdischen Nationalfonds, vor Jaffa eine jüdische Vorstadt zu bauen – Tel Aviv. Es gründete auch die Palästinensische Landentwicklungsgesellschaft und eröffnete Zentren, um jüdische Einwanderer in Landwirtschaft und Industrie auszubilden. Obwohl die Zahl der jüdischen Bewohner in Palästina kontinuierlich stieg (von 50,000 im Jahr 1897 auf 85,000 im Jahr 1914, einschließlich der 12,000, die in landwirtschaftlichen Siedlungen lebten), entwickelte sich Widerstand gegen die zionistische Besiedlung des Landes.

– Mit der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 wurde in der Geschichte des arabischen Ostens eine neue Seite aufgeschlagen. Die Deklaration diente nun als Hauptargument für das Britische Mandat über Palästina und war Ausgangspunkt für alle späteren Ereignisse in Zusammenhang mit dem Land. Großbritannien bezog sich zur Rechtfertigung seiner Palästinapolitik auf die Deklaration und sie wirkte sich nachhaltig auf das Geschehen in Palästina und in der gesamten Region aus. Das unheilige Band zwischen Großbritannien und der zionistischen Bewegung führte dazu, dass der britische Außenminister Arthur Balfour, ein eifriger Verfechter der zionistischen Interessen, einen Brief an den bekannten jüdischen Philantropen Baron Edmond de Rothschild schrieb:
Verehrter Lord Rothschild,

ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist:

Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden.

Ihr ergebener Arthur Balfour

Die Immigration jüdischer Siedler nach Palästina hatte unter britischem Mandat nach der Balfour-Deklaration durch den britischen Aussenminister Balfour bereits 1917 begonnen. Die britische Regierung, damals ein imperialistisches Weltreich mit einem Einflussbereich der so groß war „das auf ihm nie die Sonne unterging“, hatte die erklärte Zielsetzung das historische Palästina unter politische, ökonomische und administrative Kontrolle zu stellen um die Errichtung einer nationalen Heimat für das jüdische Volk zu sichern.

In der Balfour-Deklaration vom 2.11.1917 erklärt sich Großbritannien einverstanden mit dem 1897 festgelegten Ziel des Zionismus, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Palästina noch im Machtbereich der Osmanen. Am 31. Oktober 1917 war die Eroberung von Be´er Scheva unter dem britischen General Edmund Allenby erfolgt und somit hatte die Eroberung Palästinas durch britische Truppen eingesetzt, welche bis Dezember 1917 faktisch abgeschlossen war. Die britische Balfour-Deklaration war an die Führer der Zionistischen Weltorganisation gerichtet. Sie wird als eine entscheidende Garantieerklärung an den Zionismus angesehen, um in Palästina eine „nationale Heimstätte für das jüdische Volk“ errichten zu dürfen.

Dieses Dokument stellte die Krönung der Bemühungen der zionistisch-britischen Gruppe unter Leitung von Chaim Weizmann dar. Großbritannien sprach darin ein Land, das ihm nicht gehörte (Palästina), einer Gruppe zu, der es nicht zustand (den Zionisten). Und zwar auf Kosten derer, die das Land besaßen und ein Anrecht darauf hatten, nämlich des palästinensisch-arabischen Volkes, das mehr als 90% der Bevölkerung bildete. Dies führte dazu, dass ein Land widerrechtlich enteignet und ein ganzes Volk in beispielloser Weise seiner Heimat beraubt wurde. Bemerkenswert ist auch, dass Großbritannien dieses Verbrechen beging, noch bevor seine Armeen Jerusalem erreicht hatten.

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Die Balfour-Deklaration fand 1920 Aufnahme in den Friedensvertrag der Alliierten mit der Türkei. Am 24. Juli 1922 wurde die Deklaration auch in das Völkerbundsmandat für Palästina aufgenommen, dass die Bedingungen für die vorübergehende Übernahme der Verwaltung des Landes durch Großbritannien, mit Rücksicht auf seine jüdische und arabische Bevölkerung, festlegte. Die Errichtung des unabhängigen Staates Israel im britischen Mandatsgebiet im Mai 1948 war somit mindestens mittelbar eine Folge der Balfour-Deklaration.

Dieses Versprechen wurde einer kleinen Gruppe atheistischer Zionisten gegeben, die nur eine Minderheit unter der jüdischen Weltbevölkerung darstellten. Die meisten jüdischstämmigen Menschen vertraten zu diesem Zeitpunkt sozialistische und kommunistische Ideen, nicht etwa die des Zionismus. Weder die weltweite jüdische Gemeinde, noch die britische Bevölkerung und am allerwenigsten die Palästinenser, wurden dazu befragt.

Zuvor kamen jedoch auch eine Vielzahl anderer Regionen für die Gründung dieses Staates in Frage. Die Briten fragten die zionistische Bewegung zunächst ob sie den Staat Israel in einer der folgenden Regionen gründen wolle: Den Seychellen, Uganda, Patagonien oder in Lateinamerika, dort wo sich heute der Staat Argentinien befindet. Die Wahl fiel aus das heilige Land. Die wehrlose einheimische Bevölkerung, ohne eigenes Militär, wurde von der sie besetzenden Kolonialmacht, der britischen Regierung, nicht nach ihrem Einverständnis dazu befragt.

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Vor dem britischen Mandat machte die jüdische Bevölkerung des historischen arabischen Landes Palästina, umgeben von anderen arabischen Nationen, nur etwa 3% der Gesamtbevölkerung aus.
Das Mandat förderte die jüdische Einwanderung in dieses Land in den 20er und 30er Jahren und bis 1947 hatte sich die jüdische Bevölkerung auf etwa 33% der Gesamtbevölkerung verzehnfacht. 1929 und 1933 fanden auf palästinensischer Seite Massenproteste gegen die jüdische Einwanderung und aggressive Siedlungspolitik statt. 1936 findet ein 6-monatiger Generalstreik gegen die aufgezwungene Einwanderung statt. Die britische Regierung tötet die palästinensischen Revolutionsführer und zerschlägt die 3-jährige Revolte.

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Noch 1946 kontrollierte der Zionismus nur etwa 5% des Landes. 1947, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, schlug die UN einen Plan vor, der 55% des Landes der 0,5 Mio. Menschen großen jüdischen Bevölkerung zur Gründung ihrer Nation gewähren sollte, während die 1,5 Millionen dort einheimischen Palästinenser 45% des Landes in Form einer geteilten, nicht-zusammenhängenden arabischen Nation erhalten sollten. Die Palästinenser lehnten diesen Vorschlag ab, der ihrer 3 Mal so großen Bevölkerung weniger als die Hälfte der von ihnen bewohnten Heimat zugestehen sollte und auch massive Umsiedlungen erforderlich machen, Gemeinden und Familien zerreissen würde. Zu diesem Zeitpunkt bewohnten die Palästinenser 94% des historischen Palästina und machten fast 70% seiner Bevölkerung aus.

Der Palästinakrieg / „Israelischer Unabhängigkeitskrieg“

Am 14. Mai 1948 lief das britische Mandat aus und Zionisten erklärten den Staat Israel als geboren.

