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KOSTENLOS! Neues Buch zum Nahostkonflikt Israel / Palästina

KOSTENLOSE VERSION meines neuen Buches zum Nahostkonflikt Israel-Palästina NUR FÜR KURZE ZEIT hier online zu lesen!

Bezüglich der Veröffentlichung meines neuen Buches habe ich mich dazu entschieden dieses zunächst vorübergehend kostenlos hier als PDF anzubieten. Link zum Buch:

https://www.dropbox.com/s/2awzxzlunx5v7yg/Buch%20-%20Israel%2C%20mein%20Israel%20-%20Robert%20Raoul%20Alggad.pdf?dl=0Buch.jpg

Wen mein neues Buch, welches im Handel etwa 20 Euro kosten wird, bereits jetzt interessiert, der kann es für kurze Zeit hier gratis sofort lesen.

300 Seiten, viele Abbildungen und Links zu Quellen.

Titel: „Israel, mein Israel – Ein Appell – Der Nahostkonflikt aus deutsch-palästinensischer Perspektive“

Aktuell befinde ich mich auf der Suche nach einem passenden Verlag. Auch Buchhändler dürfen mir gerne schreiben, ich biete das Buch auch gedruckt günstig in größeren Mengen an. Siehe Buch.

Bitte helft bei der Verbreitung dieses brisanten und sehr relevanten Materials, teilt das Buch mit Freunden und Bekannten, postet vielleicht Beiträge dazu, falls ihr diese Botschaft wichtig findet. Teilt diesen Beitrag bitte auch in die Gruppen hinein.

Auf meiner Seite werde ich darüber berichten welche Hilfsprojekte ich mit den Spenden fördere und aufbaue. Dort findet sich auch ein von mir erstelltes Video mit bereits erfolgreichen Hilfsaktionen in Gaza der Organisation Palästinensische Stimme Berlin, verlinkt am Ende des PDF.

Über das Buch:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen von Herzen kommenden Appell – einen Appell an die israelische, an die palästinensische und im Besonderen auch an die deutsche Bevölkerung.

Es fordert mehr Ehrlichkeit in der Auseinandersetzung mit der Thematik, mehr Menschlichkeit in der Begegnung, mehr Offenheit im Dialog – und einen echten Austausch, sowie reelle Begegnung.

Den ersten Teil des Buches macht ein kurzer und schonungsloser historischer Abriss aus, der mit einer Vielzahl von Mythen um die Entstehung des israelischen Staates aufräumt.

Es folgen eine Reihe von Artikeln, die verschiedene relevante Aspekte des Nahostkonfliktes aus deutsch-palästinensischer Perspektive näher beleuchten.

Der Abschluss unternimmt den Versuch eines Lösungsvorschlages für diesen brisanten Konflikt.

Ein mutiges und ergreifendes Porträt des Überlebenskampfes zweier Völker und ein Plädoyer für einen Frieden durch die gegenseitige Anerkennung und einen offenen Dialog.

Über den Autor:

Robert Raoul Alggad ist Deutsch-Palästinenser, lebt und arbeitet als Autor und freischaffender Journalist, Blogger und Youtuber in Berlin. Er ist Jugenderzieher und Englischübersetzer und neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Lifecoach im Bereich Persönlichkeits-entwicklung / Lebenshilfe tätig.

Seine Themen umfassen neben politischen und sozialen Schwerpunkten insbesondere den Nahostkonflikt, aber auch die Dynamik zwischen den Geschlechtern und das Gender Mainstreaming, welches er kritisch betrachtet, obgleich er aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich stammt.

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Israel – Verantwortung und Mitverantwortung

Als der Sohn und Nachkomme von Flüchtlingen, Vertriebenen, Unterdrückten und Ermordeten in meiner eigenen Familiengeschichte und mit Verwandten welche diese Dinge in diesem Moment vor Ort erleben, mache ich die Unterstützer der aktuellen und vergangenen Politik des Staates Israel, so lange sie nicht eine hilfreichere Form der Unterstützung finden, in ihrer bedingungslosen Solidarisierung und politischen Arbeit persönlich für eine Vielzahl von Verbrechen gegen die Menschlichkeit mitverantwortlich.

Für Bomben auf Kinder, für die Verhaftung und Misshandlung von Kindern, für die Misshandlung von Frauen, für ethnische Säuberungen mit Massakern und Vergewaltigungen, Plünderungen, Vertreibung, Unterdrückung, Diskriminierung, Rassismus, Ausbeutung von Ressourcen und Arbeitskraft, offensichtliche Apartheid, staatlichen und militärischen Terrorismus und viele, viele weitere Dinge welche ich in meinen vorausgehenden Artikeln angesprochen habe und die von sämtlichen Menschenrechtsorganisationen und der UNO kritisiert werden, aber ganz besonders für die Versuche mancher die hiesige deutsche Bevölkerung zu zensieren und mundtot zu machen, aus selbstdienlichen Zwecken, durch den Missbrauch des Holocaust als Deutscher, in Form von unpassenden und zweckentfremdeten Antisemitismusvorwürfen.

Es leben heute etwa 6 Mio. Israelis in diesem Land. Etwa 4 Mio. Palästinenser leben im Westjordanland und in Gaza, weitere etwa 2 Mio. im Rest des Landes als Bürger zweiter Klasse, mit diskriminierenden Sondergesetzen. Besatzung und Besiedlung, Belagerung und Krieg prägen das Leben der palästinensischen Bevölkerung in Israel.

Zusätzlich warten mehr als 7 Millionen palästinensische Flüchtlinge und Vertriebene, Exilanten sowie deren Nachkommen in den umliegenden Ländern und auf der ganzen Welt auf ihr Rückkehrrecht in ihre Heimat. Die Situation der durch zionistische Gewalt Vertriebenen in den Flüchtlingslagern, die ausserhalb des Landes auf ihr Rückkehrrecht warten, ist ein ebenso menschenunwürdiger Zustand. Dies wird von vielen Menschenrechtsorganisationen und der UNO zu Recht als eine humanitäre Katastrophe angesehen.

Für diese Dinge muss ich die Befürworter dieser Politik mitverantwortlich machen. Wir sollten auf der selben Seite stehen. Auf der Seite der Unterdrückten, nicht auf der der Unterdrücker. Auf der Seite der Besetzten, nicht der der Besatzer. Auf der Seite der Vertriebenen, nicht auf der der Vertreiber. Auf der Seite der tatsächlichen und hauptsächlichen Opfer dieses Konfliktes, wie die Zahlen und Fakten belegen, von denen radikalisierte Elemente jedoch auch viele Dinge getan haben die abzulehnen sind. Und dann versuchen für beide Seiten Verständnis und reelle Hilfen anzubieten.

Leider trifft ein Teil der Verantwortung auch diejenigen die zu diesen Dingen schweigen oder Wegschauen, im selben Maße wie die Verantwortung für das Schweigen und Wegschauen einer Bevölkerung sie zu allen Zeiten betroffen hat.

Ich stehe auf der Seite von jüdischen Holocaust-Überlebenden und deren Nachkommen, die vor einer Wiederholung der Geschichte warnen. Auf der Seite von Menschen wie Kofi Annan und Nelson Mandela. Auf der Seite von Unicef und der UNO. Von Menschen-, Frauen- und Kinderrechtsorganisationen überall auf der Welt. Manch anderer stellt sich auf die Seite des Zionismus, einer nationalistischen politischen Ideologie, die 1975 durch die Resolution 3379 der Vereinten Nationen als eine Form des Rassismus bezeichnet wurde. Es genügt ein Blick auf die Aussagen berühmter Zionisten durch die Jahrhunderte oder auf Zitate israelischer Politiker in den letzten Jahrzehnten. Israel hat seine Teilnahme an der Madrider Friedenskonferenz 1991 von der Rücknahme dieser Resolution abhängig gemacht und sie wurde zurückgenommen.

