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KOSTENLOS! Neues Buch zum Nahostkonflikt Israel / Palästina

KOSTENLOSE VERSION meines neuen Buches zum Nahostkonflikt Israel-Palästina NUR FÜR KURZE ZEIT hier online zu lesen!

Bezüglich der Veröffentlichung meines neuen Buches habe ich mich dazu entschieden dieses zunächst vorübergehend kostenlos hier als PDF anzubieten. Link zum Buch:

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Wen mein neues Buch, welches im Handel etwa 20 Euro kosten wird, bereits jetzt interessiert, der kann es für kurze Zeit hier gratis sofort lesen.

300 Seiten, viele Abbildungen und Links zu Quellen.

Titel: „Israel, mein Israel – Ein Appell – Der Nahostkonflikt aus deutsch-palästinensischer Perspektive“

Aktuell befinde ich mich auf der Suche nach einem passenden Verlag. Auch Buchhändler dürfen mir gerne schreiben, ich biete das Buch auch gedruckt günstig in größeren Mengen an. Siehe Buch.

Bitte helft bei der Verbreitung dieses brisanten und sehr relevanten Materials, teilt das Buch mit Freunden und Bekannten, postet vielleicht Beiträge dazu, falls ihr diese Botschaft wichtig findet. Teilt diesen Beitrag bitte auch in die Gruppen hinein.

Auf meiner Seite werde ich darüber berichten welche Hilfsprojekte ich mit den Spenden fördere und aufbaue. Dort findet sich auch ein von mir erstelltes Video mit bereits erfolgreichen Hilfsaktionen in Gaza der Organisation Palästinensische Stimme Berlin, verlinkt am Ende des PDF.

Über das Buch:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen von Herzen kommenden Appell – einen Appell an die israelische, an die palästinensische und im Besonderen auch an die deutsche Bevölkerung.

Es fordert mehr Ehrlichkeit in der Auseinandersetzung mit der Thematik, mehr Menschlichkeit in der Begegnung, mehr Offenheit im Dialog – und einen echten Austausch, sowie reelle Begegnung.

Den ersten Teil des Buches macht ein kurzer und schonungsloser historischer Abriss aus, der mit einer Vielzahl von Mythen um die Entstehung des israelischen Staates aufräumt.

Es folgen eine Reihe von Artikeln, die verschiedene relevante Aspekte des Nahostkonfliktes aus deutsch-palästinensischer Perspektive näher beleuchten.

Der Abschluss unternimmt den Versuch eines Lösungsvorschlages für diesen brisanten Konflikt.

Ein mutiges und ergreifendes Porträt des Überlebenskampfes zweier Völker und ein Plädoyer für einen Frieden durch die gegenseitige Anerkennung und einen offenen Dialog.

Über den Autor:

Robert Raoul Alggad ist Deutsch-Palästinenser, lebt und arbeitet als Autor und freischaffender Journalist, Blogger und Youtuber in Berlin. Er ist Jugenderzieher und Englischübersetzer und neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Lifecoach im Bereich Persönlichkeits-entwicklung / Lebenshilfe tätig.

Seine Themen umfassen neben politischen und sozialen Schwerpunkten insbesondere den Nahostkonflikt, aber auch die Dynamik zwischen den Geschlechtern und das Gender Mainstreaming, welches er kritisch betrachtet, obgleich er aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich stammt.

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Historie der Vertreibung – Teil 2: 1947/48 – „Al Nakba“ – „Die Katastrophe“ / „Israelischer Unabhängigkeitskrieg“

Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina: 1947/48 – „Die Katastrophe“

„Al Nakba“ / Israelischer Unabhängigkeitskrieg

Am 14. Mai 1948 lief das britische Mandat aus und Zionisten erklärten den Staat Israel als geboren.

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Der Mythos der nationalen israelischen Geschichtsschreibung besagt, dass 1947, nachdem die Vereinten Nationen endlich dem jüdischen Volk (oder Religionsgemeinschaft) das Recht auf einen eigenen Staat zugesprochen hatten, die arabischen Armeen angegriffen hätten, mit der Absicht diesen unerfahrenen Staat, diese junge jüdische Gemeinde zu zerstören. Und das nur wenige Jahre nach dem Holocaust durch die Nationalsozialisten.