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Der Mythos der nationalen israelischen Geschichtsschreibung besagt das 1947, nachdem die Vereinten Nationen endlich dem jüdischen Volk das Recht auf einen eigenen Staat zugesprochen hatten, die arabischen Armeen angegriffen hätten, mit der Absicht diesen unerfahrenen Staat, diese junge jüdische Gemeinde zu zerstören. Und das nur wenige Jahre nach dem Holocaust durch die Nationalsozialisten. Jedoch waren die zionistischen Kräfte, die sogenannte Hagana, die Palmach, auf unerklärliche Weise in der Lage gewesen sämtliche arabischen Armeen zurückzuschlagen, die Palästinenser zu besiegen und zwischen dem Ende von 1947 und 1948 fast 80% des Landes zu erobern, über 530 palästinensische Gemeinden und Dörfer zu zerstören, einschließlich Schulen und Moscheen, Kirchen und Wohnhäusern und eine Dreiviertel Million Menschen ins Exil zu schicken, in einer Zeitspanne von nur 12 Monaten.

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Wie waren sie dazu in der Lage gewesen während sie gleichzeitig von Außen durch gewaltige Armeen angegriffen wurden? Der jüdische Israeli Miko Peled, Sohn des israelischen Generals Mattityahu Peleds, welcher 1947 persönlich als einer der zionistischen Milizionäre an der ursprünglichen Landnahme teilgenommen hatte und eine bekannte israelische Persönlichkeit war, berichtet Folgendes über das, was sich in den persönlichen Erzählungen, aber auch den Protokollen aus der damaligen Zeit findet: „Wenn man die Fakten betrachtet realisiert man das die jüdische Gemeinde, die zionistische Bevölkerung im historischen Palästina um 1947, bereits über eine beträchtliche Militärmacht verfügte. Sie hatte eine bewaffnete Streitmacht von fast 40,000 Mann. Gut ausgebildet und gründlich indoktriniert. Mein Vater war einer von ihnen.

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Es gab kein Äquivalent auf der palästinensischen Seite. Die Palästinenser hatten niemals über eine militärische Streitmacht verfügt. Und die arabischen Armeen der umliegenden Nationen beteiligten sich nicht an diesem Krieg bis zum Mai 1948. Der Krieg war bis zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Monate im Gang und die ethnische Säuberung des Landes hatte bereits stattgefunden. Die militärische Zielsetzung der Zionisten war klar: So viel Land wie möglich einzunehmen und so viele Palästinenser wie möglich loszuwerden.“ Dieser Entstehungsmythos ist leicht zu recherchieren und aufzudecken wenn man nicht der offiziellen nationalen Geschichtsschreibung der Sieger dieses Konfliktes Folge leisten möchte.

Dieser Ablauf der Ereignisse findet sich auch in den Erzählungen der vertriebenen Palästinenser, die sich von den umliegenden arabischen Nationen zunächst im Stich gelassen gefühlt hatten. Die israelische Geschichtsschreibung, der Revisionismus der Siegermacht, hält keiner näheren Betrachtung stand.

Das Ende des zweiten Weltkrieges und die Ereignisse des Holocaust wurden benutzt um eine ethnische Säuberung und illegale Landnahme bis heute zu rechtfertigen. 1948 war das Jahr eines unfassbaren Verbrechens gegen die Menschlichkeit. Eine fast wehrlose Bevölkerung von Ziegenhirten und Olivenfarmern, bis heute ohne eine eigene militärische Streitmacht, wurde aus ihrer Heimat vertrieben. 13,000 Palästinenser wurden von zionistischen Streitkräften ermordet, 750.000 Menschen wurden zu Flüchtlingen.

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THE SURRENDER OF RAMLE. ????? ???? ????.

Es wurden über 530 Gemeinden und Dörfer in diesem Land, die mitunter für Jahrhunderte existiert hatten, dem Erdboden gleichgemacht. Dies war ein Verbrechen wider die Menschlichkeit, verursacht durch eine weit überlegene Streitkraft. In diesem Zeitraum haben etliche Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung stattgefunden. Dies war der Höhepunkt der zionistischen ethnischen Säuberung des Landes von der einheimischen arabischen Bevölkerung. Die Palästinenser sprechen von diesem Jahr als „Al Nakba“ – „Die Katastrophe“.

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Ein Augenzeuge berichtet dazu folgendes: Okkupiertes Westjordanland – Mohammed al-Saghir Abu Sharar war 37 Jahre alt als die Hagana und andere zionistische Milizen al-Dawayema 1948 angriffen, ein Dorf das sich 18 Kilometer nordwestlich von Hebron (Al-Khalil) befindet.

Als sie kamen fingen sie damit an die zivile Bevölkerung en masse zu töten, Männer, Frauen und Kinder,“ erinnert sich Mohammed, heute fast 100 Jahre alt. „Sie töteten jeden den sie sahen. Sie schlugen Kindern die Köpfe ein und schnitten Frauen die Bäuche mit ihren Bayonetten auf. Sie vergewaltigten sogar einige der Frauen, bevor sie sie ermordeten.“

Mohammed sagte eines der blutigsten Kapitel dieses Tages fand in der Moschee statt.

„Es war Freitag und viele der Älteren waren bereits zum Gebet in die örtliche Moschee gegangen,“ erinnert er sich. „Etwa 2 Stunden vor dem Gebet, um 10 Uhr oder 10 Uhr 30, fuhren einige Fahrzeuge mit Schützen vor. Sie deckten alles und jeden mit Kugeln ein und töteten sämtliche 75 Älteren die anwesend waren. Nicht ein einziger überlebte,“ fügt er hinzu. „Dann begannen sie damit in die Häuser einzudringen, ganze Familien umzubringen. Die Ermordungen zwangen die Menschen nach Osten zu fliehen. Aber die Männer der Hagana verfolgten die flüchtenden Zivilisten und töteten weitere von ihnen.“

Mohammed sagte auch das Dutzende der flüchtenden Familien Zuflucht in einer großen Höhle namens „Turel Zagh“ gesucht hatten. „Die Juden sagten ihnen das sie herauskommen, sich in einer Reihe aufstellen und zu gehen beginnen sollten. Und als sie zu gehen begannen, wurden sie durch Maschinengewehrfeuer von beiden Seiten niedergemäht. Eine Frau, die Ehefrau von Mir´ie Freih, überlebte das Massaker indem sie sich totstellte.“ Die Opfer wurden nach seiner Aussage in einem örtlichen Brunnen beigesetzt.

Mohammeds Augenzeugenbericht wurde bestätigt durch israelische Historiker und Forscher, die sich deklassifizierter Archive der israelischen Armee bedienten und Veteranen zu den damaligen Vorgängen befragten. Der israelische Historiker Benny Morris befragte einige Teilnehmer des Massakers, die ihm berichteten das etwa 80 bis 100 Menschen, einschließlich Frauen und Kindern, „von der ersten Welle der Eroberer“ getötet worden waren.

1984 interviewte ein israelischer Journalist den früheren Dorfältesten von al-Dawayema, Hasan Mahmoud Ihdeib, und brachte ihn zum Schauplatz des Massakers zurück. Ihdeib erzählte ihm von den in der Moschee getöten Menschen und dem Massaker an den Familien bei der Höhle und zeigte ihm auch die Zisterne in der die Körper beigesetzt worden waren. Einige Tage später brachte der israelische Journalist Arbeiter mit sich die gruben und Knochen sowie Schädel darin fanden.

1955 wurde die jüdische Siedlung Amatzy auf den Ruinen al-Dawayemas errichtet. Aharon Zisling, Israels erster Minister für Landwirtschaft, verglich das Massaker (Codename „Operation Yo´av“) mit den Verbrechen der Nationalsozialisten.