Im 19. Jahrhundert, mit der Ausbreitung des Antisemitismus, des Rationalismus und des nationalen Bewusstseins in Europa, entstanden mehrere Gruppierungen, die in der Gründung eines eigenen Staates eine Lösung für die Probleme der jüdischen Bevölkerung sahen. Die Zionismus-Bewegung ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Denkweisen, Interpretationen und Ideale. Gemeinsam war ihnen die Auffassung, ein Staat Israel sei nicht nur die Beendigung der Flucht vor Antisemitismus, sondern vor allem auch eine Selbstverwirklichung. 1862 veröffentlichte der deutsche orthodoxe Rabbiner Zwi Hirsch Kalischer die Schrift „Drischat Zion“. Darin schreibt er, die Erlösung der Juden und die erhoffte Rückkehr in ihre Heimat könnten nur durch Eigeninitiative und Selbsthilfe erreichbar sein. Das war der entscheidende Anstoß für die Gründung des religiösen Zionismus. Orthodoxe Juden wiederum sahen in den Zionisten abtrünnige Ketzer, die sich gegen das von Gott verfügte jüdische Exil auflehnten und sich selbst erlösen wollten, statt auf die Ankunft des Messias zu warten.

Entscheidend für den Erfolg der Bewegung war die Entstehung des politischen Judentums. Kopf dieser Gruppe und der gesamten Bewegung wurde der Wiener Journalist Theodor Herzl. Er vertrat den Standpunkt das die Juden trotz Integrationsbemühungen bis zur Selbstaufgabe immer noch als Fremde angesehen wurden. 1897 organisierte Herzl den ersten Zionistischen Kongress. Delegierte aus ganz Europa kamen auf seine Einladung hin nach Basel. Herzl einte sie und formte eine gemeinsame Bewegung.

Viele Jahre vergingen, nicht ohne große Diskussionen und Streitigkeiten. Es wurde intensiv diskutiert, ob die Juden auch in einem anderen Land als in Palästina einen eigenen Staat gründen sollten oder könnten. Nicht weniger als 33 mögliche Lösungen wurden vorgeschlagen. Vor allem die Vorschläge den Staat in den freien Flächen in Argentinien oder Uganda zu gründen, schlugen die höchsten Wellen. Der pragmatische Herzl und der politische Zionismus waren dafür, erlitten aber beim 6. Zionistischen Kongress 1903 eine Abstimmungsniederlage. Schließlich beschlossen die Vereinten Nationen, 50 Jahre nach dem ersten Zionistischen Kongress, die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina kurz nach den Ereignissen und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die Ereignisse im Dritten Reich haben eine Machtergreifung und Durchsetzung der politischen Ideologie des Zionismus ermöglicht. Doch merkt man nicht das man sich in mancher Hinsicht einer ähnlichen Argumentation bedient wie einst Hitler? Lebensraum. Existenzangst. Die Bedrohung einer Rasse. Nationalismus. Isolation. Die Notwendigkeit von Gewalt um den Fortbestand einer Rasse zu sichern. Die Überlegenheit einer Rasse. Ein auserwähltes Volk. Die Bezeichnung anderer Völker als Nicht-Menschen. Groß–Deutschland / Eretz–Israel. Dies ist eine autoritäre Ideologie. Es folgen in dieser Argumentation nur noch Lebensraumerweiterung, die auch schon nach Ägypten und in den Libanon hinein versucht wurde und die täglich stattfindet ins Gebiet der Palästinenser und im schlimmsten Fall irgendwann vielleicht auch eine Lösung des Problems des störenden Volkes, wie es schon häufig durch führende Zionisten gefordert wurde.

Und Krieg gegen andere Völker und fremden Kulturen ist üblicherweise die einzige, letzte Konsequenz einer solchen nationalistischen Ideologie. Was glaubt man was dann mit den störenden Eingeborenen passiert? Dies wird auch der Untergang dieser Nation sein, vielleicht der Untergang der ganzen Welt im Nuklearzeitalter. Menschen die einer solchen Ideologie folgen hassen ihr früheres Opfersein. Und so identifizieren sie sich mit Stärke. Ihnen muss geholfen werden.
Hier muss man noch einmal betonen: Es gibt arabische, afrikanische und europäische Juden. Nur manche Juden sind Zionisten. Nur manche Israelis sind Zionisten. Nur manche Israelis sind Juden. Dies ist kein jüdisches Problem. Es ist eine problematische, nationalistische und religiös begründete politische Ideologie, wie es sie viele gibt. Eine Weltanschauung mit einem bestimmten Welt- und Menschenbild.

Es genügt völlig, sorgfältig über einen Zeitraum von 150 Jahren hinweg die Aussagen führender Zionisten und ihrer Organe zur Kenntnis zu nehmen. Der Betrachter sollte jedoch dabei bedenken das der Zionismus nur eine politische Richtung des Judentums ist, die nicht mit dem Judentum insgesamt gleichgesetzt werden darf. Bezüglich „Judentum“ muß man unterscheiden, ob es sich nur auf das Alte Testament (orthodoxe Juden, die sich vielfach gegen den Zionismus positionieren) oder auch auf andere Schriften stützt. Stützt es sich auch auf den Talmud und auch auf die Kabbalah, dann handelt es sich um die geistig-okkulte Grundlage des Zionismus, kommen noch politische Aktivitäten dazu, spricht man von Zionismus.

Wie Hitler verwechselt mancher die Ideologie des Zionismus mit dem jüdischen Volk. So wie die Ideologie des Nationalsozialismus von vielen weltweit noch immer mit dem deutschen Volk verwechselt wird. Ich mache hier eine deutliche Unterscheidung. Kein einziger Mensch, aber eine Ideologie der Angst und der Allmachtsphantasien ist es, die problematisch ist. Eine autoritäre Struktur. Keine Menschen, sondern solche Strukturen gilt es zu überwinden. Die Verantwortung für die Missstände in der israelischen Politik sehe ich in der Ideologie des Zionismus begründet. Mitverantwortlich sind ihre Anhänger, wobei viele mit Sicherheit nur die besten Absichten hatten und haben, doch die Frucht dieser Saat kann jeder sehen der auch hinschaut. Eine nationalistische Saat. Die zu Isolation, Krieg, Gewalt gegen andere und Rassismus führt.

Halten wir es in der westlichen Welt nicht üblicherweise für ein Zeichen einer besonders liberalen Demokratie Minderheiten zu schützen, Flüchtlingen zu helfen, Integration zu ermöglichen, ein multikulturelles Zusammenleben zu erfahren, anstatt zu versuchen eine Nation ethnisch möglichst homogen zu halten? Ist dies nicht fragwürdig für eine Demokratie? Viele Politiker Israels argumentieren bezüglich des Rückkehrrechts der Palästinenser, oder der Einwanderung afrikanischer Asylsuchender, damit, dass diese Dinge zuzulassen den jüdischen Staat, mit nur 6 Mio. Menschen Bevölkerung, in seiner jüdischen Homogenität zerstören würde. Die Frage die ich mir stelle ist, ob im Jahr 2015 eine westliche Demokratie die Teil der internationalen Staatengemeinschaft der Vereinten Nationen ist, noch einen Anspruch an eine rassische oder völkische Reinheit oder starke Mehrheit innerhalb ihrer Grenzen stellen darf oder sollte. Erstrebenswert sind heutzutage doch eher Internationalität und die Anerkennung der unvermeidlichen Vermischung der Völker. Ich bin mir nicht sicher wie lange so ein Anspruch aufrechterhaltbar ist. Persönlich habe ich eher den starken Eindruck ein solches Verhalten gefährdet diese Bevölkerung stärker als die Integration und Vermischung in anderen westlichen Demokratien. Reellen Demokratien, nicht nur nach innen ihrer europäischstämmigen, jüdischen Bevölkerung gegenüber.