Jedoch waren die zionistischen Kräfte, die sogenannte Hagana, die Palmach, angeblich auf unerklärliche Weise in der Lage gewesen sämtliche arabischen Armeen zurückzuschlagen, die Palästinenser zu besiegen und zwischen dem Ende von 1947 und 1948 fast 80% des Landes zu erobern, über 530 palästinensische Gemeinden und Dörfer zu zerstören, einschließlich Schulen und Moscheen, Kirchen und Wohnhäusern und eine Dreiviertel Million Menschen ins Exil zu schicken, in einer Zeitspanne von nur 12 Monaten.

Wie waren sie dazu in der Lage gewesen, während sie gleichzeitig von Außen durch gewaltige Armeen angegriffen wurden?

Der jüdische Israeli Miko Peled, Sohn des israelischen Generals Mattityahu Peled, welcher 1947 persönlich als einer der zionistischen Milizionäre an der ursprünglichen Landnahme teilgenommen hatte und eine bekannte israelische Persönlichkeit war, berichtet Folgendes über das was sich in den persönlichen Erzählungen, aber auch den militärischen Protokollen aus der damaligen Zeit findet:

„Wenn man die Fakten betrachtet, realisiert man, dass die jüdische Gemeinde, die zionistische Bevölkerung im historischen Palästina um 1947, bereits über eine beträcht-liche Militärmacht verfügte. Sie hatte eine bewaffnete Streitmacht von fast 40,000 Mann. Gut ausgebildet und gründlich indoktriniert. Mein Vater war einer von ihnen.

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Es gab kein Äquivalent auf der palästinensischen Seite. Die Palästinenser hatten niemals über eine militärische Streitmacht verfügt. Und die arabischen Armeen der umliegenden Nationen beteiligten sich nicht an diesem Krieg bis zum Mai 1948. Der Krieg war bis zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Monate in Gang gewesen und die ethnische Säuberung des Landes hatte bereits stattgefunden. Die militärische Zielsetzung der Zionisten war klar: So viel Land wie möglich einzunehmen und so viele Palästinenser wie möglich loszuwerden.“

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Der israelische Entstehungsmythos ist leicht zu recherchieren und aufzudecken, wenn man nicht der offiziellen nationalen Geschichtsschreibung der Sieger dieses Konfliktes Folge leisten möchte.

Dieser Ablauf der Ereignisse findet sich auch in den Erzählungen der vertriebenen Palästinenser, die sich von den umliegenden arabischen Nationen zunächst im Stich gelassen gefühlt hatten.

Die israelische Geschichtsschreibung, der Revisionismus der Siegermacht, hält keiner näheren Betrachtung stand.

Das Ende des zweiten Weltkrieges und die Ereignisse des Holocaust wurden benutzt um eine ethnische Säuberung und illegale Landnahme bis heute zu rechtfertigen.

1948 war das Jahr eines unfassbaren Verbrechens. Eine fast wehrlose Bevölkerung von Ziegenhirten und Olivenfarmern, bis heute ohne eine eigene militärische Streitmacht, wurde aus ihrer Heimat vertrieben.

13,000 Palästinenser wurden von zionistischen Streitkräften ermordet, 750.000 Menschen wurden zu Flüchtlingen.

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Es wurden über 530 Gemeinden und Dörfer in diesem Land, die mitunter für Jahrhunderte existiert hatten, dem Erdboden gleichgemacht. Dies war ein Verbrechen wider die Menschlichkeit, verursacht durch eine weit überlegene Streitkraft.

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In diesem Zeitraum haben etliche Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung stattgefunden. Dies war der Höhepunkt der zionistischen ethnischen Säuberung des Landes von der einheimischen arabischen Bevölkerung.

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Die Palästinenser sprechen von diesem Jahr als „Al Nakba“ – „Die Katastrophe“.

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Ein Augenzeuge berichtet dazu Folgendes:

Okkupiertes Westjordanland – Mohammed al-Saghir Abu Sharar war 37 Jahre alt als die Hagana und andere zionistische Milizen al-Dawayema 1948 angriffen, ein Dorf das sich 18 Kilometer nordwestlich von Hebron (Al-Khalil) befindet.

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Mohammeds Augenzeugenbericht wurde bestätigt durch israelische Historiker und Forscher, die sich deklassifizierter Archive der israelischen Armee bedienten und Veteranen zu den damaligen Vorgängen befragten.