Als Mohammed abschliessend gefragt wurde ob er eine Kompensation für sein verlorenes Eigentum haben wolle, erwiderte er: „Dies ist nicht eine Angelegenheit von Besitz oder Kompensation. Dies ist mein Land, meine Geschichte, mein Zuhause, meine Kindheitserinnerungen. Meine Vorväter und -mütter liegen hier begraben. Würden Sie, um alles Geld in der Welt, um das Grab ihres Vaters verhandeln?“

Die Resolution 194 der Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde am 11.12.1948, kurz vor dem Ende des Palästinakrieges, verabschiedet. Die Zustimmung zur Resolution 194 durch Israel war eine Bedingung für die Aufnahme Israels in die Vereinten Nationen und wurde dementsprechend sehr schnell von der israelischen Regierung akzeptiert. Sie wurde bisher jedoch komplett von ihr ignoriert. Artikel 11 der Resolution 194 (Rückkehr von Flüchtlingen) wurde seit Ende der 1960er Jahre zunehmend von denen zitiert, die den Artikel als Basis des Rückkehrrechts palästinensischer Flüchtlinge sehen. Israel hat sich gegen diese Auslegung gewandt und darauf hingewiesen das der Text lediglich feststellt, den Flüchtlingen „sollte erlaubt werden“ zum „frühest möglichen Termin“ in ihre Heimat zurückzukehren und das diese „Empfehlung“ sich nur auf jene bezieht, die „es wünschen, (…) im Frieden mit ihren Nachbarn zusammen zu leben“.

Fast 80%, nicht etwa die ursprünglich durch Fremdmächte angebotenen 55%, des historischen Palästina wurden zwischen 1948 und 1949 erobert. Die verbliebenen 22 Prozent, die Westbank, zu deutsch Westjordanland, im Osten des Landes (so genannt weil sie am Westufer des Flusses Jordan, an der Grenze zu Jordanien verläuft) und der Gazastreifen im Westen des Landes wurden den Palästinensern überlassen, die nicht in Flüchtlingslager in den Nachbarländern im Norden, Osten und Süden des Landes vertrieben worden (Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten) oder vor zionistischen Kräften geflohen waren. In den restlichen 78% ihrer Heimat fanden sich zum damaligen Zeitpunkt fast keine Palästinenser mehr. Es hatte eine ethnische Säuberung stattgefunden.

David Ben-Gurion, der erste Premierminister Israels, hielt in seinen öffentlich zugänglichen Tagebüchern bezüglich der Landnahme durch zionistische Kräfte 1947 fest: „Jeder Angriff soll ein entscheidender Schlag sein, der in der Zerstörung von Wohnhäusern und der Vertreibung der Bevölkerung resultiert.“

Die verbliebenen Palästinenser im Israeligebiet erhielten zwar die israelische Staatsbürgerschaft, standen aber unter einer besonderen Rechtssprechung, dem harten Militärrecht. In dem Zeitraum bis 1967 fanden erneut mehrere Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung statt.

1949 hiess die UN den Staat Israel als Mitgliedsstaat willkommen.
Der versprochene palästinensische Staat wurde seither jedoch nie realisiert oder anerkannt.

Als eine Regierung, die britische, das Land eines Volkes, das der Palästinenser, einem zweiten Volk, dem jüdischen, 1917 in der Balfour-Deklaration zugesprochen hatte, ohne eines der betroffenen drei Völker dazu zu befragen, wurde von Großbritannien auch gefordert, dass bei der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk, wie in der obenstehenden Balfour-Deklaration festgehalten wurde „nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.“

Als das britische Mandat 1947 abgelaufen war, zogen die Briten sich nach und nach zurück und gaben ihre Kolonialherrschaft auf. Daraufhin haben die 40.000 Mann starken jüdischen Milizen der Hagana und Palmach eine gewaltsame ethnische Säuberung an der eingeborenen Bevölkerung betrieben, welche in historischen Dokumenten unabhängiger Beobachter wie der UN, den Berichten von israelischen Generälen und Augenzeugen auf beiden Seiten gut dokumentiert ist und ein halbes Jahr später dann drei arabische Armeen der umliegenden Länder besiegt, die ihrer Militärmacht nichts entgegenzusetzen hatten. Nach einer ethnischen Säuberung einer arabischen Bevölkerung und Krieg durch den neu geschaffenen Staat Israel wurden in den unmittelbar darauf folgenden Jahren ´48 bis ´51 jüdische Menschen aus den umliegenden arabischen Nationen vertrieben.

Wo sind diese Vertriebenen aus den Israel umgebenden arabischen Ländern dann hingezogen? Sie haben in Israel Land erhalten, Land das vor ihrer eigenen Vertreibung den Palästinensern geraubt worden war. Dies hat dem Wachstum der Bevölkerung Israels noch gedient, welches der Verursacher und einzige Nutzniesser dieser weiteren Tragödie war. Riesige jüdische Bevölkerungen die wie die Palästinenser seit einem Dreivierteljahrhundert in Flüchtlingslagern leben müssen sind nicht bekannt. Auch keine 7 Millionen heute registrierten Flüchtlinge. Diese fordern ein Rückkehrrecht, da sie keine Heimat mehr haben. Dieses Recht auf Rückkehr, das durch die Vereinten Nationen von Israel sogar als Beitrittsbedingung gefordert und seither komplett ignoriert wurde, mit der nach der Nakba vertriebenen jüdischen Bevölkerung, die in Israel das Land und die Häuser dieser vertriebenen Menschen erhalten hat, gleichzusetzen, halte ich für im höchsten Maße unzulässig. Die UN fordert kein Rückkehrrecht dieser Bevölkerung, da sie die Abläufe und Vorgänge hier sehr genau beobachtet hat.

Die Sueskrise

Die Sueskrise (auch Suezkrise oder Sinai-Krieg und Sinai-Feldzug) war ein internationaler Konflikt der im Herbst 1956 in einer militärischen Intervention einer Allianz aus Großbritannien, Frankreich und Israel in Ägypten gipfelte. Anlass war die Verstaatlichung der mehrheitlich britisch-französischen Sueskanal-Gesellschaft durch den Präsidenten Ägyptens, Nasser. Der Sueskanal war für die Erdölversorgung Großbritanniens von großer Bedeutung. Hintergrund war Nassers Bestreben das formal souveräne Ägypten aus der britischen Einflusssphäre zu befreien.

Das Großbritannien und Frankreich versuchten Ägypten durch militärische Aggression zur Rückgabe des Sueskanals zu zwingen und seine Regierung zu stürzen, während zur selben Zeit die sowjetische Armee den ungarischen Volksaufstand niederschlug, stellte die Länder in der öffentlichen Wahrnehmung auf die gleiche spätimperialistische Stufe. Die bis dahin „letzte Entfaltung des imperialen Machismo“ löste weltweit Empörung und Kritik aus.

Israel hoffte sowohl die Ägypter militärisch zu schwächen als auch den Gazastreifen und Scharm El-Scheich zu erobern. Ein Fallschirmjägerüberfall auf das westliche Ende des Mitlapasses sollte mit einer Vergeltung palästinensischer Angriffe begründet werden. Nach dem anfänglichen militärischen Erfolg war die Sueskrise gerade für Großbritannien zu einer Demütigung ersten Ranges geworden. In der Folge musste Premierminister Anthony Eden zurücktreten, die britische Wirtschaft und Währung kamen unter Druck. Zugleich verfestigte sich Großbritanniens Verlust seiner Weltmachtstellung – es war der letzte Versuch der alten Weltmacht ohne Zusammenarbeit mit der neuen Weltmacht USA ihre Interessen durchzusetzen.

