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KOSTENLOS! Neues Buch zum Nahostkonflikt Israel / Palästina

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Wen mein neues Buch, welches im Handel etwa 20 Euro kosten wird, bereits jetzt interessiert, der kann es für kurze Zeit hier gratis sofort lesen.

300 Seiten, viele Abbildungen und Links zu Quellen.

Titel: „Israel, mein Israel – Ein Appell – Der Nahostkonflikt aus deutsch-palästinensischer Perspektive“

Aktuell befinde ich mich auf der Suche nach einem passenden Verlag. Auch Buchhändler dürfen mir gerne schreiben, ich biete das Buch auch gedruckt günstig in größeren Mengen an. Siehe Buch.

Bitte helft bei der Verbreitung dieses brisanten und sehr relevanten Materials, teilt das Buch mit Freunden und Bekannten, postet vielleicht Beiträge dazu, falls ihr diese Botschaft wichtig findet. Teilt diesen Beitrag bitte auch in die Gruppen hinein.

Auf meiner Seite werde ich darüber berichten welche Hilfsprojekte ich mit den Spenden fördere und aufbaue. Dort findet sich auch ein von mir erstelltes Video mit bereits erfolgreichen Hilfsaktionen in Gaza der Organisation Palästinensische Stimme Berlin, verlinkt am Ende des PDF.

Über das Buch:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen von Herzen kommenden Appell – einen Appell an die israelische, an die palästinensische und im Besonderen auch an die deutsche Bevölkerung.

Es fordert mehr Ehrlichkeit in der Auseinandersetzung mit der Thematik, mehr Menschlichkeit in der Begegnung, mehr Offenheit im Dialog – und einen echten Austausch, sowie reelle Begegnung.

Den ersten Teil des Buches macht ein kurzer und schonungsloser historischer Abriss aus, der mit einer Vielzahl von Mythen um die Entstehung des israelischen Staates aufräumt.

Es folgen eine Reihe von Artikeln, die verschiedene relevante Aspekte des Nahostkonfliktes aus deutsch-palästinensischer Perspektive näher beleuchten.

Der Abschluss unternimmt den Versuch eines Lösungsvorschlages für diesen brisanten Konflikt.

Ein mutiges und ergreifendes Porträt des Überlebenskampfes zweier Völker und ein Plädoyer für einen Frieden durch die gegenseitige Anerkennung und einen offenen Dialog.

Über den Autor:

Robert Raoul Alggad ist Deutsch-Palästinenser, lebt und arbeitet als Autor und freischaffender Journalist, Blogger und Youtuber in Berlin. Er ist Jugenderzieher und Englischübersetzer und neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Lifecoach im Bereich Persönlichkeits-entwicklung / Lebenshilfe tätig.

Seine Themen umfassen neben politischen und sozialen Schwerpunkten insbesondere den Nahostkonflikt, aber auch die Dynamik zwischen den Geschlechtern und das Gender Mainstreaming, welches er kritisch betrachtet, obgleich er aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich stammt.

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Historie der Vertreibung – Teil 2: 1947/48 – „Al Nakba“ – „Die Katastrophe“ / „Israelischer Unabhängigkeitskrieg“

Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina: 1947/48 – „Die Katastrophe“

„Al Nakba“ / Israelischer Unabhängigkeitskrieg

Am 14. Mai 1948 lief das britische Mandat aus und Zionisten erklärten den Staat Israel als geboren.

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Der Mythos der nationalen israelischen Geschichtsschreibung besagt, dass 1947, nachdem die Vereinten Nationen endlich dem jüdischen Volk (oder Religionsgemeinschaft) das Recht auf einen eigenen Staat zugesprochen hatten, die arabischen Armeen angegriffen hätten, mit der Absicht diesen unerfahrenen Staat, diese junge jüdische Gemeinde zu zerstören. Und das nur wenige Jahre nach dem Holocaust durch die Nationalsozialisten.

Jedoch waren die zionistischen Kräfte, die sogenannte Hagana, die Palmach, angeblich auf unerklärliche Weise in der Lage gewesen sämtliche arabischen Armeen zurückzuschlagen, die Palästinenser zu besiegen und zwischen dem Ende von 1947 und 1948 fast 80% des Landes zu erobern, über 530 palästinensische Gemeinden und Dörfer zu zerstören, einschließlich Schulen und Moscheen, Kirchen und Wohnhäusern und eine Dreiviertel Million Menschen ins Exil zu schicken, in einer Zeitspanne von nur 12 Monaten.

Wie waren sie dazu in der Lage gewesen, während sie gleichzeitig von Außen durch gewaltige Armeen angegriffen wurden?