Aharon Zisling, Israels erster Minister für Landwirtschaft, verglich das Massaker (Codename „Operation Yo´av“) mit den Verbrechen der Nationalsozialisten.

Als sie kamen, fingen sie damit an die zivile Bevölkerung en masse zu töten, Männer, Frauen und Kinder,“ erinnert sich Mohammed, heute fast 100 Jahre alt. „Sie töteten jeden den sie sahen. Sie schlugen Kindern die Köpfe ein und schnitten Frauen die Bäuche mit ihren Bayonetten auf.

Sie vergewaltigten sogar einige der Frauen, bevor sie sie ermordeten.“

Mohammed sagte eines der blutigsten Kapitel dieses Tages fand in der Moschee statt.

Es war Freitag und viele der Älteren waren bereits zum Gebet in die örtliche Moschee gegangen,“ erinnert er sich. „Etwa 2 Stunden vor dem Gebet, um 10 Uhr oder 10 Uhr 30, fuhren einige Fahrzeuge mit Schützen vor. Sie deckten alles und jeden mit Kugeln ein und töteten sämtliche 75 Älteren die anwesend waren. Nicht ein Einziger überlebte,“

fügt er hinzu. „Dann begannen sie damit in die Häuser einzudringen, ganze Familien umzubringen. Die Ermordungen zwangen die Menschen nach Osten zu fliehen. Aber die Männer der Hagana verfolgten die flüchtenden Zivilisten und töteten weitere von ihnen.“

Mohammed sagte auch das Dutzende der flüchtenden Familien Zuflucht in einer großen Höhle namens „Turel Zagh“ gesucht hatten:

Die Juden sagten ihnen das sie herauskommen, sich in einer Reihe aufstellen und zu gehen beginnen sollten.

Und als sie zu gehen begannen, wurden sie durch Maschinengewehrfeuer von beiden Seiten niedergemäht.

Eine Frau, die Ehefrau von Mir´ie Freih, überlebte das Massaker, indem sie sich totstellte.“

Die Opfer wurden nach seiner Aussage in einem örtlichen Brunnen beigesetzt.

Der israelische Historiker Benny Morris befragte einige Teilnehmer des Massakers, die ihm berichteten das etwa 80 bis 100 Menschen, einschließlich Frauen und Kindern, „von der ersten Welle der Eroberer“ getötet worden waren.

1984 interviewte ein israelischer Journalist den früheren Dorfältesten von al-Dawayema, Hasan Mahmoud Ihdeib, und brachte ihn zum Schauplatz des Massakers zurück.

Ihdeib erzählte ihm von den in der Moschee getöten Menschen und dem Massaker an den Familien bei der Höhle und zeigte ihm auch die Zisterne in der die Körper beigesetzt worden waren. Einige Tage später brachte der israelische Journalist Arbeiter mit sich, die gruben und Knochen sowie Schädel darin fanden.

1955 wurde die jüdische Siedlung Amatzy auf den Ruinen al-Dawayemas errichtet.

Als Mohammed abschliessend gefragt wurde ob er eine Kompensation für sein verlorenes Eigentum haben wolle, erwiderte er:

Dies ist nicht eine Angelegenheit von Besitz oder Kompensation. Dies ist mein Land, meine Geschichte, mein Zuhause, meine Kindheitserinnerungen. Meine Vorväter und -mütter liegen hier begraben. Würden Sie, um alles Geld in der Welt, um das Grab ihres Vaters verhandeln?“

 

Die Resolution 194 der Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde am 11.12.1948, kurz vor dem Ende des Palästinakrieges, verabschiedet.

Die Zustimmung zur Resolution 194 durch Israel war eine Bedingung für die Aufnahme Israels in die Vereinten Nationen und wurde dementsprechend sehr schnell von der israelischen Regierung akzeptiert.

Sie wurde bisher jedoch komplett von ihr ignoriert.

Artikel 11 der Resolution 194 (Rückkehr von Flüchtlingen) wurde seit Ende der 1960er Jahre zunehmend von denen zitiert, die den Artikel als Basis des Rückkehrrechts palästinensischer Flüchtlinge sehen.

Israel hat sich gegen diese Auslegung gewandt und darauf hingewiesen das der Text lediglich feststellt, den Flüchtlingen „sollte erlaubt werden“ zum „frühest möglichen Termin“ in ihre Heimat zurückzukehren und das diese „Empfehlung“ sich nur auf jene bezieht, die „es wünschen, (…) in Frieden mit ihren Nachbarn zusammen zu leben“.