Zudem wuchs der Widerstand der Staaten der Dritten Welt: Die Niederlage der Briten beschleunigte die Entwicklung mit der in den nächsten Jahren auch die restlichen britischen und französischen Kolonien, auf dem Weg über die Dekolonisation, ihre Unabhängigkeit anstrebten. Israel setzte zwar noch auf Großbritannien und Frankreich als Unterstützer seiner Aussenpolitik, in zunehmendem Maße aber auch auf die USA.

Angesichts des politischen britisch-französischen Suez-Debakels betrachteten sich die USA nun als alleinige Verteidiger westlicher Interessen im Nahen Osten, wovon Israel in Form von Waffenlieferungen und amerikanischen Sicherheitsgarantien profitierte. Israel konnte die wirtschaftlich wichtige Schifffahrtsroute von Eilat wieder benutzen. Frankreich lieferte nach dem Krieg Flugzeuge sowie Bauteile für das israelische Nuklearwaffenprogramm. In der arabischen Welt dagegen hatte sich nach den Worten Nachum Goldmanns „das Bild Israels als eines Bundesgenossen der „imperialistischen Mächte“ […] endgültig fixiert“ und weitere Konfrontationen waren damit vorgezeichnet.

1964 wird in Kairo die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO, Palestinian Liberation Organization) gegründet.

Jordanien

Das Verhältnis zwischen Israel und Jordanien war ebenfalls sehr angespannt. Am 13. November 1966 erschütterte eine israelische Militäroperation das Verhältnis weiter. Als Antwort auf die Tötung von drei israelischen Grenzpolizisten und die Verletzung von sechs weiteren Soldaten am 11. November durch eine Auseinandersetzung mit der Fatah rückten israelische Fallschirmjäger in das Dorf Samua im heutigen Westjordanland ein und sprengten etwa 40 Häuser. Im Laufe des Zwischenfalls kam es zu Zusammenstößen mit der jordanischen Armee und zu Luftkämpfen zwischen beiden Luftstreitkräften. Über die Opfer auf Seiten der Jordanier gibt es unterschiedliche Angaben; auf israelischer Seite kam ein Soldat ums Leben.

Der Angriff im November 1966 setzte einen Schlusspunkt unter die dreijährigen Geheimverhandlungen zwischen König Hussein von Jordanien und Israel. Hussein sah seinen Thron in direkter Gefahr, da die Palästinenser und Teile des Militärs begannen, ihm die Gefolgschaft zu verweigern. Zudem hatte ihm Israel wenige Tage zuvor versichert keinen Angriff auf Jordanien zu planen. Das Vertrauen Husseins in die Politik Israels war damit zerstört. Der Angriff wurde erneut folgenlos vom UN-Sicherheitsrat verurteilt, ebenso von den Vereinigten Staaten, die mittels einer militärischen Lieferung versuchten König Husseins Position zu stützen.

Der Sechs-Tage-Krieg

Die nächste historische Wende ereignete sich im Jahr 1967, zu diesem Zeitpunkt war die jüdische Bevölkerung des Landes etwa 2 Mio. Menschen stark, bewohnte und kontrollierte 80% des Landes, die palästinensische Bevölkerung in der Westbank und dem Gaza-Streifen machte etwa 1 Mio. Menschen aus und war auf 20% des Landes zusammengepfercht. 80% des Landes waren 20 Jahre später noch immer zum größten Teil von der ursprünglichen einheimischen Bevölkerung „gesäubert“.

Der Sechs-Tage-Krieg zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien dauerte vom 5. bis zum 10. Juni 1967. Als Teilaspekt des Nahostkonfliktes war er nach dem Palästinakrieg (1948) und der Sues-Krise (1956) der dritte arabisch-israelische Krieg. 1967 hatte noch kein arabischer Staat Israel anerkannt; ein Friedensvertrag zwischen einem der Staaten und Israel war noch nicht unterzeichnet worden. Der Krieg begann am 5. Juni mit einem Präventivschlag der israelischen Luftstreitkräfte gegen ägyptische Luftwaffenbasen, der einem angeblichen befürchteten Angriff der arabischen Staaten zuvorkommen sollte.

Trotz des Waffenstillstandsabkommens zwischen Ägypten und Israel entschied sich der ägyptische Präsident Nasser die Friedenssicherungskräfte der UN aus seinem Land zu werfen und positionierte ägyptische Truppen auf der Sinai-Halbinsel, die Ägypten von Israel trennt. Die israelischen Generäle sahen das als einen legitimen Kriegsgrund an. Und sie drängten auf Krieg. Das israelische Kabinett zögerte jedoch. Ein Tauziehen zwischen diesen beiden Gruppen begann.

Der Mythos der nationalen israelischen Geschichtsschreibung besagt wiederum, dass Israel erneut angegriffen worden wäre, von drei gewaltigen Armeen, die beabsichtigten Israel zu zerstören. Und erneut waren es die Israelis, die sich, wie durch ein Wunder, durchsetzten. Die Sitzungsprotokolle des Generalstabs, die zum Krieg von 1967 führten und die in den israelischen Militärarchiven vorliegen, zeichnen ein anderes Bild.

Die israelischen Generäle machen in diesen Protokollen die Aussage das die ägyptische Armee nicht auf einen Krieg vorbereitet sei und man aus diesem Grund jetzt angreifen solle. Tatsächlich sagen sie sogar, dass die ägyptische Armee mindestens noch 1,5 bis 2 Jahre benötigt, um für einen Kriegseinsatz bereit zu sein. Aus diesem Grund biete sich eine enorme Gelegenheit erneut, nun bereits zum dritten Mal, die ägyptische Armee zu schlagen. Und die Tatsache das die ägyptische Armee ihre Truppen näher an Israel gebracht hatte, auf die Sinai-Halbinsel, mache es nur leichter diese Streitkräfte zu zerstören. Es ist weder von einer existenziellen, noch von überhaupt irgendeiner Bedrohung die Rede, stattdessen spricht man von einer Gelegenheit die sich anbietet. Die Generäle setzten sich durch und die Regierung gab ihnen grünes Licht für einen Präventivschlag gegen Ägypten.

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Die ägyptische Armee wurde in wenigen Tagen dezimiert, die Sinai-Halbinsel eingenommen, der Gazastreifen, eines der letzten beiden verbliebenen Palästinensergebiete innerhalb Israels, wurde bei dieser Gelegenheit auch völkerrechtswidrig eingenommen, doch die Generäle wollten mehr. Sie wollten das Westjordanland, welches sie bereits 1948 hatten einnehmen wollen. Und sie nahmen es ein, einschließlich Ost-Jerusalem, wo illegale Siedlungen errichtet wurden. Sie wollten auch schon seit langer Zeit die Golanhöhen für sich beanspruchen, da diese hoch über Galiläa gelegen sind und es dort viel Wasser gibt. Und auch diese wurden eingenommen. Damit war, 20 Jahre nach der ursprünglichen Landnahme, nun auch der letzte Rest des historischen Palästina eingenommen und besetzt worden. Diese Besatzung hat bis heute stand und macht sie zur längsten Besatzung in der modernen Geschichte.