Mancher hat sich vielleicht nach der lobenswerten gründlichen Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten mit dem solidarisiert, was sie oder er als den „Überlebenskampf der Opfer“ identifiziert hat: Den Zionismus. Eine nationalistische und rassistische politische Ideologie. Besser wären demokratische Prinzipien.

Der Zionismus hatte der jüdischstämmigen Bevölkerung Sicherheit versprochen. Inzwischen ist dies zu einer Farce geworden. Tatsächlich ist der Zionismus heute die größte Bedrohung für das Judentum. Nirgends waren jüdische Menschen unsicherer als im eigenen Land, tendenziell auch als Kollektiv wenn es wieder hoch hergeht im regionalen Krieg, wie Professor Moshe Zuckermann, jüdischer Israeli und Professor der Soziologe an der Universität Tel Aviv richtig festhält (siehe Artikel über die deutsche Linke oder sekundären Antisemitismus). Er appelliert an die Angesprochenen, sie schaden der Sicherheit des jüdischen Volkes und der Entwicklung zu einer reellen, gleichberechtigten Demokratie enorm, indem sie den Staat Israel in jedweder Politik bedingungslos noch bestärken.

Aber auch für all das was als weitere Konsequenz dieser nationalistischen Ideologie, den sich daraus ableitenden Allmachtsansprüchen und der daraus resultierenden Politik folgen könnte, für das israelische Volk, die Palästinenser und die ganze Welt, muss ich die Unterstützer dieser nationalistischen Politik mitverantwortlich machen. Derjenige der hier die Ideale vieler vertritt die sich für Humanisten halten, bin ich. Derjenige der ein Teil des Problems, statt seiner Lösung ist, sind bedingungslose Unterstützer der aktuellen Politik des Staates Israel. Bedingungslose Solidarität stellt überhaupt keine Hilfe dar und gleicht einem Kadavergehorsam. Wenn ich jemanden liebe, dann helfe ich ihm auch mit Anregungen und Kritik.

Meine Inhalte stehen für sich, wie ich schon sagte, weil ich versuche mich strikt an die Sachlage zu halten. Die Wahrheit ist immer einfach, unmissverständlich und kann für sich alleine stehen. Sie braucht keine Rechtfertigungen und Ausreden, ein Konzept das manchem Befürworter fragwürdiger Politik neu sein dürfte.

Verkompliziert wird die Auseinandersetzung allein durch die unehrliche Art und Weise auf die sie geführt wird. Diejenigen die sagen man vereinfache die Dinge und dieses Thema wäre viel zu komplex um offenkundige Missstände anzuprangern, tun dies allein zum Schutze ihrer Ideologie. Unrecht ist immer sofort als solches erkennbar. Die Augen davor zu verschliessen was in bestimmten Lagern geschieht oder geschehen ist, ist ein Verbrechen das keiner Wiederholung bedarf. Man sollte daraus lernen. Man sollte auf die Warnungen vieler Holocaust-Überlebender hören: Was dort geschieht erinnert an den Faschismus. Siehe hierzu auch mein Artikel über Dr. Hajo Meyer, ein Auschwitz-Überlebender und seine Warnung.

In diesem 1-minütigen Video sieht man bereits in den ersten Momenten den Umgang des israelischen Militärs mit einem palästinensischen Demonstranten dessen Augen verbunden und Hände gefesselt sind. Auch für diesen Vorfall und die Systematik in der Vorgehensweise der Besatzungspolitik solches Verhalten betreffend, siehe mein Artikel über Traumatisierung und Radikalisierung sowie die Videointerviews dort, muss ich die Unterstützer solcher Dinge leider mitverantwortlich machen. Dies ist nicht zu rechtfertigen. Unrecht ist immer sofort als solches erkennbar.

Abschliessend möchte ich sagen das ich es als verständlich empfinde, wenn Menschen einer Ideologie folgen. Ein jeder versucht nur das Richtige zu tun. Auch bezweifle ich das irgendjemand, oder vielleicht nur die Wenigsten, gerne für solche Dinge verantwortlich zeichnen würden wie die oben genannten. Oder gar überhaupt darum wissen. Ich habe Verständnis. Was ich mir wünschen würde, wäre seine Unterstützung in einer bewussteren, informierteren Form auszuüben. Der Staat Israel hat jede Unterstützung verdient eine reelle Demokratie zu werden, frei von Nationalismus und Apartheid.

Die deutsche Linke und Israel

In meinen vorausgehenden Artikeln habe ich in überwältigender Beweislast und erdrückender Sachlage dargelegt aus welchen Gründen der Staat Israel in den Augen der internationalen Gemeinschaft durch sein Verhalten und seine Politik aktuell und seit seiner Gründung leider ein Staat ist der eine autoritäre und nationalistische, unterdrückerische und aggressive, ausbeuterische und kapitalistische, rassistische, fundamentalistische und terroristische Politik betreibt.

Das es derjenige Staat ist von dem weltweit die meisten Menschenrechtsverletzungen ausgehen und der jede einzige Forderung der Vereinten Nationen von seinem Kurs abzukehren bisher ignoriert hat. Das Sanktionen gegen Israel allein am Veto der USA scheitern.

Ein Teil der in der Palästinenserfrage sehr zerstrittenen deutschen Linken will sich als antiautoritäre, antikapitalistische, antirassistische, linke, atheistische Humanisten und Antinationalisten bedingungslos mit einer autoritären, kapitalistischen, rassistischen, rechten, religiösen, unmenschlichen und nationalistischen Politik solidarisieren.

Gegen Al-Quds Tag

Deshalb gelingt ihr dies nicht in überzeugender Weise. Diese Menschen projizieren diese in sich vorhandenen Dinge mitunter, da sie versuchen müssen sie mit dem womit sie sich solidarisieren wollen anzunehmen, sogar auf andere, und unterstellen diese ihnen, um sie im Aussen zu bekämpfen, statt sie in sich anzuerkennen und ihre Haltung zu ändern, so das sie wieder ihren tiefsten Überzeugungen entspricht.

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Dazu finden sie eine endlose Anzahl von Rechtfertigungen und Ausreden. Hauptsächlich indem sie behaupten das es eben nicht anders ginge, das es keine anderen Lösungen gebe als die aktuellen. Erstens geht es anders und zweitens darf man dieses Land dann unter keinen Umständen als eine Demokratie bezeichnen.

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Manche sagen sie machen sich für demokratische Prinzipien wie Rede- und Meinungsfreiheit stark, dulden jedoch in Israel die gewaltsame Niederschlagung jedes Widerspruchs, die Deportation von Aktivisten und die Schliessung von Universitäten von denen Proteste ausgehen. Sie positionieren sich hier häufig gegen Polizeigewalt, dulden dort aber die Unterdrückung und ständige Misshandlung der besetzten Bevölkerung durch eine Militärpolizei oder verschliessen davor die Augen.