Fast 80%, nicht etwa die ursprünglich durch Fremdmächte angebotenen 55%, des historischen Palästina wurden zwischen 1948 und 1949 erobert. Die verbliebenen 22 Prozent, die Westbank, zu deutsch Westjordanland, im Osten des Landes (so genannt weil sie am Westufer des Flusses Jordan, an der Grenze zu Jordanien verläuft) und der Gazastreifen im Westen des Landes wurden den Palästinensern überlassen, die nicht in Flüchtlingslager in den Nachbar-ländern im Norden, Osten und Süden des Landes vertrieben worden (Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten) oder vor zionistischen Kräften geflohen waren.

In den restlichen 78% ihrer ursprünglichen Heimat fanden sich zum damaligen Zeitpunkt fast keine Palästinenser mehr. Es hatte eine ethnische Säuberung stattgefunden.

David Ben-Gurion, der erste Premierminister Israels, hielt in seinen öffentlich zugänglichen Tagebüchern bezüglich der Landnahme durch zionistische Kräfte 1947 fest: „Jeder Angriff soll ein entscheidender Schlag sein, der in der Zerstörung von Wohnhäusern und der Vertreibung der Bevölkerung resultiert.“

Die verbliebenen Palästinenser im Israeligebiet erhielten zwar die israelische Staatsbürgerschaft, standen aber unter einer besonderen Rechtssprechung, dem harten Militärrecht. In dem Zeitraum bis 1967 fanden erneut mehrere Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung statt.

Als eine Regierung, die britische, das Land eines Volkes, das der Palästinenser, einem zweiten Volk, dem jüdischen, 1917 in der Balfour-Deklaration zugesprochen hatte, ohne eines der betroffenen drei Völker dazu zu befragen, wurde von Großbritannien auch gefordert, dass bei der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk, wie in der obenstehenden Balfour-Deklaration festgehalten wurde „Nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.“

Als das britische Mandat 1947 abgelaufen war, zogen die Briten sich nach und nach zurück und gaben ihre Kolonialherrschaft auf.

Daraufhin haben die 40.000 Mann starken jüdischen Milizen der Hagana und Palmach eine gewaltsame ethnische Säuberung an der eingeborenen Bevölkerung betrieben, welche in historischen Dokumenten unabhängiger Beobachter wie der UN, den Berichten von israelischen Generälen und Augenzeugen auf beiden Seiten gut dokumentiert ist und ein halbes Jahr später dann drei arabische Armeen der umliegenden Länder besiegt, die ihrer Militärmacht Nichts entgegenzusetzen hatten.

Nach einer ethnischen Säuberung einer arabischen Bevölkerung und Krieg durch den neu geschaffenen Staat Israel wurden in den unmittelbar darauf folgenden Jahren ´48 bis ´51 jüdische Menschen aus den umliegenden arabischen Nationen vertrieben.

Wo haben sich diese Vertriebenen aus den Israel umgebenden arabischen Ländern dann angesiedelt? Sie haben in Israel Land erhalten, Land das vor ihrer eigenen Vertreibung den Palästinensern geraubt worden war.

Dies hat dem Wachstum der Bevölkerung Israels noch gedient, welches der Verursacher und einzige Nutzniesser dieser weiteren Tragödie war. Riesige jüdische Bevölkerungen die wie die Palästinenser seit einem Dreivierteljahrhundert in Flüchtlingslagern leben müssen, sind nicht bekannt. Ebenso keine 7 Millionen heute registrierten Flüchtlinge.

Diese Palästinenser fordern ein Rückkehrrecht, da sie keine Heimat mehr haben.

Dieses Recht auf Rückkehr, das durch die Vereinten Nationen von Israel sogar als Beitrit-tsbedingung gefordert und seither komplett ignoriert wurde, mit der nach der Nakba vert-riebenen jüdischen Bevölkerung, die in Israel das Land und die Häuser dieser vertriebenen Menschen erhalten hat, gleichzusetzen, halte ich für im höchsten Maße unzulässig.

Die UN forderte kein Rückkehrrecht dieser jüdischen Bevölkerung aus den umliegenden arabischen Nationen, da sie die Vorgänge hier sehr genau beobachtet hat. Diese Menschen haben das Land und die Häuser der vertriebenen Palästinenser erhalten.