Drei arabische Armeen standen Israel gegenüber, doch nur etwa 700 israelische Soldaten fielen. Die Zahl der arabischen Opfer dieses Angriffskrieges durch Israel belief sich auf etwa 15,000 Menschen. Dies war kein bewaffneter Konflikt unter gleichen Streitkräften. Dies war eine überlegene Militärmacht, die eine Gelegenheit in Form eines Präventivschlags nutzte und ein Gemetzel mit ihren unterlegenen und unvorbereiteten Gegnern veranstaltete. Erneut hält der nationale Heldenmythos der Siegermacht keiner näheren Betrachtung stand.

Nach diesem Jahr standen 0% des Landes unter palästinensischer, 100% unter israelischer Kontrolle. Das ist bis heute so geblieben. Wieder wurden viele Palästinenser vertrieben und flüchteten in die Nachbarländer Libanon, Syrien, Jordanien und Ägypten, wo sie und ihre Nachkommen noch heute überwiegend unter den unmenschlichen Bedingungen von Flüchtlingslagern leben müssen, auch wenn sie noch immer über die Besitzurkunden für ihr Land und ihre Häuser verfügen.

A Palestinian holds a key during a Nakba rally in the West Bank city of Nablus May 14, 2009. Palestinians will mark

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Die UN-Resolution 242, vom 22. November 1967 forderte den Rückzug Israels „aus den besetzten Gebieten, die während des jüngsten Konfliktes besetzt wurden” im Gegenzug für eine Anerkennung Israels und die Respektierung seiner Sicherheit „frei von Bedrohung und Gewalt”. Die Resolution der Vereinten Nationen betonte die Unzulässigkeit des Gebietserwerbs durch Krieg und forderte die Beendigung jeder Geltendmachung des Kriegszustands, sowie die Achtung und Anerkennung der Souveränität, territorialen Unversehrtheit und politischen Unabhängigkeit eines jeden Staates in der Region und seines Rechts, innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen frei von Androhungen oder Akten der Gewalt in Frieden zu leben. Sie forderte ebenfalls eine gerechte Lösung des Flüchtlingsproblems herbeizuführen.

Diese Resolution wurde einstimmig durch den UN-Sicherheitsrat verabschiedet. Israel ignorierte die Resolution der Vereinten Nationen, zog sich nicht wie gefordert aus den neuen besetzten Gebieten zurück und betonte, Eroberungen im Gefolge eines Verteidigungskrieges zu verbieten würde jeden Aggressor gerade zum Krieg einladen. Das Völkerrecht folgte dieser Argumentation jedoch nicht und der Sicherheitsrat folgte auch nicht Israels ursprünglicher Darstellung, dass es angegriffen worden wäre. Anschließend sprach Israel von einem Präventivkrieg. Nach der völkerrechtswidrigen Besetzung der verbliebenen Regionen des historischen Palästina wurden israelische Siedlungen in der Westbank und dem Gazastreifen errichtet. Die Siedlungen dienen als zionistische Kolonien, in denen den zivilen jüdischen Siedlern unter dem Schutz der israelischen Armee das Tragen von Waffen gestattet ist.

Der Jom-Kippur-Krieg

Am 22.10.1973 rief der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in der Resolution 338 zum Waffenstillstand und Ende des Jom-Kippur-Kriegs zwischen den vereinigten Streitkräften Syriens, Ägyptens und Israel auf. Erneut wurde Israel aufgefordert, sich aus den in einem Angriffskrieg unrechtmäßig erworbenen besetzten Gebieten in Westjordanland und Gaza zurückzuziehen. Die Resolution wurde mit 14 Stimmen, ohne Gegenstimme von allen damals im Sicherheitsrat repräsentierten Nationen verabschiedet. Da Israel zu diesem Zeitpunkt den Konflikt bereits für sich entschieden hatte und Ägypten und Syrien dabei hohe Verluste erlitten hatten, leisteten die drei Staaten dem Appell der internationalen Gemeinschaft Folge. Wieder jedoch ignorierte Israel die Forderung der Vereinten Nationen nach einem Rückzug aus den 1967 besetzten Gebieten.

1974 erkennt die arabische Liga die PLO (Palestine Liberation Organization) als die einzig legitime Vertretung des palästinensischen Volkes an.

Um 1975 gab es nur noch etwa 1 Mio. Palästinenser im Land und etwa 3 Mio. Israelis. In den folgenden 15 Jahren vergrösserte sich die palästinensische Bevölkerung jedoch wieder, ebenso die israelische. Bis 1990 dann etwa 3 Mio. Palästinenser und 4 Mio. Israelis in diesem Land lebten.

Der Tag des Bodens (Land Day)

Im März 1976 kam es zu massiven Landenteignungen in Galiläa von denen arabische Israelis betroffen waren. Der konfiszierte Grund sollte vor allem den jüdischen Nachbargemeinden und für Industrieprojekte zur Verfügung gestellt werden und die demographische Situation der Region ändern. Um die Proteste zu ersticken erließen die israelischen Behörden für die betroffenen Gemeinden eine Ausgangssperre ab 29. März, 17 Uhr. Als Antwort riefen arabische Politiker, darunter der Bürgermeister der Stadt Nazareth, zum Generalstreik und Demonstrationen auf. Die Palästinenser solidarisierten sich, auch in den Flüchtlingslagern im Ausland.

Trotz der Drohungen Israels fand der Generalstreik statt und nach einem bis damals noch nicht da gewesenen Polizeieinsatz mit 4.000 Mann endete der Tag mit 6 toten und 100 verletzten Arabern.
Seitdem wird der Tag mit Demonstrationen der arabischen Bevölkerung begangen, auch in den Palästinensischen Autonomiegebieten gibt es Kundgebungen. Immer wieder kam es an diesem Tag zu gewalttätigen Konfrontationen mit Toten und Verletzten, das Westjordanland war zu diesem Datum häufig abgeriegelt. Mittlerweile finden auch in palästinensischen Auslandsgemeinden in Europa Veranstaltungen statt. Zudem gibt es seit 2011 Aktionen, bei denen ausländische propalästinensische Aktivisten versuchen, in Massen nach Israel zu reisen, um dort an Protestveranstaltungen teilzunehmen, auch wenn ihnen die Einreise erschwert wird.

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2012 wurde die Bewegungsfreiheit der Bewohner des Westjordanlandes beschränkt, indem das Gebiet abgeriegelt wurde. Von diesem Ein- und Ausreiseverbot waren die Siedler ausgenommen. Im Gazastreifen schoss die israelische Armee auf Demonstranten. Dabei wurde ein Mann der die Grenze nach Israel überwinden wollte getötet und 39 weitere wurden verletzt. Der Tag des Bodens ist ein jährlicher Gedenk- und Protesttag in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten, der am 30. März begangen wird und sich gegen die Landenteignung der arabischen Bevölkerung durch Israel richtet.

Internationaler Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk

Am 29. November 1947 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution 181 (II) über die Teilung Palästinas angenommen. Im Jahr 1977 beschloss sie diesen Tag alljährlich als Internationalen Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk zu begehen. Aus diesem Anlass hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan 2002 eine Erklärung an den humanitären Ausschuss für die unveräusserlichen Rechte des palästinensischen Volkes gerichtet. Auszüge:

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„Dieser Tag der Solidarität ist ein Tag der Trauer. Die menschlichen und materiellen Verluste, die das palästinensische Volk in den vergangenen zwei Jahren hinnehmen musste, sind geradezu katastrophal. Die beklagenswerte Lage in den besetzten palästinensischen Gebieten hat die ganze Region seit mehr als zwei Jahren in einen kontinuierlichen Zustand der Krise versetzt, und es ist kein Ende in Sicht. Hunderte Menschen haben ihr Leben verloren, zumeist unter den Palästinensern, aber auch unter den Israelis. Tragischerweise, und dies kann nicht hingenommen werden, waren viele der Opfer Kinder. Von den israelischen Behörden wurde oft exzessive und unverhältnismäßige Gewalt angewendet; es kam zu Tötungen ohne gerichtliches Verfahren, zu willkürlichen Festnahmen, Deportationen und kollektiven Bestrafungen wie dem Abbruch von Häusern. Solche Maßnahmen verstärken nur Wut und Verzweiflung sowie den Wunsch nach Vergeltung.