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Mancher positioniert sich gegen die Leugnung von Verbrechen im Dritten Reich, leugnet dort jedoch Gräuel wider die Menschlichkeit wie eine ethnische Säuberung und Vertreibung, mit unzähligen Berichten von Mord, Plünderungen, Vergewaltigungen und Verbrennungen von Menschen durch traumatisierte und radikalisierte zionistische Streitkräfte die an einer fast völlig wehrlosen eingeborenen Bevölkerung die nichts mit dem Holocaust zu tun hatte ihr Trauma abreagierten. Haben die Palästinenser sich denn selbst vertrieben um jetzt unter unmenschlichen Bedingungen im In- und Ausland zu leben?

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Manche Linken rechtfertigen Kriegsverbrechen und Angriffskriege die von der internationalen Gemeinschaft und sämtlichen Menschenrechtsorganisationen angeprangert werden. Positionieren sich gegen Ausbeutung und für Flüchtlinge, dulden aber die Ausbeutung palästinensischer Ressourcen und Arbeitskraft und bieten einer der größten Flüchtlingsgruppen der Welt kein Forum in ihren autonomen Zentren. Tapezieren diese noch mit Bildern von israelischen Panzern, etwas womit diese Menschen aufgewachsen sind, mit der Überschrift „Antifaschismus muss praktisch werden“.

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Denken diese Menschen diese Flüchtlinge fühlen sich dort noch wohl? Da bringt auch der Schriftzug „all refugees welcome“ nichts mehr. Das ist ihr Alptraum, so etwas im Ausland zu begegnen. Manche bezeichnen sich als Antirassisten und sprechen dann von Palis und Paliwood in Bezug auf Produktionen von dort, in einem abwertenden und wegwerfenden Kontext der verletzend sein kann.

Ich bin mir sicher es gibt auf dieser Seite auch latente Vorbehalte gegen arabische Menschen und ihre Kultur. Ist ein muslimischer oder arabischer Mensch genau so viel wert wie ein europäischer, jüdischer oder israelischer Mensch? Oder ist das eine irgendwie doch minderwertiger, dreckig, während das andere sauber und richtig ist?

Wer hier auch nur für eine Sekunde gestutzt oder gezögert hat, hat schon ein Problem. Dann ist es bereits Rassismus. Es kann keine Ausnahmen für Antirassismus geben. Mancher wird das abstreiten. Aber seine Haltung spricht Bände und steckt voller Widersprüche.

Einige bezeichnen sich als Anti-Deutsche und haben sich ihre Nationalität im Ausland geborgt, haben sich vielleicht nach der lobenswerten gründlichen Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten mit dem solidarisiert, was sie als den „Überlebenskampf der Opfer“ identifiziert haben: Den Zionismus. Eine nationalistische politische Ideologie, welche 1975 in der UN-Resolution 3379 als eine Form des Rassismus und der rassistischen Diskriminierung bezeichnet worden ist, bevor Israel als Beitrittsbedingung zur Madrider Friedenskonferenz 1991 ihre Rücknahme forderte. „Determines that zionism is a form of racism and racial discrimination“. Gut versteckt, hier auf 3379 klicken, Direktlink funktioniert nicht. Text 2. Seite, unten links, vor dem neuen Abschnitt. http://www.un.org/documents/ga/res/30/ares30.htm

Der Zionismus hatte der jüdischstämmigen Bevölkerung Sicherheit versprochen. Inzwischen ist dies zu einer Farce geworden. Tatsächlich ist der Zionismus heute die größte Bedrohung für das Judentum. Nirgends waren jüdische Menschen unsicherer als im eigenen Land, tendenziell auch als Kollektiv wenn es wieder hoch hergeht im regionalen Krieg, wie Professor Moshe Zuckermann, jüdischer Israeli und Professor der Soziologie an der Universität Tel Aviv richtig festhält. Er appelliert an die Angesprochenen, sie schaden der Sicherheit des jüdischen Volkes und der Entwicklung zu einer reellen, gleichberechtigten Demokratie enorm, indem sie den Staat Israel in jedweder Politik bedingungslos noch bestärken:

Die rassistische und gewaltbereite Politik die die einzig logische Folgerung einer solchen Ideologie ist, macht sie heute auch zur größten Ursache für Antisemitismus. Insbesondere nachdem nun 2004 der Internationale Gerichtshof in Den Haag sein Gutachten zur Mauer und zum gesamten illegalen Besatzungsregime und der Apartheidssituation in Israel veröffentlicht hat.

In diesem offenen Brief kann man den Appell der israelischen Linken an die Genossen aus Deutschland, die deutsche Linke zu der auch viele Befürworter der aktuellen israelischen Politik sich zählen, lesen. Mehr als 100 israelische AktivistInnen fordern darin als Voraussetzung für die Durchsetzung einer friedlichen und solidarischen Lösung des Konflikts in Israel / Palästina eine solidarische und linke Politik. Unter den UnterzeichnerInnen, die in Dutzenden verschiedenen Organisationen und Initativen aktiv sind, sind die Professoren Yehuda Shenhav und Gadi Elgazi von der Universität Tel Aviv, der Filmregisseur Udi Aloni, feministische AktivistInnen der israelischen Frauenkoalition für Frieden wie Eilat Maoz und Inna Michaeli, KriegdienstsverweigerInnen wie Matan Kaminer und Hagai Matar und KämpferInnen für soziale Gerechtigkeit wie Reuven Aberjil und Einat Podjarni:

http://de.indymedia.org/2010/03/276798.shtml

Als Video, nicht von mir gelesen:

In der zweiten Hälfte dieser kurzen deutschen Berichterstattung sieht man linke Israelis und Palästinenser gemeinsam demonstrieren:

Ich möchte die angesprochenen Teile der deutschen Linken bitten, die einzig richtige Konsequenz aus den Schuldgefühlen die die Ereignisse der deutschen Vergangenheit verursacht haben zu ziehen und nicht die Augen vor Unrecht zu verschliessen, sondern dieses anzuerkennen und sich in hilfreicher Weise einzumischen. Hinzusehen statt Wegzuschauen wenn Menschenrechte verletzt werden und sich gegen Unrecht zu positionieren, statt Menschen mundtot zu machen.

Das bedeutet, sie müssen nicht nur Kritik an der Politik des Staates Israel zulassen, sondern sie auch ausüben, um die Form der Vergangenheitsbewältigung durchzuführen die am hilfreichsten für alle Betroffenen ist und ihnen erlaubt frei von Widersprüchen zu sein.

Die UN-Kommission für Menschenrechte berichtet: “weitverbreitete, systematische und massive Verletzungen von Menschenrechten, betrieben durch die israelische Besatzungsmacht, im besonderen Massentötungen und kollektive Bestrafungen wie der Abriss von Häusern und die Abriegelung palästinensischer Territorien, Maßnahmen die Kriegsverbrechen darstellen, schamlose und abscheuliche, ungeheuerliche Verletzungen von internationalem Menschenrecht und Verbrechen gegen die Menschlichkeit”.

Viel von dieser bedingungslos solidarischen Haltung wurde mir gegenüber auch bereits als Kniereflex gegen Rechts bezeichnet – wenn Rechts sich gegen Israel positioniert, ist man dafür. Erstmal richtig sich gegen Rechts zu positionieren. Ich würde mich gegen Rassismus positionieren, daraus entstammt die rechte Haltung nämlich, selten einer reellen Kritik.