1949 hiess die UN den Staat Israel als Mitgliedsstaat willkommen.
Der versprochene palästinensische Staat wurde seither jedoch nie realisiert oder anerkannt.

 

Vortrag von Miko Peled, Sohn des israelischen General Matityahu Peled, welcher 1947/´48 an der ursprünglichen Landnahme persönlich als Milizonär teilgenommen hatte, über die Wahrheit bezüglich der ethnischen Säuberung Palästinas:

Siehe Youtube: „Miko Peled Wahrheit über Israel“

Israel – Verantwortung und Mitverantwortung

Als der Sohn und Nachkomme von Flüchtlingen, Vertriebenen, Unterdrückten und Ermordeten in meiner eigenen Familiengeschichte und mit Verwandten welche diese Dinge in diesem Moment vor Ort erleben, mache ich die Unterstützer der aktuellen und vergangenen Politik des Staates Israel, so lange sie nicht eine hilfreichere Form der Unterstützung finden, in ihrer bedingungslosen Solidarisierung und politischen Arbeit persönlich für eine Vielzahl von Verbrechen gegen die Menschlichkeit mitverantwortlich.

Für Bomben auf Kinder, für die Verhaftung und Misshandlung von Kindern, für die Misshandlung von Frauen, für ethnische Säuberungen mit Massakern und Vergewaltigungen, Plünderungen, Vertreibung, Unterdrückung, Diskriminierung, Rassismus, Ausbeutung von Ressourcen und Arbeitskraft, offensichtliche Apartheid, staatlichen und militärischen Terrorismus und viele, viele weitere Dinge welche ich in meinen vorausgehenden Artikeln angesprochen habe und die von sämtlichen Menschenrechtsorganisationen und der UNO kritisiert werden, aber ganz besonders für die Versuche mancher die hiesige deutsche Bevölkerung zu zensieren und mundtot zu machen, aus selbstdienlichen Zwecken, durch den Missbrauch des Holocaust als Deutscher, in Form von unpassenden und zweckentfremdeten Antisemitismusvorwürfen.

Es leben heute etwa 6 Mio. Israelis in diesem Land. Etwa 4 Mio. Palästinenser leben im Westjordanland und in Gaza, weitere etwa 2 Mio. im Rest des Landes als Bürger zweiter Klasse, mit diskriminierenden Sondergesetzen. Besatzung und Besiedlung, Belagerung und Krieg prägen das Leben der palästinensischen Bevölkerung in Israel.

Zusätzlich warten mehr als 7 Millionen palästinensische Flüchtlinge und Vertriebene, Exilanten sowie deren Nachkommen in den umliegenden Ländern und auf der ganzen Welt auf ihr Rückkehrrecht in ihre Heimat. Die Situation der durch zionistische Gewalt Vertriebenen in den Flüchtlingslagern, die ausserhalb des Landes auf ihr Rückkehrrecht warten, ist ein ebenso menschenunwürdiger Zustand. Dies wird von vielen Menschenrechtsorganisationen und der UNO zu Recht als eine humanitäre Katastrophe angesehen.

Für diese Dinge muss ich die Befürworter dieser Politik mitverantwortlich machen. Wir sollten auf der selben Seite stehen. Auf der Seite der Unterdrückten, nicht auf der der Unterdrücker. Auf der Seite der Besetzten, nicht der der Besatzer. Auf der Seite der Vertriebenen, nicht auf der der Vertreiber. Auf der Seite der tatsächlichen und hauptsächlichen Opfer dieses Konfliktes, wie die Zahlen und Fakten belegen, von denen radikalisierte Elemente jedoch auch viele Dinge getan haben die abzulehnen sind. Und dann versuchen für beide Seiten Verständnis und reelle Hilfen anzubieten.

Leider trifft ein Teil der Verantwortung auch diejenigen die zu diesen Dingen schweigen oder Wegschauen, im selben Maße wie die Verantwortung für das Schweigen und Wegschauen einer Bevölkerung sie zu allen Zeiten betroffen hat.