Seit vergangenem März sind große Städte im Westjordanland im Zuge israelischer Militäroperationen wieder besetzt worden. Weitreichende Zerstörungen haben die Wirtschaftstätigkeit in den besetzten palästinensischen Gebieten zum Erliegen gebracht und zu einer humanitären Krise geführt, deren Ausmaß vom Rest der Welt erst langsam erkannt wird. Rigorose Grenzschließungen und Ausgangssperren halten die palästinensische Wirtschaft weiter im Würgegriff und reduzieren das Leben Tausender palästinensischer Familien auf einen harten täglichen Überlebenskampf. Die Funktionsfähigkeit der Palästinensischen Autonomiebehörde wurde ernsthaft eingeschränkt.

Es kann keine Lösung geben, die gewaltsam aufgezwungen wird. Es kann kein dauerhafter Fortschritt ohne einen klaren politischen Horizont erreicht werden, nämlich einer klar definierten, endgültigen Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dazu zählt der Abschluss eines Sicherheitsabkommens zwischen Israelis und Palästinensern, das die Beendigung aller Formen von Gewalt sicherstellt, der Rückzug Israels aus den von den Palästinensern kontrollierten Gebieten, die sofortige Beendigung der Siedlungsaktivitäten, die Aufhebung der Bewegungsbeschränkungen für Personen, Waren und wesentlichen Dienstleistungen, und die Auszahlung aller noch ausstehender Mehrwertsteuern und Zolleinkünfte, die der Palästinensischen Autonomiebehörde zustehen.

In der Zwischenzeit braucht das palästinensische Volk dringend humanitäre Hilfe und Soforthilfe. Die israelische Regierung sollte nun ihre bereits erklärten Zusagen umsetzen, die Restriktionen aufheben und für einen uneingeschränkten Zugang der humanitären Konvois und Hilfseinsätze zur Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten sorgen.

Wenn wir alle unsere Bemühungen verstärken, wird eher früher als später der Tag kommen an dem das palästinensische Volk endlich in der Lage sein wird seine unveräußerlichen Rechte auszuüben, einschließlich seines Rechtes auf Selbstbestimmung und auf einen Staat Palästina.“

Das Camp-David-Abkommen

Die Camp-David-Verhandlungen oder auch das Camp-David-Abkommen vom 17. September 1978 sollten zur Friedenssicherung im Nahen Osten beitragen. Das Ergebnis war die Unterzeichnung des Israelisch-Ägyptischen Friedensvertrages im März 1979. Israel zog seine Truppen bis April 1982 vom Sinai ab. Ägypten geriet durch diesen Separatfrieden innerhalb der arabischen Welt zeitweilig in Isolation. Die Camp-David-Verhandlungen können als ein erster Schritt zu einer Aussöhnung zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarländern gesehen werden. Im Dezember 1978 wurden Sadat und Begin für ihre Bemühungen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Der Libanon-Feldzug

Der Libanonkrieg, oder Libanon-Feldzug, war eine militärische Auseinandersetzung im Jahr 1982 im Libanon, zwischen der israelischen Armee und verbündeten Milizen auf der einen, sowie Kämpfern der PLO und syrischen Truppen auf der anderen Seite. Die israelische Offensive wird, auch von vielen Israelis, als Angriffskrieg gewertet. Am 6. Juni durchquerten vorgeschobene israelische Truppenteile die entmilitarisierte Zone der UNIFIL und drangen in den Libanon vor. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete daraufhin Resolution 509, die den sofortigen Rückzug der israelischen Truppen forderte, aber folgenlos blieb. Israel besetzte den südlichen Libanon mit seiner Armee zunächst bis in den Februar 1985 und richtete daraufhin dort ein Gebiet ein, das es fortan als „Sicherheitszone“ bezeichnete. Erst über 15 Jahre später, am 25. Mai 2000 zog sich Israel wieder aus dem Libanon zurück.

Die erste Intifada

Nach 20 Jahren brutaler und unterdrückerischer Besatzungspolitik fand 1987 in den völkerrechtswidrig besetzten Gebieten die erste palästinensische Intifada (Aufstand) statt.

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Sie brach in Gaza aus und wurde als „Krieg der Steine“ bezeichnet. Der Aufstand wurde überwiegend durch die jüngere Bevölkerung vollzogen.

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(FILES) - Picture dated 01 February 1988 of children throwing stones to soldiers in the Am'ari refugee camp near Ramallah, to protest against Israeli occupation. A decade after, 08 December, the Intifada generation is still disillusioned with a peace process which they hoped would complete their struggle for a state. (Photo credit should read ERIC FEFERBERG/AFP/Getty Images)

Die erste Intifada war charakterisiert von zivilem Ungehorsam der Palästinenser, der mit Gewalt eskalierte. Bis zum Osloabkommen 1993 wurden nach Zählung von B`Tselem 1.162 Palästinenser von israelischen Kräften getötet und Zehntausende verletzt. 160 Israelis, überwiegend Militär und bewaffnete Siedler, wurden von palästinensischen Aufständischen getötet. Israel schloss Universitäten von denen der Aufstand ausging und deportierte Aktivisten.

1988 akzeptiert die PLO, die Palästinensische Befreiungsorganisation, die UN-Resolutionen 242 und 338, die den Rückzug der Besatzer aus den unrechtmässig besetzten Gebieten fordern und erkennt den Staat Israel an.

Madrider Konferenz

Die Friedenskonferenz von Madrid war ein Versuch der internationalen Gemeinschaft einen Friedensprozess für den Nahostkonflikt in Gang zu bringen indem Israel, Syrien, Libanon, Jordanien und die Palästinenser an den Verhandlungstisch geholt wurden. Sie wurde durch die Regierung Spaniens unter Mitwirkung der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion abgehalten. Die Konferenz begann am 30. Oktober 1991 und dauerte drei Tage.

Die Delegation der Palästinenser war aufgrund von Einwendungen Israels anfänglich ein Teil der gemeinsamen palästinensisch-jordanischen Delegation und bestand aus Palästinensern aus dem Westjordanland und vom Gazastreifen, ohne eine offene Verbindung zur PLO. Zunächst weigerte sich Israel an den Gesprächen über Flüchtlinge und Wirtschaftsentwicklungen teilzunehmen weil palästinensische Vertreter von außerhalb des Westjordanlandes und des Gazastreifens anwesend waren. Die israelisch-jordanischen Verhandlungen führten schließlich zu dem israelisch-jordanischen Friedensvertrag, der 1994 unterzeichnet wurde, während die israelisch-syrischen Gespräche nur zu einer Reihe von Verhandlungen führten, die Berichten zufolge zwar recht aussichtsreich waren, jedoch nicht zu einem Friedensvertrag führten.