Der jüdische Israeli Miko Peled, Sohn des israelischen Generals Mattityahu Peled, welcher 1947 persönlich als einer der zionistischen Milizionäre an der ursprünglichen Landnahme teilgenommen hatte und eine bekannte israelische Persönlichkeit war, berichtet Folgendes über das was sich in den persönlichen Erzählungen, aber auch den militärischen Protokollen aus der damaligen Zeit findet:

„Wenn man die Fakten betrachtet, realisiert man, dass die jüdische Gemeinde, die zionistische Bevölkerung im historischen Palästina um 1947, bereits über eine beträcht-liche Militärmacht verfügte. Sie hatte eine bewaffnete Streitmacht von fast 40,000 Mann. Gut ausgebildet und gründlich indoktriniert. Mein Vater war einer von ihnen.

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Es gab kein Äquivalent auf der palästinensischen Seite. Die Palästinenser hatten niemals über eine militärische Streitmacht verfügt. Und die arabischen Armeen der umliegenden Nationen beteiligten sich nicht an diesem Krieg bis zum Mai 1948. Der Krieg war bis zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Monate in Gang gewesen und die ethnische Säuberung des Landes hatte bereits stattgefunden. Die militärische Zielsetzung der Zionisten war klar: So viel Land wie möglich einzunehmen und so viele Palästinenser wie möglich loszuwerden.“

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Der israelische Entstehungsmythos ist leicht zu recherchieren und aufzudecken, wenn man nicht der offiziellen nationalen Geschichtsschreibung der Sieger dieses Konfliktes Folge leisten möchte.

Dieser Ablauf der Ereignisse findet sich auch in den Erzählungen der vertriebenen Palästinenser, die sich von den umliegenden arabischen Nationen zunächst im Stich gelassen gefühlt hatten.

Die israelische Geschichtsschreibung, der Revisionismus der Siegermacht, hält keiner näheren Betrachtung stand.

Das Ende des zweiten Weltkrieges und die Ereignisse des Holocaust wurden benutzt um eine ethnische Säuberung und illegale Landnahme bis heute zu rechtfertigen.

1948 war das Jahr eines unfassbaren Verbrechens. Eine fast wehrlose Bevölkerung von Ziegenhirten und Olivenfarmern, bis heute ohne eine eigene militärische Streitmacht, wurde aus ihrer Heimat vertrieben.

13,000 Palästinenser wurden von zionistischen Streitkräften ermordet, 750.000 Menschen wurden zu Flüchtlingen.

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Es wurden über 530 Gemeinden und Dörfer in diesem Land, die mitunter für Jahrhunderte existiert hatten, dem Erdboden gleichgemacht. Dies war ein Verbrechen wider die Menschlichkeit, verursacht durch eine weit überlegene Streitkraft.

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In diesem Zeitraum haben etliche Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung stattgefunden. Dies war der Höhepunkt der zionistischen ethnischen Säuberung des Landes von der einheimischen arabischen Bevölkerung.

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Die Palästinenser sprechen von diesem Jahr als „Al Nakba“ – „Die Katastrophe“.

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Ein Augenzeuge berichtet dazu Folgendes:

Okkupiertes Westjordanland – Mohammed al-Saghir Abu Sharar war 37 Jahre alt als die Hagana und andere zionistische Milizen al-Dawayema 1948 angriffen, ein Dorf das sich 18 Kilometer nordwestlich von Hebron (Al-Khalil) befindet.

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Mohammeds Augenzeugenbericht wurde bestätigt durch israelische Historiker und Forscher, die sich deklassifizierter Archive der israelischen Armee bedienten und Veteranen zu den damaligen Vorgängen befragten.

Aharon Zisling, Israels erster Minister für Landwirtschaft, verglich das Massaker (Codename „Operation Yo´av“) mit den Verbrechen der Nationalsozialisten.

Als sie kamen, fingen sie damit an die zivile Bevölkerung en masse zu töten, Männer, Frauen und Kinder,“ erinnert sich Mohammed, heute fast 100 Jahre alt. „Sie töteten jeden den sie sahen. Sie schlugen Kindern die Köpfe ein und schnitten Frauen die Bäuche mit ihren Bayonetten auf.

Sie vergewaltigten sogar einige der Frauen, bevor sie sie ermordeten.“

Mohammed sagte eines der blutigsten Kapitel dieses Tages fand in der Moschee statt.

Es war Freitag und viele der Älteren waren bereits zum Gebet in die örtliche Moschee gegangen,“ erinnert er sich. „Etwa 2 Stunden vor dem Gebet, um 10 Uhr oder 10 Uhr 30, fuhren einige Fahrzeuge mit Schützen vor. Sie deckten alles und jeden mit Kugeln ein und töteten sämtliche 75 Älteren die anwesend waren. Nicht ein Einziger überlebte,“

fügt er hinzu. „Dann begannen sie damit in die Häuser einzudringen, ganze Familien umzubringen. Die Ermordungen zwangen die Menschen nach Osten zu fliehen. Aber die Männer der Hagana verfolgten die flüchtenden Zivilisten und töteten weitere von ihnen.“

Mohammed sagte auch das Dutzende der flüchtenden Familien Zuflucht in einer großen Höhle namens „Turel Zagh“ gesucht hatten:

Die Juden sagten ihnen das sie herauskommen, sich in einer Reihe aufstellen und zu gehen beginnen sollten.