Professor Rolf Verleger, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Schleswig-Holstein und ehemaliges Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, sagt in diesem ZDF-Interview deutlich, dass diejenigen die in Deutschland mit Palästinensern auf Demonstrationen gehen würden, nach Erhebungen seit Gaza 2014 eine leichte Mehrheit in der Bevölkerung darstellen und im Allgemeinen schlichtweg sehr menschenrechtsorientiert sind und nichts mit Rechten gemeinsam unternehmen würden. Auch würden die meisten Rechten nichts gemeinsames mit Palästinensern machen. Diesen Leuten, Menschenrechtsaktivisten, tut man mit dem Antisemitismusvorwurf ein erhebliches Unrecht an:

„Studie der deutschen Antisemitismusforschung besagt:
„Palästinafreunde“ menschenrechtsorientiert, Mehrheit,
„Israelfreunde“ des- oder wenig informiert, Rassismus,
„Rechte“ ebenso Vorbehalte gegen arabische Menschen

Eine soeben unter dem Titel „Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee. Eine Spurensuche“ veröffentlichte Untersuchung des inzwischen emeritierten Professors für Psychologische Methodenlehre und Friedensforschung, Wilhelm Kempf, geht der Frage nach Erscheinungsformen und Ausprägungen des Antisemitismus im Lande nach – und kommt zu überraschenden Ergebnissen. Telepolis sprach hierzu mit Rolf Verleger, der Kempfs von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstütztes Projekt als wissenschaftlicher Berater begleitet hat.

Die Frage, ob und wie Antisemitismus und Kritik an Israels Politik in der deutschen Bevölkerung zusammenhängen, ist das zentrale Thema dieser 2010 durchgeführten und jetzt als Buch veröffentlichten Studie.

Untersucht wurde eine große repräsentative Stichprobe mit einem gängigen „Antisemitismus“-Fragebogen, dann aber auch mit Fragebögen zur Einstellung zum Zionismus und zu Israel und schließlich – das ist das Besondere an der Studie – auch noch mit Fragen zu weiteren Bereichen: Einstellungen zum Islam, zu Menschenrechten und Gewalt, Krieg und Frieden, Kenntnisse und persönliche Verbundenheit zu Israel und Palästina.

Aus gemeinsamen Antwortmustern auf all diese Fragen bildeten sich drei Gruppen heraus – aus insgesamt 90 Prozent der Stichprobe; die Meinungen der restlichen 10 Prozent zu diesen Fragen ließen sich nicht einordnen:

„Palästinafreunde“ – 38 Prozent der Stichprobe – nehmen überwiegend Partei für Palästina, sind überwiegend pazifistisch eingestellt, und liegen bei den Vorbehalten gegen Juden, Palästinenser und Islam deutlich niedriger als die „Israelfreunde“. Sie halten generell die Menschenrechte hoch und haben die größten Kenntnisse des Konflikts.

„Rechte“ – 26 Prozent der Stichprobe – haben konsequent und durchgängig Vorbehalte gegen Zionismus und Juden, und ungefähr genauso stark auch gegen die Palästinenser und den Islam. Sie halten relativ wenig von Menschenrechten, haben mäßige bis wenige Kenntnisse des Nahostkonflikts und beziehen in diesem ihnen nicht sehr wichtigen Konflikt eher Partei für Palästina als für Israel.

„Israelfreunde“ – 26 Prozent der Stichprobe – nehmen Partei für Israel und befürworten zumeist auch die Anwendung von Gewalt gegen die Palästinenser. Ihre Kenntnisse und ihre persönliche Betroffenheit durch den Konflikt liegen im mittleren Bereich, ebenso ihre Werte auf den Antisemitismusskalen – selbstverständlich niedriger als die der „Rechten“.

Gespräch mit Prof. Dr. Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Schleswig-Holstein, über Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee – Palästinafreunde, Israelfreunde und Rechte:

Habe ich Sie richtig verstanden: Die, wie Sie sie nennen, „Israelfreunde“ sind laut den Befragungen antisemitischer als die „Palästinafreunde“?

Rolf Verleger: Ja, so kam es heraus: Die „Israelfreunde“ in der deutschen Bevölkerung liegen in der Mitte zwischen den „Rechten“, die relativ viele Vorbehalte gegen Juden – und Moslems übrigens auch – haben, und den „Palästinafreunden“, die wenige Vorbehalte haben.

Ähnlich verhält es sich bezüglich der Kenntnisse und der emotionalen Betroffenheit durch den Konflikt: Die „Israelfreunde“ liegen in der Mitte zwischen „Rechten“, die der Konflikt wenig interessiert, und den „Palästinafreunden“, denen der Konflikt persönlich nahegeht. Mit einem Wort: Die „Israelfreunde“ sind die laue Mitte.
„Man kann den Blick dafür verlieren, dass alle Menschen gleiche Rechte haben“

Und wie erklären Sie sich das? Dass die Verteidiger und Beschützer Israels „antisemitischer“ als ausgerechnet die „Palästinafreunde“, denen ja tagtäglich Antisemitismus testiert wird, sind?

Rolf Verleger: Für die „Israelfreunde“ spielen Menschenrechte in ihren Antworten nicht dieselbe übergeordnete Rolle wie für die „Palästinafreunde“. Dazu passt eben auch, dass sie mehr Vorbehalte gegen andere mit sich herumtragen.

Unabhängig von dieser Umfrage – also mehr spekulativ – stellt sich das für mich so dar, dass die Israelfreundschaft der deutschen Politik seit Adenauer sich aus Bündnistreue zu den USA speist und aus schlechtem Gewissen wegen des fehlenden Widerstands gegen Hitler in Sachen Ausrottung des Judentums. Beide Motive sind nicht unehrenhaft. Aber sie können dazu führen, dass Juden zu einer besonderen Menschengruppe verklärt werden.

In der Tat scheint mir manchmal bei den „Israelfreunden“, die ich kenne – vor allem Politiker, wie sie in den Medien auftreten – auch ein Philosemitismus mitzuschwingen, der insofern dem Antisemitismus gleicht, als dass er „die Juden“ als eine besondere, einheitliche Gruppe ansieht, denen die deutsche Politik verpflichtet sei, sodass auch Israel zu „schützen“ sei.

Es ist dann nicht immer unbedingt klar, dass ein jüdischer Israeli genauso viel wert ist wie ein Palästinenser; bei Hitler wären die Juden weniger wert gewesen, heute scheinen sie mehr wert zu sein. Das heißt: Man kann den Blick dafür verlieren, dass alle Menschen gleiche Rechte haben. Vollständiger Artikel hier im Link: http://www.heise.de/tp/artikel/45/45281/1.html

Bedingungslose Solidarität ist das Gegenteil von Hilfe. Wenn ich jemanden liebe und ihm helfen will, dann muss ich ihm auch Anregungen geben können und ihn vor allen Dingen aufhalten und ihm helfen einen neuen Weg zu finden wenn er sich selbst oder anderen etwas antut. Der Staat Israel hat jede Unterstützung verdient eine reelle Demokratie zu werden, die in Frieden mit ihren Nachbarn leben kann. Alles andere kann nur zu einer Entmenschlichung der Opfer führen.

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Apartheid und Rassismus in Israel

Ich habe im Vorfeld gesagt das ich die Notwendigkeit einer nationalen Heimat für das jüdische Volk, oder Religionsgemeinschaft anerkenne. Ebenso erkenne ich jedoch auch die Notwendigkeit einer nationalen Heimat für das palästinensische Volk an, das nun mit 7 Millionen Vertriebenen und deren Nachkommen als größte Flüchtlingsgruppe der Welt ohne eigene Heimat um den Globus zieht, oder in Flüchtlingslagern kauert.

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Ganz richtig betont mancher wie schlecht es den Vertriebenen in den Flüchtlingslagern in den umliegenden arabischen Nationen ergeht. Ein weiteres Argument für ihr Rückkehrrecht und ihren Anspruch auf eine eigene Heimat, wie sie sie einmal hatten bevor das historische Land Palästina von der Landkarte radiert worden ist. Das sind Menschen die einmal über Häuser und Land verfügt haben.