Die bilateralen Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern wurden schließlich durch die anfänglich geheimen Verhandlungen ersetzt, die am Ende zu dem Briefwechsel vom 9. und 10. September 1993 führten und der Anerkennung des Existenzrechts Israels durch die PLO, sowie der Unterzeichnung des Oslo-Abkommens vom 13. September auf dem Rasen des Weissen Hauses.

Osloer Friedensabkommen

1993 unterschreibt der damalige Führer der PLO, Yasser Arafat, gemeinsam mit dem damaligen israelischen Premierminister Jitzchak Rabin, das Osloer Friedensabkommen. Beide erhalten dafür den Friedensnobelpreis.

PLO Chairman Yasser Arafat (R) reaches to shake hands with Israeli Prime Minister Yitzhak Rabin (L), as U.S. President Bill Clinton stands between them, after the signing of the Israeli-PLO peace accord, at the White House in Washington September 13, 1993. REUTERS/Gary Hershorn (UNITED STATES - Tags: POLITICS) - RTX13K4P

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1995 wird Rabin von einem jüdischen Fundamentalisten und Rechtsextremisten erschossen. Nach dem Tod Rabins geraten die Verhandlungen und der gesamte Friedensprozess ins Stocken. Die zukünftigen Verhandlungen sollten regeln welche Bereiche in den verbleibenden 20% des Palästinensergebietes, den besetzten Gebieten Westjordanland und Gaza, wieder unter palästinensische Kontrolle gestellt werden sollten.

Jedoch erhielten die Palästinenser in den jetzt über 20 Jahren bis 2015 nur bestimmte Selbstbestimmungsrechte in einzelnen urbanen Gebieten der besetzten Regionen Westbank und Gaza, den sogenannten palästinensischen Autonomiegebieten. Die Israelis behielten sich das Recht der Polizeigewalt in diesen Gebieten, sowie das Recht jederzeit Militäraktionen durchzuführen, vor. Auch wurde seither die Anzahl der illegalen Siedlungen in den unrechtmäßig besetzten Gebieten wesentlich erhöht, so das dort nun zwischenzeitlich etwa 600.000 bewaffnete Siedler im Konflikt mit der ansässigen Bevölkerung stehen und die Vertreibung und illegale Landnahme tagtäglich fortführen.

Die zweite Intifada

Die Al-Aksa-Intifada, oder zweite Intifada (Aufstand, abschütteln) begann am 28.09.2000, als der Oppositionsführer der rechten israelischen Likud-Partei, Ariel Sharon, gemeinsam mit Tausenden von israelischen Sicherheitskräften in und ausserhalb des alten Jerusalem einen provokativen „Besuch“ der Al-Aksa-Moschee (eines der größten Heiligtümer des Islam) machte.

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Diese Zurschaustellung militärischer Macht, unter anderem unter Zuhilfenahme von Panzern, wurde als Besitzanspruch und massive Provokation gewertet, insbesondere da den Millionen unter Besatzung lebenden Palästinensern in Westjordanland und Gaza durch die israelische Regierung weder das Betreten der Stadt Jerusalem, noch der Besuch ihrer heiligen Stätten gestattet wird. Sharons Aussage auf dem Tempelberg war, dass dieser nicht zur Verfügung stünde. Die entstehenden Unruhen führten innerhalb der ersten zwei Tage bereits zu 5 toten und 200 verletzten Palästinensern. Der Zwischenfall führte zu einem bewaffneten Aufstand in den besetzten Gebieten des Westjordanlandes und des Gazastreifens.

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Während der zweiten Intifada fügte das israelische Militär der palästinensischen Infrastruktur und Wirtschaft noch nie dagewesenen Schaden zu. Viele den Palästinensern zuvor zugesprochene Autonomiegebiete wurden wieder besetzt und Israel begann mit der Erbauung seines Trennwalls. Bis zum Ende von 2008 waren fast 5,000 der überwiegend jungen Aufständischen tot, etwa 50.000 sind körperlich verletzt worden. Die Konsequenzen dieser Provokation nutzten Israel.

Während der Zweiten Intifada berichtete die UN-Kommission für Menschenrechte: „weitverbreitete, systematische und massive Verletzungen von Menschenrechten, betrieben durch die israelische Besatzungsmacht, im besonderen Massentötungen und kollektive Bestrafungen, wie der Abriss von Häusern und die Abriegelung palästinensischer Territorien, Maßnahmen die Kriegsverbrechen darstellen, schamlose und abscheuliche, ungeheuerliche Verletzungen von internationalem Menschenrecht und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Israelische Sperranlagen / Die Mauer

Als Israelische Sperranlagen bezeichnet man eine 759 Kilometer lange Absperrung entlang der Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland. Die Absperrung verläuft zum überwiegenden Teil auf dem Territorium des Westjordanlandes selbst. Mit einem ersten Bauabschnitt wurde am 16. Juni 2002 begonnen. Der Bau war 2010 zu 60 Prozent fertiggestellt. Bereits 2004 erklärte der Internationale Gerichtshof in einem von der UN-Vollversammlung in Auftrag gegebenen Gutachten das Israel mit dem Bau der Anlagen gegen Völkerrecht verstößt, auch weil sie tief in palästinensisches Autonomiegebiet und in die fruchtbarsten Böden dort hineingreifen. Die Region um die Anlagen und die „grüne Grenze“ erklärte Israel im Oktober 2003 zum militärischen Sperrgebiet. Trotzdem dürfen alle Israelis die Gebiete betreten. Palästinenser dürfen dies hingegen nur mit einer speziellen Erlaubnis der zuständigen Behörden, selbst wenn sie Einwohner einer der Ortschaften in dieser Region sind. Diese Mauer ist doppelt so hoch und vier mal so lang wie die Berliner Mauer. Sie hat einem weiteren Landraub und dem Bau von Siedlungen gedient.

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2006 bricht zwischen Israel und der Hisbollah ein Krieg im Libanon aus.

Gaza / Der Gazastreifen

Etwa 1,8 Millionen Menschen leben im Gazastreifen, im zweiten Gebiet neben dem Westjordanland / der Westbank, in das den Palästinensern nach ihrer Vertreibung zu flüchten gestattet war. 80% von ihnen sind Flüchtlinge und haben einen staatenlosen Status, da Israel ihnen nicht ermöglicht in ihr Zuhause ausserhalb von Gaza zurückzukehren. Sie leben seit 1967 unter Besatzung und seit 2006 unter einer vollständigen militärischen Belagerung. Dies ist eines der am dichtesten bevölkerten Gebiete der Welt. 800,000 dieser 1,8 Mio. Menschen sind Kinder. Bei jedem Konflikt ist das erste was die israelische Regierung kappt die Energieversorgung. Es ist auch stets das Letzte, was von ihr wiederhergestellt wird.

2005 zog sich Israel unilateral aus dem Gazastreifen zurück, behielt jedoch die effektive Kontrolle über Luft, Land und See. Im Januar 2008 wird eine israelische Militäraktion gegen Gaza gestartet. 1,400 Palästinenser werden getötet. Zwischen 1,000 und 1,200 dieser Menschen waren Zivilisten, ein Viertel Kinder. Im Gegenzug tötete die palästinensische Hamas 13 Israelis, von denen 3 Zivilisten waren. Im November 2012 fand eine zweite Offensive gegen Gaza statt, mit 200 palästinensischen Toten.