Und als sie zu gehen begannen, wurden sie durch Maschinengewehrfeuer von beiden Seiten niedergemäht.

Eine Frau, die Ehefrau von Mir´ie Freih, überlebte das Massaker, indem sie sich totstellte.“

Die Opfer wurden nach seiner Aussage in einem örtlichen Brunnen beigesetzt.

Der israelische Historiker Benny Morris befragte einige Teilnehmer des Massakers, die ihm berichteten das etwa 80 bis 100 Menschen, einschließlich Frauen und Kindern, „von der ersten Welle der Eroberer“ getötet worden waren.

1984 interviewte ein israelischer Journalist den früheren Dorfältesten von al-Dawayema, Hasan Mahmoud Ihdeib, und brachte ihn zum Schauplatz des Massakers zurück.

Ihdeib erzählte ihm von den in der Moschee getöten Menschen und dem Massaker an den Familien bei der Höhle und zeigte ihm auch die Zisterne in der die Körper beigesetzt worden waren. Einige Tage später brachte der israelische Journalist Arbeiter mit sich, die gruben und Knochen sowie Schädel darin fanden.

1955 wurde die jüdische Siedlung Amatzy auf den Ruinen al-Dawayemas errichtet.

Als Mohammed abschliessend gefragt wurde ob er eine Kompensation für sein verlorenes Eigentum haben wolle, erwiderte er:

Dies ist nicht eine Angelegenheit von Besitz oder Kompensation. Dies ist mein Land, meine Geschichte, mein Zuhause, meine Kindheitserinnerungen. Meine Vorväter und -mütter liegen hier begraben. Würden Sie, um alles Geld in der Welt, um das Grab ihres Vaters verhandeln?“

 

Die Resolution 194 der Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde am 11.12.1948, kurz vor dem Ende des Palästinakrieges, verabschiedet.

Die Zustimmung zur Resolution 194 durch Israel war eine Bedingung für die Aufnahme Israels in die Vereinten Nationen und wurde dementsprechend sehr schnell von der israelischen Regierung akzeptiert.

Sie wurde bisher jedoch komplett von ihr ignoriert.

Artikel 11 der Resolution 194 (Rückkehr von Flüchtlingen) wurde seit Ende der 1960er Jahre zunehmend von denen zitiert, die den Artikel als Basis des Rückkehrrechts palästinensischer Flüchtlinge sehen.

Israel hat sich gegen diese Auslegung gewandt und darauf hingewiesen das der Text lediglich feststellt, den Flüchtlingen „sollte erlaubt werden“ zum „frühest möglichen Termin“ in ihre Heimat zurückzukehren und das diese „Empfehlung“ sich nur auf jene bezieht, die „es wünschen, (…) in Frieden mit ihren Nachbarn zusammen zu leben“.

Fast 80%, nicht etwa die ursprünglich durch Fremdmächte angebotenen 55%, des historischen Palästina wurden zwischen 1948 und 1949 erobert. Die verbliebenen 22 Prozent, die Westbank, zu deutsch Westjordanland, im Osten des Landes (so genannt weil sie am Westufer des Flusses Jordan, an der Grenze zu Jordanien verläuft) und der Gazastreifen im Westen des Landes wurden den Palästinensern überlassen, die nicht in Flüchtlingslager in den Nachbar-ländern im Norden, Osten und Süden des Landes vertrieben worden (Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten) oder vor zionistischen Kräften geflohen waren.

In den restlichen 78% ihrer ursprünglichen Heimat fanden sich zum damaligen Zeitpunkt fast keine Palästinenser mehr. Es hatte eine ethnische Säuberung stattgefunden.

David Ben-Gurion, der erste Premierminister Israels, hielt in seinen öffentlich zugänglichen Tagebüchern bezüglich der Landnahme durch zionistische Kräfte 1947 fest: „Jeder Angriff soll ein entscheidender Schlag sein, der in der Zerstörung von Wohnhäusern und der Vertreibung der Bevölkerung resultiert.“

Die verbliebenen Palästinenser im Israeligebiet erhielten zwar die israelische Staatsbürgerschaft, standen aber unter einer besonderen Rechtssprechung, dem harten Militärrecht. In dem Zeitraum bis 1967 fanden erneut mehrere Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung statt.

Als eine Regierung, die britische, das Land eines Volkes, das der Palästinenser, einem zweiten Volk, dem jüdischen, 1917 in der Balfour-Deklaration zugesprochen hatte, ohne eines der betroffenen drei Völker dazu zu befragen, wurde von Großbritannien auch gefordert, dass bei der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk, wie in der obenstehenden Balfour-Deklaration festgehalten wurde „Nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.“

Als das britische Mandat 1947 abgelaufen war, zogen die Briten sich nach und nach zurück und gaben ihre Kolonialherrschaft auf.