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Die restlichen fast 6 Millionen Palästinenser müssen innerhalb Israels entweder unter ständiger Belagerung durch Militärpolizei und radikale, bewaffnete Siedler unter einem Besatzungsregime in den Vertriebenengebieten Gazastreifen und Westjordanland, oder aber als Bürger zweiter Klasse, unter Militärrecht und mit 30 Gesetzen die sie innerhalb der Gesellschaft Israels spezifisch diskriminieren, in Apartheid leben. Nelson Mandela, der Überwinder der Apartheid in Südafrika, solidarisierte sich nicht grundlos mit ihnen.

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Es gibt Strassen auf denen nur Israelis fahren oder gehen dürfen. Das ist Rassentrennung. Ebenso ganze Wohnquartiere die nicht an Palästinenser vermieten.

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Ein weiteres Bild aus Hebron im Westjordanland, aus dem es eine Vielzahl von Berichten über Übergriffe durch Siedler gibt. Diese werden durch das Militär beschützt. Demütigung und Erniedrigung gehören nicht nur dort für viele Palästinenser zum täglichen Leben.

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In dieser kurzen deutschen Berichterstattung sieht man eine palästinensische Frau die einen israelischen Siedler konfrontiert, der ihr Haus besetzt hält. Es folgen in der Playlist zwei Videos einer Arte-Reportage über Radikale Siedler und Apartheid in obengenanntem Hebron:

Die palästinensische Bevölkerung unter Besatzung erhält keinen Zutritt zu den Heiligtümern des Islam in Jerusalem. Palästinensern wird durch das System der militärischen Checkpoints der Zugang zu Bildung erschwert. Viele Kinder schaffen es nicht einmal bis zur Schule. 200 Checkpoints und der Trennwall im Westjordanland stellen sicher das Palästinenser 4 Stunden für eine Strecke unterwegs sind, für die sie früher 30 Minuten brauchten, häufig schaffen es Menschen nicht zur Arbeit, noch schlimmer Hilfsbedürftige nicht rechtzeitig ins Krankenhaus. Diese Menschen werden in Käfigen zusammengetrieben:

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In diesem Video mit deutschen Untertiteln kann man den Rassismus und die Willkür im Umgang mit den Palästinensern an den Checkpoints im Westjordanland sehen:

Viele Palästinenser müssen ins Ausland gehen um zu studieren, so wie die meisten Mitglieder meiner Familie väterlicherseits, weil sie in ihrer eigenen Heimat nicht die Gelegenheit dazu erhalten. Arabische Arbeitskräfte arbeiten bei israelischen Arbeitgebern häufig für einen Hungerlohn von 2,50 Euro, dies wird noch als vorbildlich seitens der Israeli angesehen. Palästinenser sieht man in Israel in aller Regel als Landschaftsgärtner, Taxifahrer, Tellerwäscher, oder auf großen Plantagen.

Der sogenannte Schutzwall der um das Westjordanland errichtet wurde liegt zu 85% auf palästinensischem Territorium und hat die fruchtbarsten Böden de facto annektiert. Palästinensische Ressourcen, wie etwa Erdölvorkommen mit Gewinnspannen in Milliardenhöhe und die zu über 90% auf palästinensischem Territorium liegen, werden wider die Genfer Konvention angezapft und ausgebeutet, Palästinenser dafür als Arbeitskräfte genutzt, während ihnen nicht ermöglicht wird ihre eigenen Ressourcen zu nutzen um ihr Los zu verbessern.

Wir reden hier von einem reichen Staat, einer Nuklearmacht mit dem viertbesten Militär der Welt, der sich nach innen hin, seiner eigenen jüdischstämmigen Bevölkerung gegenüber wie eine normale Demokratie verhält und starke Beziehungen zu den USA und dem ganzen Westen unterhält.

In dieser kurzen Arte-Dokumentation wird die Ausbeutung palästinensischer Arbeitskräfte und Ressourcen geschildert, in ihr schildern israelische Plantagenbesitzer nicht ohne Stolz die Bedingungen zu denen sie Palästinenser einstellen:

Land Day:
Arabische Juden werden innerhalb Israels diskriminert und wurden beim sogenannten Tag des Bodens ´76, der weltweit jedes Jahr mit Demonstrationen begangen wird, völkerrechtswidrig in einem riesigen Massstab enteignet. Der Tag des Bodens ist ein jährlicher Gedenk- und Protesttag in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten, der am 30. März begangen wird und sich gegen die Landenteignung der arabischen Bevölkerung durch Israel richtet. Traditionell werden dabei Olivenbäume gepflanzt.

olive tree
Im März 1976 kam es zu massiven Landenteignungen in Galiläa von denen arabische Israelis betroffen waren. Der konfiszierte Grund sollte vor allem den jüdischen Nachbargemeinden und für Industrieprojekte zur Verfügung gestellt werden und die demographische Situation der Region ändern. Um die Proteste zu ersticken erließen die israelischen Behörden für die betroffenen Gemeinden eine Ausgangssperre ab 29. März, 17 Uhr.

Als Antwort riefen arabische Politiker, darunter der Bürgermeister der Stadt Nazareth, zum Generalstreik und Demonstrationen auf. Die Palästinenser solidarisierten sich, auch in den Flüchtlingslagern im Ausland. Trotz der Drohungen Israels fand der Generalstreik statt und nach einem bis damals noch nicht da gewesenen Polizeieinsatz mit 4.000 Mann endete der Tag mit 6 toten und 100 verletzten Arabern.

Israeli troops run as clashes erupt outside the Al-Aqsa mosque compound in Jerusalem's Old City 28 September 2000, following a visit to the holy site by Israeli right-wing opposition leader Ariel Sharon. The visit of Israel's current prime minister to Islam's third holiest shrine sparked the outbreak of the second intifada. Exhausted by a conflict both know they are incapable of winning, Israelis and the Palestinians are marking the fifth anniversary of this intifada 28 September 2005. AFP PHOTO/AWAD AWAD (Photo credit should read AWAD AWAD/AFP/Getty Images)

Seitdem wird dieser Tag mit Demonstrationen der arabischen Bevölkerung begangen, auch in den Palästinensischen Autonomiegebieten gibt es Kundgebungen. Immer wieder kam es an diesem Tag zu gewalttätigen Konfrontationen mit Toten und Verletzten, das Westjordanland war zu diesem Datum häufig abgeriegelt.

demonstrant

Mittlerweile finden auch in palästinensischen Auslandsgemeinden in Europa Veranstaltungen statt. Zudem gibt es seit 2011 Aktionen bei denen ausländische propalästinensische Aktivisten versuchen in Massen nach Israel zu reisen um dort an Protestveranstaltungen teilzunehmen, auch wenn ihnen die Einreise mitunter erschwert wird.

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Apartheid, Rassismus, Ausbeutung und Enteignung sind die logische Konsequenz einer Ideologie die nur zu einer Abwertung und Entmenschlichung der Opfer führen kann, um die Verbrechen an ihnen ausblenden zu können. Palästinenser sind Semiten. Mancher verschliesst die Augen davor und will gar nicht wissen was mit diesen Semiten geschieht.