Ich stehe auf der Seite von jüdischen Holocaust-Überlebenden und deren Nachkommen, die vor einer Wiederholung der Geschichte warnen. Auf der Seite von Menschen wie Kofi Annan und Nelson Mandela. Auf der Seite von Unicef und der UNO. Von Menschen-, Frauen- und Kinderrechtsorganisationen überall auf der Welt. Manch anderer stellt sich auf die Seite des Zionismus, einer nationalistischen politischen Ideologie, die 1975 durch die Resolution 3379 der Vereinten Nationen als eine Form des Rassismus bezeichnet wurde. Es genügt ein Blick auf die Aussagen berühmter Zionisten durch die Jahrhunderte oder auf Zitate israelischer Politiker in den letzten Jahrzehnten. Israel hat seine Teilnahme an der Madrider Friedenskonferenz 1991 von der Rücknahme dieser Resolution abhängig gemacht und sie wurde zurückgenommen.

Im 19. Jahrhundert, mit der Ausbreitung des Antisemitismus, des Rationalismus und des nationalen Bewusstseins in Europa, entstanden mehrere Gruppierungen, die in der Gründung eines eigenen Staates eine Lösung für die Probleme der jüdischen Bevölkerung sahen. Die Zionismus-Bewegung ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Denkweisen, Interpretationen und Ideale. Gemeinsam war ihnen die Auffassung, ein Staat Israel sei nicht nur die Beendigung der Flucht vor Antisemitismus, sondern vor allem auch eine Selbstverwirklichung. 1862 veröffentlichte der deutsche orthodoxe Rabbiner Zwi Hirsch Kalischer die Schrift „Drischat Zion“. Darin schreibt er, die Erlösung der Juden und die erhoffte Rückkehr in ihre Heimat könnten nur durch Eigeninitiative und Selbsthilfe erreichbar sein. Das war der entscheidende Anstoß für die Gründung des religiösen Zionismus. Orthodoxe Juden wiederum sahen in den Zionisten abtrünnige Ketzer, die sich gegen das von Gott verfügte jüdische Exil auflehnten und sich selbst erlösen wollten, statt auf die Ankunft des Messias zu warten.

Entscheidend für den Erfolg der Bewegung war die Entstehung des politischen Judentums. Kopf dieser Gruppe und der gesamten Bewegung wurde der Wiener Journalist Theodor Herzl. Er vertrat den Standpunkt das die Juden trotz Integrationsbemühungen bis zur Selbstaufgabe immer noch als Fremde angesehen wurden. 1897 organisierte Herzl den ersten Zionistischen Kongress. Delegierte aus ganz Europa kamen auf seine Einladung hin nach Basel. Herzl einte sie und formte eine gemeinsame Bewegung.

Viele Jahre vergingen, nicht ohne große Diskussionen und Streitigkeiten. Es wurde intensiv diskutiert, ob die Juden auch in einem anderen Land als in Palästina einen eigenen Staat gründen sollten oder könnten. Nicht weniger als 33 mögliche Lösungen wurden vorgeschlagen. Vor allem die Vorschläge den Staat in den freien Flächen in Argentinien oder Uganda zu gründen, schlugen die höchsten Wellen. Der pragmatische Herzl und der politische Zionismus waren dafür, erlitten aber beim 6. Zionistischen Kongress 1903 eine Abstimmungsniederlage. Schließlich beschlossen die Vereinten Nationen, 50 Jahre nach dem ersten Zionistischen Kongress, die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina kurz nach den Ereignissen und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die Ereignisse im Dritten Reich haben eine Machtergreifung und Durchsetzung der politischen Ideologie des Zionismus ermöglicht. Doch merkt man nicht das man sich in mancher Hinsicht einer ähnlichen Argumentation bedient wie einst Hitler? Lebensraum. Existenzangst. Die Bedrohung einer Rasse. Nationalismus. Isolation. Die Notwendigkeit von Gewalt um den Fortbestand einer Rasse zu sichern. Die Überlegenheit einer Rasse. Ein auserwähltes Volk. Die Bezeichnung anderer Völker als Nicht-Menschen. Groß–Deutschland / Eretz–Israel. Dies ist eine autoritäre Ideologie. Es folgen in dieser Argumentation nur noch Lebensraumerweiterung, die auch schon nach Ägypten und in den Libanon hinein versucht wurde und die täglich stattfindet ins Gebiet der Palästinenser und im schlimmsten Fall irgendwann vielleicht auch eine Lösung des Problems des störenden Volkes, wie es schon häufig durch führende Zionisten gefordert wurde.