Daraufhin haben die 40.000 Mann starken jüdischen Milizen der Hagana und Palmach eine gewaltsame ethnische Säuberung an der eingeborenen Bevölkerung betrieben, welche in historischen Dokumenten unabhängiger Beobachter wie der UN, den Berichten von israelischen Generälen und Augenzeugen auf beiden Seiten gut dokumentiert ist und ein halbes Jahr später dann drei arabische Armeen der umliegenden Länder besiegt, die ihrer Militärmacht Nichts entgegenzusetzen hatten.

Nach einer ethnischen Säuberung einer arabischen Bevölkerung und Krieg durch den neu geschaffenen Staat Israel wurden in den unmittelbar darauf folgenden Jahren ´48 bis ´51 jüdische Menschen aus den umliegenden arabischen Nationen vertrieben.

Wo haben sich diese Vertriebenen aus den Israel umgebenden arabischen Ländern dann angesiedelt? Sie haben in Israel Land erhalten, Land das vor ihrer eigenen Vertreibung den Palästinensern geraubt worden war.

Dies hat dem Wachstum der Bevölkerung Israels noch gedient, welches der Verursacher und einzige Nutzniesser dieser weiteren Tragödie war. Riesige jüdische Bevölkerungen die wie die Palästinenser seit einem Dreivierteljahrhundert in Flüchtlingslagern leben müssen, sind nicht bekannt. Ebenso keine 7 Millionen heute registrierten Flüchtlinge.

Diese Palästinenser fordern ein Rückkehrrecht, da sie keine Heimat mehr haben.

Dieses Recht auf Rückkehr, das durch die Vereinten Nationen von Israel sogar als Beitrit-tsbedingung gefordert und seither komplett ignoriert wurde, mit der nach der Nakba vert-riebenen jüdischen Bevölkerung, die in Israel das Land und die Häuser dieser vertriebenen Menschen erhalten hat, gleichzusetzen, halte ich für im höchsten Maße unzulässig.

Die UN forderte kein Rückkehrrecht dieser jüdischen Bevölkerung aus den umliegenden arabischen Nationen, da sie die Vorgänge hier sehr genau beobachtet hat. Diese Menschen haben das Land und die Häuser der vertriebenen Palästinenser erhalten.

1949 hiess die UN den Staat Israel als Mitgliedsstaat willkommen.
Der versprochene palästinensische Staat wurde seither jedoch nie realisiert oder anerkannt.

 

Vortrag von Miko Peled, Sohn des israelischen General Matityahu Peled, welcher 1947/´48 an der ursprünglichen Landnahme persönlich als Milizonär teilgenommen hatte, über die Wahrheit bezüglich der ethnischen Säuberung Palästinas:

Historie der Vertreibung – Teil 1: 1917 – Die Balfour-Deklaration

1 – Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina: 1917 – Die Balfour-Deklaration

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Zusammenfassung der Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina, von 1917 bis heute, jenseits der Mythen nationaler israelischer Geschichtsschreibung

Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Eckpunkte und historischen Ereignisse in der Geschichte des Nahostkonfliktes Israel / Palästina, ab 1917.

Sie soll als Einführung in die Thematik dienen und dürfte insbesondere für diejenigen interessant sein, die schon immer wissen wollten worum es in dieser Problematik überhaupt geht und was in den Medien häufig erwähnte Begriffe wie Intifada, Gaza, etc. bedeuten.

Ich erhebe allerdings absolut keinen Anspruch auf vollständige Richtigkeit. Ich erhebe auch keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit.

Worauf ich den Schwerpunkt meiner Betrachtungen lege, macht der obenstehende Titel bereits unmissverständlich deutlich:

Die Wahrheit über die ethnische Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina, welches von der Landkarte radiert worden ist. Jeder kann diese Dinge Selbst recherchieren. Ich bitte sogar darum.

Alles ist besser als ein Wegsehen.

Die Geschichte dieses Konfliktes ist jedoch nicht in zwei Sätzen erzählt. Wenn man schon Nichts anderes liest, dann doch zumindest den letzten Abschnitt über die aktuelle Situation. Vielleicht noch den zuvor über Gaza.

Ich empfehle aber dringend die gesamte Zusammenfassung zu lesen.

Ich denke mein Text ist eine interessante, wenn auch schreckliche Lektüre.

Als Quelle empfehle ich, neben der Wikipedia (wenn nicht bereits wieder in sympathisierender Verschleierung Artikel zwischenzeitlich zu einer sehr proisraelischen Sichtweise abgewandelt worden sind) von der tatsächlich viele dieser Informationen stammen, das Buch „Die ethnische Säuberung Palästinas“ des israelischen Historikers, Autors und Professor an der Universität Exeter, Ilan Pappe, welches noch wesentlich tiefer in die Materie einsteigt.