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Miko Peleds (aus dem Videovortrag in meiner Historie der Vertreibung) Schwester, die Pädagogin ist, hat ein Buch verfasst indem sie beschreibt wie das israelische Bildungssystem auf eine sehr subtile Weise Rassismus und Apartheid lehrt. Ob es in Israel ein großes Rassismusproblem gibt, auch gegenüber Asylanten aus Afrika, davon kann man sich in diesem Video, in deutscher Sprache, selbst überzeugen:

Israel ist in seiner aktuellen Politik gegenüber der arabischstämmigen jüdischen und palästinensischen Bevölkerung leider ein rassistischer Staat der Apartheid betreibt und ein kapitalistischer Staat, der Ausbeutung betreibt. Ihm muss geholfen werden sich in einer anderen Weise zu verhalten oder die Situation wird sich mit Sicherheit für alle Betroffenen verschlimmern. Dies kann nicht der Weg sein zu Demokratisierung und Gleichberechtigung.

2017 wurde der Staat Israel durch die UN des Verbrechens der Apartheid überführt.

Die beiden international renommierten US-Wissenschaftler Richard Falk und Virginia Tilley leiteten 2017 für die UN-Organisation „Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien“ (ESCWA) die Untersuchung über die Behandlung der Palästinenser durch Israel, die zu dem Schluss kommt:

„Fern jedes vernünftigen Zweifels, belegen die Beweise, dass Israel schuldig ist, ein Apartheidregime gegen das palästinensische Volk errichtet zu haben.“

„Wir reden nicht länger vom Risiko der Apartheid, sondern von der Anwendung von Apartheid.“ so Tilley.

Es ist das erste Mal, dass eine UN-Organisation die permanenten Verbrechen Israels als „Apartheid“ bezeichnet.

Sowohl die israelische als vor allem auch die Trump-Regierung übten erheblichen Druck auf UN-Generalsekretär António Guterres aus, den Bericht zurückzuziehen, doch die für die Studie verantwortliche ESCWA-Chefin Rima Khalaf weigerte sich und kündigte aus Protest lieber ihre Stelle bei der UN.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas kündigte an, Rima Khalaf für ihren „Mut und Unterstützung“ für das palästinensische Volk mit der Palestine Medal of the Highest Honour auszeichnen zu wollen.

„Israeli Practices towards the Palestinian People and the Question of Apartheid“

Zum UNO-Bericht:

https://www.middleeastmonitor.com/wp-content/uploads/downloads/201703_UN_ESCWA-israeli-practices-palestinian-people-apartheid-occupation-english.pdf

Die Uno, Israels Linke und ihr Appell

Wie die Mehrheit in Israel oder Deutschland die Dinge sieht, hat sehr viel mit der Medienberichterstattung zu tun. Wie die Mehrheit die Dinge sieht macht auch keine Aussage über die Richtigkeit ihrer Standpunkte.

Dennoch ist es laut aktuellen Umfragen seit den letzten Übergriffen auf Gaza 2014 sogar so, dass eine leichte Mehrheit in der deutschen Bevölkerung sich mit dem palästinensischen Volk und seinem Schicksal solidarisiert, auch wenn sie noch immer schweigt. Ich gehöre zu denjenigen die nicht ihre Augen vor Unrecht verschliessen, so das sie später sagen können sie hätten von Nichts etwas gewusst. Ich gehöre zu denjenigen in der deutschen Bevölkerung, die ihre Stimme dagegen erheben und das sind nicht Wenige.

Ich stehe auf der Seite von Menschen wie Nelson Mandela, Kofi Annan von der Uno, der Unicef, Menschenrechtsorganisationen überall auf der Welt, etlichen auch und gerade linken Politikern und jüdischen Intellektuellen weltweit, auf der Seite von Holocaust-Überlebenden die vor einer Wiederholung der Geschichte warnen, etlichen Israelis die sich inzwischen in ihrem Land immer stärker mit Demonstrationen gegen die brutale Besatzungspolitik ihrer Nation wenden und unzähligen Friedensaktivisten aus aller Welt.

Etwa aus England:

England

Aus Frankreich:

Paris, Frankreich

Aus Spanien:

santander, spanien

Aus Ägypten:

Kairo, Ägypten

Aus Südafrika:

Südafrika

Aus Israel:

israel

Ich stehe auch auf der Seite des jüdischen Volkes, der israelischen Bevölkerung wie der palästinensischen, für eine Zukunft in Frieden und gleichberechtigter Koexistenz. Ich denke, ich stehe auf der richtigen Seite. Ich stehe auf der Seite von Allen.

gaza_demo
Die UNO hat einen Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk eingerichtet, da der Aggressor in diesem Konflikt schon immer feststand. Der Staat Israel. Hier in Auszügen Kofi Annans Text von 2002 zu diesem Tag:

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„Dieser Tag der Solidarität ist ein Tag der Trauer. Die menschlichen und materiellen Verluste, die das palästinensische Volk in den vergangenen zwei Jahren hinnehmen musste, sind geradezu katastrophal. Die beklagenswerte Lage in den besetzten palästinensischen Gebieten hat die ganze Region seit mehr als zwei Jahren in einen kontinuierlichen Zustand der Krise versetzt, und es ist kein Ende in Sicht. Hunderte Menschen haben ihr Leben verloren, zumeist unter den Palästinensern.

Tragischerweise, und dies kann nicht hingenommen werden, waren viele der Opfer Kinder. Von den israelischen Behörden wurde oft exzessive und unverhältnismäßige Gewalt angewendet; es kam zu Tötungen ohne gerichtliches Verfahren, zu willkürlichen Festnahmen, Deportationen und kollektiven Bestrafungen wie dem Abbruch von Häusern. Solche Maßnahmen verstärken nur Wut und Verzweiflung sowie den Wunsch nach Vergeltung.

Seit vergangenem März sind große Städte im Westjordanland im Zuge israelischer Militäroperationen wieder besetzt worden. Weitreichende Zerstörungen haben die Wirtschaftstätigkeit in den besetzten palästinensischen Gebieten zum Erliegen gebracht und zu einer humanitären Krise geführt, deren Ausmaß vom Rest der Welt erst langsam erkannt wird.

Rigorose Grenzschließungen und Ausgangssperren halten die palästinensische Wirtschaft weiter im Würgegriff und reduzieren das Leben Tausender palästinensischer Familien auf einen harten täglichen Überlebenskampf. Die Funktionsfähigkeit der Palästinensischen Autonomiebehörde wurde ernsthaft eingeschränkt.

Es kann keine Lösung geben, die gewaltsam aufgezwungen wird. Es kann kein dauerhafter Fortschritt ohne einen klaren politischen Horizont erreicht werden, nämlich einer klar definierten, endgültigen Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dazu zählt der Abschluss eines Sicherheitsabkommens zwischen Israelis und Palästinensern, das die Beendigung aller Formen von Gewalt sicherstellt, der Rückzug Israels aus den von den Palästinensern kontrollierten Gebieten, die sofortige Beendigung der Siedlungsaktivitäten, die Aufhebung der Bewegungsbeschränkungen für Personen, Waren und wesentlichen Dienstleistungen, und die Auszahlung aller noch ausstehender Mehrwertsteuern und Zolleinkünfte, die der Palästinensischen Autonomiebehörde zustehen.

In der Zwischenzeit braucht das palästinensische Volk dringend humanitäre Hilfe und Soforthilfe. Die israelische Regierung sollte nun ihre bereits erklärten Zusagen umsetzen, die Restriktionen aufheben und für einen uneingeschränkten Zugang der humanitären Konvois und Hilfseinsätze zur Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten sorgen.

Wenn wir alle unsere Bemühungen verstärken, wird eher früher als später der Tag kommen, an dem das palästinensische Volk endlich in der Lage sein wird, seine unveräußerlichen Rechte auszuüben, einschließlich seines Rechtes auf Selbstbestimmung und auf einen Staat Palästina.“

Die internationale Gemeinschaft der Vereinten Nationen hat mehrere Resolutionen gegen Israel verabschiedet, welche bereits ´47 ein Rückkehrrecht der Vertriebenen und dann ´67 einen Rückzug aus den ´67 in einem Angriffskrieg unrechtmäßig besetzten Gebieten forderten. Diese UN-Resolutionen wurden durch den Staat Israel leider bis heute ignoriert.