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Von Juli bis August 2014, also Mitte letzten Jahres erst, wurde dann eine dritte Militäroffensive gegen den Gazastreifen gestartet mit, gemäss jährlichem UNO-Bericht der Vereinten Nationen, 2,220 getöteten Palästinensern, mehr als ein Viertel der Toten waren Kinder. Fast 1,500 dieser Menschen waren Zivilisten. Mehr als 11,000 Menschen wurden körperlich verletzt, etwa 500,000 Menschen mussten zum Höhepunkt der Angriffe aufgrund von Bombardements und militärischen Übergriffen fliehen. Jedoch ist Gaza ein Käfig, aus dem es während Bombardements und Kämpfen keinen Ausweg gibt. Diese Menschen werden nicht vertrieben, sie werden abgeschlachtet. Etwa 18,000 Menschen haben dort 2014 ihr Zuhause verloren und leben nun obdachlos. Über 12,000 Wohnhäuser wurden völlig zerstört, 13,000 schwer beschädigt, 130,000 teilweise zerstört. Gaza ist eine Hölle. In der Kinder leben.

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Israel rechtfertigt seine militärischen Übergriffe auf Gaza häufig mit der angeblich massiven Bedrohung durch die von der palästinensischen Hamas entwickelten und abgefeuerten „Kassam“-Raketen. Dies sind simple, mit Sprengköpfen versehene Stahlkonstruktionen ohne aktives Leitsystem. Die ersten Kassam-Flugkörper wurden im Januar 2001 gegen Israelis in Gaza abgefeuert. Die meisten Abschüsse erfolgten von der Stadt Bait Hanun im Gazastreifen aus. Am 16. April 2001 wurde der erste Einschlag auf dem Territorium des Staates Israel verzeichnet. Am 28. Juni 2003 gab es die ersten zwei israelischen Todesopfer.

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In den 8 Jahren von Januar 2001 bis Mai 2008 belief sich die Gesamtzahl der durch Kassam-Raketen getöteten Israelis auf 15 Personen. Bis 2008 trafen jedoch über 3,700 Raketen israelisches Territorium. Die meisten davon wurden vom israelischen Abwehrsystem abgefangen oder schlugen in unbewohntem Gebiet ein. Israel hat sich zudem für die Entwicklung eines Abwehrsystems namens „Iron Dome“ entschieden. Seit Juli 2014 stehen neun Systeme um Gaza im Einsatz, ein schrittweiser Ausbau auf insgesamt 15 Abwehrstellungen soll in den nächsten Jahren erfolgen und die ohnehin kaum vorhandene Bedrohung durch diese primitiven, ungelenkten Flugkörper endgültig auszuschliessen.

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Wen das Thema Gaza im Weiteren interessiert, dem empfehle ich einen Blick in meine Artikel zu dieser Problematik zu werfen, dort gehe ich noch weiter ins Detail.

Heute / 2015

Das israelische Militär ist das Viertbeste der Welt. Es hat die besten Waffen. Es ist ein führender Drohnenentwickler und -produzent. Israel ist zudem eine Nuklearmacht.

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Es leben heute etwa 6 Mio. Israelis in diesem Land. Etwa 4 Mio. Palästinenser leben im Westjordanland und in Gaza, weitere 2 Mio. im Rest des Landes als Bürger zweiter Klasse, mit diskriminierenden Sondergesetzen.

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Besatzung und Besiedlung, Belagerung und Krieg, Diskriminierung und Behandlung als Bürger zweiter Klasse prägen das Leben der palästinensischen Bevölkerung in Israel.

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An Israeli soldier pulls a Palestinian schoolboy as he protests along others against checkpoint rules imposed by Israeli forces around their school in the divided city of Hebron, in the Israeli-occupied West Bank, on October 11, 2011. AFP PHOTO / HAZEM BADER (Photo credit should read HAZEM BADER/AFP/Getty Images)

Zusätzlich warten mehr als 7 Millionen palästinensische Flüchtlinge und Vertriebene, Exilanten sowie deren Nachkommen in den umliegenden Ländern und auf der ganzen Welt auf ihr Rückkehrrecht in ihre Heimat. Die Situation der durch zionistische Gewalt Vertriebenen in den Flüchtlingslagern, die ausserhalb des Landes auf ihr Rückkehrrecht warten, ist ein ebenso menschenunwürdiger Zustand. Dies wird von vielen Menschenrechtsorganisationen und der UNO zu Recht als eine humanitäre Katastrophe angesehen.

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Dies sind Menschen die einmal über Land und Häuser verfügten.

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Der alljährliche Bericht des Büros zur Koordination humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen hält fest, dass Israel im Jahr 2014 mehr palästinensische Zivilisten getötet hat als in jedem anderen Jahr seit der unrechtmäßigen Besetzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens 1967. Israels Aktivitäten in diesen Gebieten resultierten in den Toden von 2,314 Palästinensern, etwa ein Viertel davon Kinder, bei zusätzlich 17,125 körperlichen Verletzungen. Dagegen wurden 87 Israelis, überwiegend Streitkräfte und bewaffnete Siedler, im Jahr 2014 durch Palästinenser getötet und 2,629 verletzt. Der überwiegendende Teil der getöteten Menschen starb in Gaza.

Doch auch im Westjordanland und Ost-Jerusalem gab es einen scharfen Anstieg, mit 58 getöteten Palästinensern (die höchste Zahl seit 2007 in dieser Region) und 6,028 Verletzten (die höchste Zahl seit 2005). Auch die Anzahl der Palästinenser, die durch die Zerstörung ihres Zuhauses obdachlos gemacht wurden, ist scharf angestiegen. Der UNO-Bericht macht den verstärkten Einsatz scharfer Munition, anstelle von mit Gummi ummantelten Stahlpatronen, seitens der Israelis für nahezu all diese Tötungen und 18% der Verletzungen verantwortlich. Der Bericht beschreibt auch den Anstieg palästinensischer Angriffe auf israelische Zivilisten (überwiegend Siedler) in diesen Gebieten, mit einem Anstieg der Tötungen von 4 im Vorjahr auf 12 im Jahr 2014.

Auch die Anzahl der Palästinenser die durch israelische Militärbehörden in Haft gesetzt und festgehalten wurden, stieg 2014 um 24%, also fast ein Viertel an. Durchschnittlich werden dabei monatlich 185 Kinder und junge Jugendliche durch israelische Soldaten verhaftet, befragt und festgehalten, häufig auch körperlich misshandelt, in aller Regel ohne ihre Eltern. Viele Inhaftierte berichten von Erniedrigung, Einschüchterung und Folter in israelischen Gefängnissen.

Der UN-Sondergesandte des Menschenrechtsrates für die palästinensischen Autonomiegebiete, Richard Falk, hat veröffentlicht das Israel seit dem Jahr 2000 insgesamt mindestens 1,300 palästinensische Kinder vorsätzlich getötet haben soll. Danach sollen die Kinder entweder beim Spielen oder bei anderen Tätigkeiten vorsätzlich ins Visier genommen worden sein. Dies war noch vor den oben geschilderten, aktuellen Opferzahlen. Falk erhielt 2009 ein durch die israelische Regierung ausgesprochenes Besuchsverbot der Palästinensergebiete und konnte seine Forschung nicht fortsetzen.

Internationale Maßnahmen wie ein Flugverbot über den arabischen Ländern scheitern regelmäßig am Veto der USA, obwohl ein offenkundiges Nichtbeachten von UN-Resolutionen durch Israel vorliegt. Eine Berichterstattung westlicher Medien über die geschilderten Vorgänge gibt es derzeit so gut wie nicht.