Und Krieg gegen andere Völker und fremden Kulturen ist üblicherweise die einzige, letzte Konsequenz einer solchen nationalistischen Ideologie. Was glaubt man was dann mit den störenden Eingeborenen passiert? Dies wird auch der Untergang dieser Nation sein, vielleicht der Untergang der ganzen Welt im Nuklearzeitalter. Menschen die einer solchen Ideologie folgen hassen ihr früheres Opfersein. Und so identifizieren sie sich mit Stärke. Ihnen muss geholfen werden.
Hier muss man noch einmal betonen: Es gibt arabische, afrikanische und europäische Juden. Nur manche Juden sind Zionisten. Nur manche Israelis sind Zionisten. Nur manche Israelis sind Juden. Dies ist kein jüdisches Problem. Es ist eine problematische, nationalistische und religiös begründete politische Ideologie, wie es sie viele gibt. Eine Weltanschauung mit einem bestimmten Welt- und Menschenbild.

Es genügt völlig, sorgfältig über einen Zeitraum von 150 Jahren hinweg die Aussagen führender Zionisten und ihrer Organe zur Kenntnis zu nehmen. Der Betrachter sollte jedoch dabei bedenken das der Zionismus nur eine politische Richtung des Judentums ist, die nicht mit dem Judentum insgesamt gleichgesetzt werden darf. Bezüglich „Judentum“ muß man unterscheiden, ob es sich nur auf das Alte Testament (orthodoxe Juden, die sich vielfach gegen den Zionismus positionieren) oder auch auf andere Schriften stützt. Stützt es sich auch auf den Talmud und auch auf die Kabbalah, dann handelt es sich um die geistig-okkulte Grundlage des Zionismus, kommen noch politische Aktivitäten dazu, spricht man von Zionismus.

Wie Hitler verwechselt mancher die Ideologie des Zionismus mit dem jüdischen Volk. So wie die Ideologie des Nationalsozialismus von vielen weltweit noch immer mit dem deutschen Volk verwechselt wird. Ich mache hier eine deutliche Unterscheidung. Kein einziger Mensch, aber eine Ideologie der Angst und der Allmachtsphantasien ist es, die problematisch ist. Eine autoritäre Struktur. Keine Menschen, sondern solche Strukturen gilt es zu überwinden. Die Verantwortung für die Missstände in der israelischen Politik sehe ich in der Ideologie des Zionismus begründet. Mitverantwortlich sind ihre Anhänger, wobei viele mit Sicherheit nur die besten Absichten hatten und haben, doch die Frucht dieser Saat kann jeder sehen der auch hinschaut. Eine nationalistische Saat. Die zu Isolation, Krieg, Gewalt gegen andere und Rassismus führt.

Halten wir es in der westlichen Welt nicht üblicherweise für ein Zeichen einer besonders liberalen Demokratie Minderheiten zu schützen, Flüchtlingen zu helfen, Integration zu ermöglichen, ein multikulturelles Zusammenleben zu erfahren, anstatt zu versuchen eine Nation ethnisch möglichst homogen zu halten? Ist dies nicht fragwürdig für eine Demokratie? Viele Politiker Israels argumentieren bezüglich des Rückkehrrechts der Palästinenser, oder der Einwanderung afrikanischer Asylsuchender, damit, dass diese Dinge zuzulassen den jüdischen Staat, mit nur 6 Mio. Menschen Bevölkerung, in seiner jüdischen Homogenität zerstören würde. Die Frage die ich mir stelle ist, ob im Jahr 2015 eine westliche Demokratie die Teil der internationalen Staatengemeinschaft der Vereinten Nationen ist, noch einen Anspruch an eine rassische oder völkische Reinheit oder starke Mehrheit innerhalb ihrer Grenzen stellen darf oder sollte. Erstrebenswert sind heutzutage doch eher Internationalität und die Anerkennung der unvermeidlichen Vermischung der Völker. Ich bin mir nicht sicher wie lange so ein Anspruch aufrechterhaltbar ist. Persönlich habe ich eher den starken Eindruck ein solches Verhalten gefährdet diese Bevölkerung stärker als die Integration und Vermischung in anderen westlichen Demokratien. Reellen Demokratien, nicht nur nach innen ihrer europäischstämmigen, jüdischen Bevölkerung gegenüber.