Ebenso, wie der Teilungsplan der UNO von ´47 der einen eigenen palästinensischen Staat und 45% des Landes in Autonomie, statt den heutigen 20% unter Besatzung für die Palästinenser forderte, ein Staat der bis heute nie realisiert worden ist. Dies war das historische Land Palästina. Es ist von der Landkarte radiert worden. Durch eine gewaltsame ethnische Säuberung und Vertreibung der eingeborenen Bevölkerung. Die Vertreibung setzt sich heute durch bewaffnete Siedler die durch das Militär beschützt werden fort.

Lejla Sadikovic (left) and and Medy Salkicevic, both of Chicago, at a rally where activists protest the Israeli occupation of Palestine Friday evening at Daley Plaza. | Michael Schmidt/Sun-Times

Die Dörfer und Städte dieser Menschen und ihrer Vorfahren wurden zerstört. Nun sind sie staatenlos und rechtelos im eigenen Land oder im Ausland in Flüchtlingslagern unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht und können nicht in ihre Heimat zurückkehren. Während es für die jüdische Bevölkerung weltweit ein Rückkehrrecht nach Israel gibt. Ein Volk hat das Land eines anderen Volkes erhalten, in dem es einen Staat ausrufen konnte. Doch zu welchem Preis? Ist dies Gerechtigkeit?

return

In diesem offenen Brief kann man den Appell der israelischen Linken an die Genossen aus Deutschland, die deutsche Linke zu der auch viele Befürworter der aktuellen israelischen Politik sich zählen, lesen. Mehr als 100 israelische AktivistInnen fordern darin als Voraussetzung für die Durchsetzung einer friedlichen und solidarischen Lösung des Konflikts in Israel / Palästina eine solidarische und linke Politik. Unter den UnterzeichnerInnen, die in Dutzenden verschiedenen Organisationen und Initativen aktiv sind, sind die Professoren Moshe Zuckermann, Yehuda Shenhav und Gadi Elgazi von der Universität Tel Aviv, der Filmregisseur Udi Aloni, feministische AktivistInnen der israelischen Frauenkoalition für Frieden wie Eilat Maoz und Inna Michaeli, KriegdienstsverweigerInnen wie Matan Kaminer und Hagai Matar und KämpferInnen für soziale Gerechtigkeit wie Reuven Aberjil und Einat Podjarni:

http://de.indymedia.org/2010/03/276798.shtml

Israel ist in seiner aktuellen und vergangenen Politik leider ein Staat der die Forderungen der internationalen Staatengemeinschaft und vieler Menschenrechtsorganisationen stets ignoriert hat. Dies ist angesichts der Zuspitzung der Lage nach Gaza 2014, der Wiederwahl Netanjahus und einer Ankündigung einer noch unerbittlicheren Politik durch eine erstmals seit den 90ern rein rechts-religiöse israelische Regierungskoalition nicht länger hinnehmbar. Die Linke muss sich international solidarisieren, unsere Parteien müssen sich in diesen Fragen positionieren, die Weltöffentlichkeit muss informiert werden und öffentlicher Druck muss erzeugt werden.

Die richtige Folgerung aus der deutschen Geschichte

Dies hier ist, in meiner Meinung, die richtige Folgerung aus der deutschen Vergangenheit.

Die Erklärung der internationalen Identität:

Ich bin ein Mensch. Ein Teil der Menschheit.
Das ist das einzige Volk dem ich angehöre.
Ich bin ein Teil der menschlichen Rasse.
Das ist die einzige Rasse der ich angehöre.
Ich bin ein Bürger des Planeten Erde.
Das ist meine einzige Heimat. Ich liebe sie sehr.
Ich bin ein Teil jeder Kultur. Alle Kulturen sind ein Teil meines Volkes und wertvoll.
Ich folge nur der Menschlichkeit. Das ist die einzige Ideologie der ich folge.
Alles Leben ist wertvoll. Alles Leben muss beschützt werden.

Das ist die Stufe die die Menschheit als Nächstes erlangen muss. Wenn wir endlich gelernt haben einander mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen, dann werden die Tiere und die Natur mit denen wir unseren Lebensraum teilen unweigerlich folgen.

Im folgenden nur 4 von hunderten vergleichbaren Zitaten israelischer Politiker seit 1947:

25. Juni 1982, Menachim Begin, israelischer Ministerpräsident, in einer Rede an die Knesset: „Die Palästinenser sind Tiere, die auf zwei Füssen gehen.“

14. April 1983, Raphael Eitan, Generalstabschef der israelischen Armee, in der New York Times: „Wenn wir das Land besiedelt haben, wird alles was die Araber dann noch tun können sein, wie betäubte Kakerlaken in einer Flasche umherzuirren.“

Oktober 1983, Heilbrun, Präsident des Komitees zur Wiederwahl des Tel Aviver Bürgermeisters General Shlomo Lahat: „Wir müssen alle Palästinenser töten, es sei denn sie finden sich damit ab, hier als Sklaven zu leben.“

1. April 1988, Yitzhak Shamir, israelischer Ministerpräsident, in einer Rede vor jüdischen Siedlern: „Die Palästinenser sollen zerquetscht werden wie Grashüpfer, ihre Köpfe gegen die Felsen und Wände geschmettert werden.“

Wie gross das Rassismusproblem dort ist, auch gegenüber Asylanten aus Afrika, sowie das Ausmaß der dort vorliegenden Apartheid, gegen die sich schon Nelson Mandela, der Überwinder der Apartheid in Südafrika mit dem palästinensischen Volk solidarisierte, darauf werde ich noch zu einem späteren Zeitpunkt näher eingehen.

nelson mandela

Auch Desmond Tutu sagte bereits wie sehr ihn die Rassentrennung in den besetzten Gebieten bezüglich der nur von Israelis zu befahrenden Strassen und das getrennte Wohnen an Südafrika während der Zeit der Apartheid erinnerte.

Die Apartheid dort erstreckt sich noch so viel weiter und dient einzig dem Zweck diese beiden Völker getrennt zu halten, das eine Volk privilegiert zu halten und das andere mit 30 Gesetzen die es spezifisch diskriminieren unterdrückt zu halten. Israelis stehen unter israelischem Recht, dass sich nach innen wie eine Demokratie verhält, Palästinenser, selbst die die in Israel selbst leben, stehen unter dem unerbittlich harten Militärrecht.

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Das ist Rassentrennung. Das ist auch schlecht für Israel.

Israel ist in seiner vergangenen und aktuellen Politik leider ein Staat der autoritäre und rassistische Tendenzen vorweist und Menschen verletzt. Der Staat Israel, der als eine Demokratie angesehen werden will, missachtet Menschenrechte und betreibt Rassismus, seit seiner Gründung. Ein psychologisch-soziologischer Erklärungsversuch aus der Traumaforschung, der Verständnis für das Verhalten dieses Staates entwickeln und ihm helfen soll einen anderen Weg der Vergangenheitsbewältigung zu finden, wird im Verlauf meiner Argumentation folgen.

Ich stehe auf der richtigen Seite. Ich stehe auf der Seite von Allen. Ich habe keine Feinde, weil ich mich selbst nicht hasse.

Abschliessend möchte ich sagen ich widme all meine Bemühungen allen Menschen, im besonderen meiner überall auf der Welt zerstreuten Familie auf beiden Seiten.