Weitere Quellen und Internetlinks dazu:

  1. Vortrag von Miko Peled, Sohn des israelischen General Peled:

  1. UNO-Bericht 2014: https://www.ochaopt.org/documents/annual_humanitarian_overview_2014_english_final.pdf
  1. Webseite „Palestineremix“ http://interactive.aljazeera.com/aje/PalestineRemix/maps_main.html
  1. Link: Bei dem Video im ersten Link handelt es sich um einen Vortrag des jüdischen Israeli Miko Peled, Sohn des israelischen General Peled, welcher 1947 persönlich als einer der 40,000 zionistischen Milizionäre bei der ersten ethnischen Säuberung und Landnahme durch die Kräfte der Hagana und Palmach teilgenommen hat. Darin werden unter anderem die Mythen der nationalen israelischen Geschichtsschreibung von ´47 und ´67 entlarvt, diese Sicht deckt sich auch mit den Berichten der Vertriebenen und unabhängigen Beobachtungsorganen, sowie den Sitzungsprotokollen der israelischen Generäle und den Informationen aus den öffentlich zugänglichen Tagebüchern des ersten israelischen Premierministers, David Ben-Gurion.
  1. Link: Der zweite Link ist der alljährliche Bericht des UNO-Büros der Vereinten Nationen zur Koordination humanitärer Angelegenheiten im besetzten palästinensischen Territorium aus dem meine aktuellen Zahlen stammen.
  1. Link: Auf der Adobe Muse Website namens „Palestineremix“ im dritten Link kann man sich unter dem Menüpunkt „Maps“ selbst einen Eindruck von den Abläufen der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina machen. Die erste Flash-Grafik zeigt die palästinensischen und israelischen Bevölkerungszahlen, deren Ansteigen oder Absinken, sowie ihre Bewegungen durch Immigration und Vertreibung über die Jahrzehnte, des Weiteren wie viel Prozent des Landes wann unter wessen Kontrolle standen. Man kann die Grafik unten rechts pausieren oder die Jahreszahlen im Einzelnen anklicken.Man beachte was um ´47, ´48 und ´67 geschieht und den Kontrast in der Kontrolle über das Land zwischen den beiden Jahren 1917 und 2014. Diese Daten sind akkurat und überprüfbar.Direkt darunter findet sich ein Flash-Element mit einem Menü in dem man die 530 Gemeinden die 1948 zerstört worden sind im Einzelnen näher betrachten kann, ihre Lage, Größe, das Entvölkerungsdatum, die Ursachen der Entvölkerung (üblicherweise Vertreibung durch, oder Flucht vor zionistischen Streitkräften), ob ein Massaker durch die UN registriert worden ist, die ursprüngliche arabische Bevölkerung und die 2008 registrierte Anzahl an Flüchtlingen aus dieser Gemeinde, des Weiteren das Ausmaß ihrer Zerstörung. Meist blieben nur Trümmer zurück oder sie wurden vollständig vernichtet, einige Gemeinden wurden zum Teil von einer jüdischen Bevölkerung neu besiedelt. Auch diese Daten sind akkurat und überprüfbar.

 

1917: Die Balfour-Deklaration

Aus: Das Historische Narrativ des Anderen kennen lernen / Palästinensisches Narrativ
Von: Peace Research Institute in the Middle East / Berghof Conflict Research / Quelle:
http://friedenspaedagogik.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/primetextbuch.pdf

Die Balfour-Deklaration: 2. November 1917

Inhalt

Historischer Hintergrund
• Die Teilung des arabischen Ostens
• Schritte zur Balfourdeklaration

Historischer Hintergrund:

Im April 1799, während der Belagerung von Akka, entwickelte Napoleon Bonaparte einen Plan für einen jüdischen Staat in Palästina.

Er versprach, den Tempel wieder aufzubauen und hoffte im Gegenzug auf jüdische Unterstützung.

Nach seiner Niederlage in den Schlachten von Akku und Abu Qir wurde jedoch nichts aus dem Projekt. Seit der Renaissance war dies die erste Kooperation zwischen einer Kolonialmacht und dem jüdischen Volk.

Erst die Ereignisse von 1831-40 sollten der Gründung eines jüdischen Staates in Palästina den Weg ebnen. Lord Palmerston, britischer Außenminister von 1840-41, schlug vor im Osmanischen Reich ein britisches Protektorat zu errichten und dort Juden anzusiedeln.

Dieses Gebiet sollte als Pufferzone gegen den ägyptischen Herrscher Muhammad Ali dienen und gleichzeitig die Araber der Region bei ihren Bemühungen um politische Einheit behindern.