Mancher hat sich vielleicht nach der lobenswerten gründlichen Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten mit dem solidarisiert, was sie oder er als den „Überlebenskampf der Opfer“ identifiziert hat: Den Zionismus. Eine nationalistische und rassistische politische Ideologie. Besser wären demokratische Prinzipien.

Der Zionismus hatte der jüdischstämmigen Bevölkerung Sicherheit versprochen. Inzwischen ist dies zu einer Farce geworden. Tatsächlich ist der Zionismus heute die größte Bedrohung für das Judentum. Nirgends waren jüdische Menschen unsicherer als im eigenen Land, tendenziell auch als Kollektiv wenn es wieder hoch hergeht im regionalen Krieg, wie Professor Moshe Zuckermann, jüdischer Israeli und Professor der Soziologe an der Universität Tel Aviv richtig festhält (siehe Artikel über die deutsche Linke oder sekundären Antisemitismus). Er appelliert an die Angesprochenen, sie schaden der Sicherheit des jüdischen Volkes und der Entwicklung zu einer reellen, gleichberechtigten Demokratie enorm, indem sie den Staat Israel in jedweder Politik bedingungslos noch bestärken.

Aber auch für all das was als weitere Konsequenz dieser nationalistischen Ideologie, den sich daraus ableitenden Allmachtsansprüchen und der daraus resultierenden Politik folgen könnte, für das israelische Volk, die Palästinenser und die ganze Welt, muss ich die Unterstützer dieser nationalistischen Politik mitverantwortlich machen. Derjenige der hier die Ideale vieler vertritt die sich für Humanisten halten, bin ich. Derjenige der ein Teil des Problems, statt seiner Lösung ist, sind bedingungslose Unterstützer der aktuellen Politik des Staates Israel. Bedingungslose Solidarität stellt überhaupt keine Hilfe dar und gleicht einem Kadavergehorsam. Wenn ich jemanden liebe, dann helfe ich ihm auch mit Anregungen und Kritik.

Meine Inhalte stehen für sich, wie ich schon sagte, weil ich versuche mich strikt an die Sachlage zu halten. Die Wahrheit ist immer einfach, unmissverständlich und kann für sich alleine stehen. Sie braucht keine Rechtfertigungen und Ausreden, ein Konzept das manchem Befürworter fragwürdiger Politik neu sein dürfte.

Verkompliziert wird die Auseinandersetzung allein durch die unehrliche Art und Weise auf die sie geführt wird. Diejenigen die sagen man vereinfache die Dinge und dieses Thema wäre viel zu komplex um offenkundige Missstände anzuprangern, tun dies allein zum Schutze ihrer Ideologie. Unrecht ist immer sofort als solches erkennbar. Die Augen davor zu verschliessen was in bestimmten Lagern geschieht oder geschehen ist, ist ein Verbrechen das keiner Wiederholung bedarf. Man sollte daraus lernen. Man sollte auf die Warnungen vieler Holocaust-Überlebender hören: Was dort geschieht erinnert an den Faschismus. Siehe hierzu auch mein Artikel über Dr. Hajo Meyer, ein Auschwitz-Überlebender und seine Warnung.

In diesem 1-minütigen Video sieht man bereits in den ersten Momenten den Umgang des israelischen Militärs mit einem palästinensischen Demonstranten dessen Augen verbunden und Hände gefesselt sind. Auch für diesen Vorfall und die Systematik in der Vorgehensweise der Besatzungspolitik solches Verhalten betreffend, siehe mein Artikel über Traumatisierung und Radikalisierung sowie die Videointerviews dort, muss ich die Unterstützer solcher Dinge leider mitverantwortlich machen. Dies ist nicht zu rechtfertigen. Unrecht ist immer sofort als solches erkennbar.

Abschliessend möchte ich sagen das ich es als verständlich empfinde, wenn Menschen einer Ideologie folgen. Ein jeder versucht nur das Richtige zu tun. Auch bezweifle ich das irgendjemand, oder vielleicht nur die Wenigsten, gerne für solche Dinge verantwortlich zeichnen würden wie die oben genannten. Oder gar überhaupt darum wissen. Ich habe Verständnis. Was ich mir wünschen würde, wäre seine Unterstützung in einer bewussteren, informierteren Form auszuüben. Der Staat Israel hat jede Unterstützung verdient eine reelle Demokratie zu werden, frei von Nationalismus und Apartheid.