Die ohnehin in großer Armut lebenden Juden in Osteuropa und insbesondere im russischen Zarenreich waren Opfer grausamer Pogrome geworden. Daraufhin entschloss sich Großbritannien, die Ansiedlung von Juden in Palästina zu unterstützen. In einer Zeit des anschwellenden Nationalismus bot sich der Zionismus als drastische internationale Lösung für das jüdische Problem an.

Die jüdische Religion bedeutete nun nationalistische Verbundenheit mit einer eigenen jüdischen Heimstätte und einem eigenen jüdischen Staat.

Weitere Faktoren bei der Entstehung und Entwicklung der zionistischen Bewegung waren die schärfer werdenden Interessens-konflikte zwischen den europäischen Kolonialmächten in Afrika und Asien, sowie die zionistische Siedlerbewegung, die sich Palästina untertan machen wollte.

Der britische Imperialismus instrumentalisierte den Zionismus um seine eigenen Interessen im arabischen Osten durchzusetzen; einer Region, die für das Empire strategisch und ökonomisch von großer Bedeutung war.

Umgekehrt nutzte der Zionismus die britischen kolonialen Ambitionen, um internationalen Rückhalt und wirtschaftliche Unterstützung für das Projekt einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina zu gewinnen.

Dieses Bündnis des britischen Imperialismus mit dem Zionismus führte schließlich zu der sogenannten Balfour-Deklaration (2.11.1917).

Diese ist ein Musterbeispiel für die britische Politik, sich das Land und die Ressourcen einer anderen Nation anzueignen und deren Identität auszulöschen. Eine Politik, die auf Aggression und Gebietszuwachs basierte und ein ganzes Volk daran hinderte, seine nationale Unabhängigkeit zu erlangen.

Für die Palästinenser war das Jahr 1917 nur das erste in einer langen Reihe von Jahren – 1920, 1921, 1929, 1936, 1948, 1967, 1987, 2002 – die von Tragödien, Krieg, Unglück, Tod, Zerstörung, Verlust der Heimat und Katastrophen geprägt waren.

Die Teilung des arabischen Ostens:

Das imperialistische Großbritannien rief zur Bildung eines Hochkomitees auf, das sich aus Vertretern sieben europäischer Staaten zusammensetzte. 1907 wurde dem britischen Premierminister Sir Henry Campbell-Bannerman der Bericht dieses Komitees unterbreitet. Darin hieß es, die arabischen Länder und die muslimisch-arabische Bevölkerung, die im Osmanischen Reich lebte, „stellten für die europäischen Staaten eine Bedrohung dar“; folgende Vorgehensweisen wurden empfohlen:

  1. Zerfall, Teilungen und Abspaltungen in der Region zu fördern.
  2. Künstliche politische Einheiten zu schaffen und sie der Kontrolle der imperialistischen Länder zu unterstellen.
  3. Jede Art von Einheit zu bekämpfen, sei sie intellektuell, religiös oder historisch fundiert und praktische Maßnahmen zu ergreifen, um die Einwohner der Region zu spalten.
  4. Zu diesem Zweck einen „Pufferstaat“ in Palästina zu schaffen, in dem eine starke ausländische Bevölkerungs-gruppe leben sollte, die ihren Nachbarn feindlich gesinnt und den europäischen Staaten und deren Interessen gegenüber positiv eingestellt sein würde.

Zweifelsohne ebneten die Empfehlungen des Campbell-Bannerman-Komitees der jüdischen Bevölkerung den Weg nach Palästina.

Die Briten gaben damit ihre Zustimmung zur Politik der zionistischen Bewegung, Palästina von den arabichen Ländern abzuspalten und dort einen imperialistischen Nukleus zu schaffen, der den ausländischen Einfluss in der Region sichern würde.

Schritte auf dem Weg zur Balfour-Deklaration:

Die Balfour-Deklaration gilt als politischer Teilsieg der zionistischen Bewegung. Verlierer waren die Araber und Muslime, denen das Heilige Land ursprünglich gehörte. Mehrere Ereignisse führten zur Verabschiedung der Deklaration:

  • Schon 1845 hatte der Brite E.L. Mitford, der sich für eine Rückkehr der Juden nach Palästina einsetzte, die Idee verfochten, die dort lebenden Muslime nach Kleinasien zu deportieren, um Platz für jüdische Einwanderer zu schaffen. Er glaubte, arabische Bauern würden Palästina bereitwillig verlassen, wenn sie in anderen Ländern wie Syrien und Babylonien (Irak) ein besseres Leben führen konnten und bessere Bedingungen zur Landwirtschaft erhielten.
  • 1860 wurde eine „Gesellschaft zur Besiedlung Palästinas“ gegründet, die der jüdischen Bevölkerung dabei helfen sollte, sich im Land Israel niederzulassen.
  • Ihr Ziel lautete, in Palästina eine große jüdische landwirtschaftliche Kolonie zu gründen, die als unverdächtiger Vorposten für die Gründung eines neuen jüdischen Staates fungieren würde. Dementsprechend wurden Landwirtschaftsschulen errichtet, wie etwa 1870 die Landwirtschafts-akademie Mikveh Israel in der Nähe von Jaffa. 1878 gründeten Juden aus Jerusalem mit Petah Tikva die erste landwirtschaftliche Siedlung.Rishon LeZion wurde 1882 als erste landwirtschaftliche Siedlung mit dem politischen Ziel errichtet, die jüdische Heimstätte in Palästina zu gründen.
  • Als Theodor Herzl 1897 in Basel den ersten Zionistenkongress einberief, erreichten die zionistischen Aktivitäten einen Höhepunkt. Das Hauptziel des Kongresses war die Schaffung einer international abgesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Das „Basler Programm“ beschrieb auch, mit welchen Mitteln dieses Ziel erreicht werden sollte:

1. Jüdische Landarbeiter und Industrielle in Palästina ansiedeln.
2. Das internationale Judentum einen und durch lokale und internationale Organisationen an die zionistische Bewegung binden.
3. Das jüdische Nationalgefühl und Nationalbewusstsein stärken.
4. Erste Schritte ergreifen, um von den Regierungen Zusagen zu erwirken, die für die Verwirklichung der zionistischen Ziele notwendig sind.

  • Auf der zweiten Zionistenkonferenz 1898 wurden die Siedlungskommission und die Jüdische Kolonialbank gegründet. Diese sollten sich zum Finanzinstrument der zionistischen Bewegung entwickeln, denn sie gab im Ausland lebenden Juden die Möglichkeit in Palästina Land für das jüdische Volk zu kaufen.Die Einwanderung von Juden hatte jedoch schon Jahre vor der ersten Zionistenkonferenz, im Jahre 1881, eingesetzt, als Juden nach der Ermordung des Zaren in Russland verfolgt wurden. Mit der ersten Einwanderungswelle kamen 2,000 Einwanderer nach Palästina.
  • Mit der zweiten Einwanderungswelle von 1905 – 1907 kamen auch David Ben-Gurion und Itzhak Ben-Zvi. Die beiden setzten den Boykott arabischer Arbeitskräfte durch. Sie verjagten die tscherkessischen und beuinischen Wächter der jüdischen Bauernhöfe und gründeten die Organisation HaSchomer, aus der später der bewaffnete Arm (Haganah) der Zionistenorganisation hervorging.
  • Von 1908 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gründeten die Zionisten elf neue Siedlungen in Palästina. Für den Landkauf und die Ansiedlung von Juden in landwirtschaftlichen Kolonien war das Palästinabüro der Zionistischen Weltorganisation unter Arthur Ruppin zuständig.Das Palästinabüro half dem Jüdischen Nationalfonds, vor Jaffa eine jüdische Vorstadt zu bauen – Tel Aviv.Es gründete auch die Palästinensische Landentwicklungsgesellschaft und eröffnete Zentren, um jüdische Einwanderer in Landwirtschaft und Industrie auszubilden. Obwohl die Zahl der jüdischen Bewohner in Palästina kontinuierlich stieg (von 50,000 im Jahr 1897 auf 85,000 im Jahr 1914, einschließlich der 12,000, die in land-wirtschaftlichen Siedlungen lebten), entwickelte sich Widerstand gegen die zionistische Besiedlung des Landes.
  • Mit der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 wurde in der Geschichte des arabischen Ostens eine neue Seite aufgeschlagen.Die Deklaration diente nun als Hauptargument für das Britische Mandat über Palästina und war Ausgangspunkt für alle späteren Ereignisse in Zusammenhang mit dem Land.Großbritannien bezog sich zur Rechtfertigung seiner Palästinapolitik auf die Deklaration und sie wirkte sich nachhaltig auf das Geschehen in Palästina und in der gesamten Region aus.Das unheilige Band zwischen Großbritannien und der zionistischen Bewegung führte dazu, dass der britische Außenminister Arthur Balfour, ein eifriger Verfechter der zionistischen Interessen, einen Brief an den bekannten jüdischen Philantropen Baron Edmond de Rothschild schrieb:„Verehrter Lord Rothschild,

    ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist:

    Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.

    Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden.

    Ihr ergebener Arthur Balfour“

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Die Immigration jüdischer Siedler nach Palästina hatte unter britischem Mandat nach der Balfour-Deklaration durch den britischen Aussenminister Balfour bereits 1917 begonnen. Die britische Regierung, damals ein imperialistisches Weltreich mit einem Einflussbereich der so groß war „das auf ihm nie die Sonne unterging“, hatte die erklärte Zielsetzung das historische Palästina unter politische, ökonomische und administrative Kontrolle zu stellen, um die Errichtung einer nationalen Heimat für das jüdische Volk zu sichern.

In der Balfour-Deklaration vom 2.11.1917 erklärt sich Großbritannien einverstanden mit dem 1897 festgelegten Ziel des Zionismus, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten.

Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Palästina noch im Machtbereich der Osmanen.

Am 31. Oktober 1917 war die Eroberung von Be´er Scheva unter dem britischen General Edmund Allenby erfolgt und somit hatte die Eroberung Palästinas durch britische Truppen eingesetzt, welche bis Dezember 1917 faktisch abgeschlossen war.

Die britische Balfour-Deklaration war an die Führer der Zionistischen Weltorganisation gerichtet.

Sie wird als eine entscheidende Garantieerklärung an den Zionismus angesehen, um in Palästina eine „nationale Heimstätte für das jüdische Volk“ errichten zu dürfen.

Dieses Dokument stellte die Krönung der Bemühungen der zionistisch-britischen Gruppe unter Leitung von Chaim Weizmann dar. Großbritannien sprach darin ein Land, das ihm nicht gehörte (Palästina), einer Gruppe zu, der es nicht zustand (den Zionisten). Und zwar auf Kosten derer, die das Land besaßen und ein Anrecht darauf hatten, nämlich des palästinensisch-arabischen Volkes, das mehr als 90% der eingeborenen Bevölkerung bildete.

Dies führte dazu das ein Land widerrechtlich enteignet und ein ganzes Volk in beispielloser Weise seiner Heimat beraubt wurde.

Bemerkenswert ist auch, dass Großbritannien dieses Verbrechen beging noch bevor seine Armeen Jerusalem erreicht hatten.

Die Balfour-Deklaration fand 1920 Aufnahme in den Friedensvertrag der Alliierten mit der Türkei. Am 24. Juli 1922 wurde die Deklaration auch in das Völkerbundsmandat für Palästina aufgenommen, dass die Bedingungen für die vorübergehende Übernahme der Verwaltung des Landes durch Großbritannien, mit Rücksicht auf seine jüdische und arabische Bevölkerung, festlegte.

Die Errichtung des unabhängigen Staates Israel im britischen Mandatsgebiet im Mai 1948 war somit mindestens mittelbar eine Folge der Balfour-Deklaration.

Dieses Versprechen wurde einer kleinen Gruppe atheistischer Zionisten gegeben, die nur eine Minderheit unter der jüdischen Weltbevölkerung darstellten.

Die meisten jüdischstämmigen Menschen vertraten zu diesem Zeitpunkt sozialistische und kommunistische Ideen, nicht etwa die des Zionismus.

Weder die weltweite jüdische Gemeinde, noch die britische Bevölkerung und am aller wenigsten die Palästinenser, wurden dazu nach ihrem Einverständnis befragt.

Zuvor kamen jedoch auch eine Vielzahl anderer Regionen für die Gründung des Staates Israel in Frage. Die Briten fragten die zionistische Bewegung zunächst, ob sie den Staat Israel in einer der folgenden Regionen gründen wolle: Den Seychellen, Uganda, Patagonien oder in Lateinamerika, dort wo sich heute der Staat Argentinien befindet.

Die Wahl fiel auf das Heilige Land. Die wehrlose einheimische Bevölkerung, ohne eigenes Militär, wurde von der sie besetzenden Kolonialmacht, der britischen Regierung, selbstverständlich nicht nach ihrem Einverständnis dazu befragt.

Vor dem britischen Mandat machte die jüdische Bevölkerung des historischen arabischen Landes Palästina, umgeben von anderen arabischen Nationen, nur etwa 3% der Gesamtbevölkerung aus.

Das Mandat förderte die jüdische Einwanderung in dieses Land in den 20er und 30er Jahren und bis 1947 hatte sich die jüdische Bevölkerung auf etwa 33% der Gesamtbevölkerung verzehnfacht.

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1929 und 1933 fanden auf palästinensischer Seite Massenproteste gegen die jüdische Einwanderung und aggressive Siedlungspolitik statt. 1936 findet ein 6-monatiger Generalstreik gegen die aufgezwungene Einwanderung statt.

Die britische Regierung tötet die palästinensischen Revolutionsführer und zerschlägt die 3-jährige Revolte.

Noch 1946 kontrollierte der Zionismus nur etwa 5% des Landes. 1947, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, schlug die UN einen Plan vor, der 55% des Landes der 0,5 Mio. Menschen großen jüdischen Bevölkerung zur Gründung ihrer Nation gewähren sollte, während die 1,5 Millionen dort einheimischen Palästinenser 45% des Landes in Form einer geteilten, nicht-zusammenhängenden arabischen Nation erhalten sollten.

Die Palästinenser lehnten diesen Vorschlag ab, der ihrer 3 Mal so großen Bevölkerung weniger als die Hälfte der von ihnen bewohnten Heimat zugestehen sollte und auch massive Umsiedlungen erforderlich machen, Gemeinden und Familien zerreissen würde. Zu diesem Zeitpunkt bewohnten die Palästinenser 94% des historischen Palästina und machten fast 70% seiner Bevölkerung aus.

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