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Historie der Vertreibung – Teil 1: 1917 – Die Balfour-Deklaration

1 – Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina: 1917 – Die Balfour-Deklaration

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Zusammenfassung der Geschichte der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina, von 1917 bis heute, jenseits der Mythen nationaler israelischer Geschichtsschreibung

Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Eckpunkte und historischen Ereignisse in der Geschichte des Nahostkonfliktes Israel / Palästina, ab 1917.

Sie soll als Einführung in die Thematik dienen und dürfte insbesondere für diejenigen interessant sein, die schon immer wissen wollten worum es in dieser Problematik überhaupt geht und was in den Medien häufig erwähnte Begriffe wie Intifada, Gaza, etc. bedeuten.

Ich erhebe allerdings absolut keinen Anspruch auf vollständige Richtigkeit. Ich erhebe auch keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit.

Worauf ich den Schwerpunkt meiner Betrachtungen lege, macht der obenstehende Titel bereits unmissverständlich deutlich:

Die Wahrheit über die ethnische Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina, welches von der Landkarte radiert worden ist. Jeder kann diese Dinge Selbst recherchieren. Ich bitte sogar darum.

Alles ist besser als ein Wegsehen.

Die Geschichte dieses Konfliktes ist jedoch nicht in zwei Sätzen erzählt. Wenn man schon Nichts anderes liest, dann doch zumindest den letzten Abschnitt über die aktuelle Situation. Vielleicht noch den zuvor über Gaza.

Ich empfehle aber dringend die gesamte Zusammenfassung zu lesen.

Ich denke mein Text ist eine interessante, wenn auch schreckliche Lektüre.

Als Quelle empfehle ich, neben der Wikipedia (wenn nicht bereits wieder in sympathisierender Verschleierung Artikel zwischenzeitlich zu einer sehr proisraelischen Sichtweise abgewandelt worden sind) von der tatsächlich viele dieser Informationen stammen, das Buch „Die ethnische Säuberung Palästinas“ des israelischen Historikers, Autors und Professor an der Universität Exeter, Ilan Pappe, welches noch wesentlich tiefer in die Materie einsteigt.

Weitere Quellen und Internetlinks dazu:

  1. Vortrag von Miko Peled, Sohn des israelischen General Peled:

  1. UNO-Bericht 2014: https://www.ochaopt.org/documents/annual_humanitarian_overview_2014_english_final.pdf
  1. Webseite „Palestineremix“ http://interactive.aljazeera.com/aje/PalestineRemix/maps_main.html
  1. Link: Bei dem Video im ersten Link handelt es sich um einen Vortrag des jüdischen Israeli Miko Peled, Sohn des israelischen General Peled, welcher 1947 persönlich als einer der 40,000 zionistischen Milizionäre bei der ersten ethnischen Säuberung und Landnahme durch die Kräfte der Hagana und Palmach teilgenommen hat. Darin werden unter anderem die Mythen der nationalen israelischen Geschichtsschreibung von ´47 und ´67 entlarvt, diese Sicht deckt sich auch mit den Berichten der Vertriebenen und unabhängigen Beobachtungsorganen, sowie den Sitzungsprotokollen der israelischen Generäle und den Informationen aus den öffentlich zugänglichen Tagebüchern des ersten israelischen Premierministers, David Ben-Gurion.
  1. Link: Der zweite Link ist der alljährliche Bericht des UNO-Büros der Vereinten Nationen zur Koordination humanitärer Angelegenheiten im besetzten palästinensischen Territorium aus dem meine aktuellen Zahlen stammen.
  1. Link: Auf der Adobe Muse Website namens „Palestineremix“ im dritten Link kann man sich unter dem Menüpunkt „Maps“ selbst einen Eindruck von den Abläufen der ethnischen Säuberung und Besetzung des historischen Landes Palästina machen. Die erste Flash-Grafik zeigt die palästinensischen und israelischen Bevölkerungszahlen, deren Ansteigen oder Absinken, sowie ihre Bewegungen durch Immigration und Vertreibung über die Jahrzehnte, des Weiteren wie viel Prozent des Landes wann unter wessen Kontrolle standen. Man kann die Grafik unten rechts pausieren oder die Jahreszahlen im Einzelnen anklicken.Man beachte was um ´47, ´48 und ´67 geschieht und den Kontrast in der Kontrolle über das Land zwischen den beiden Jahren 1917 und 2014. Diese Daten sind akkurat und überprüfbar.Direkt darunter findet sich ein Flash-Element mit einem Menü in dem man die 530 Gemeinden die 1948 zerstört worden sind im Einzelnen näher betrachten kann, ihre Lage, Größe, das Entvölkerungsdatum, die Ursachen der Entvölkerung (üblicherweise Vertreibung durch, oder Flucht vor zionistischen Streitkräften), ob ein Massaker durch die UN registriert worden ist, die ursprüngliche arabische Bevölkerung und die 2008 registrierte Anzahl an Flüchtlingen aus dieser Gemeinde, des Weiteren das Ausmaß ihrer Zerstörung. Meist blieben nur Trümmer zurück oder sie wurden vollständig vernichtet, einige Gemeinden wurden zum Teil von einer jüdischen Bevölkerung neu besiedelt. Auch diese Daten sind akkurat und überprüfbar.

 

1917: Die Balfour-Deklaration

Aus: Das Historische Narrativ des Anderen kennen lernen / Palästinensisches Narrativ
Von: Peace Research Institute in the Middle East / Berghof Conflict Research / Quelle:
http://friedenspaedagogik.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/primetextbuch.pdf

Die Balfour-Deklaration: 2. November 1917

Inhalt

Historischer Hintergrund
• Die Teilung des arabischen Ostens
• Schritte zur Balfourdeklaration

Historischer Hintergrund:

Im April 1799, während der Belagerung von Akka, entwickelte Napoleon Bonaparte einen Plan für einen jüdischen Staat in Palästina.

Er versprach, den Tempel wieder aufzubauen und hoffte im Gegenzug auf jüdische Unterstützung.

Nach seiner Niederlage in den Schlachten von Akku und Abu Qir wurde jedoch nichts aus dem Projekt. Seit der Renaissance war dies die erste Kooperation zwischen einer Kolonialmacht und dem jüdischen Volk.

Erst die Ereignisse von 1831-40 sollten der Gründung eines jüdischen Staates in Palästina den Weg ebnen. Lord Palmerston, britischer Außenminister von 1840-41, schlug vor im Osmanischen Reich ein britisches Protektorat zu errichten und dort Juden anzusiedeln.

Dieses Gebiet sollte als Pufferzone gegen den ägyptischen Herrscher Muhammad Ali dienen und gleichzeitig die Araber der Region bei ihren Bemühungen um politische Einheit behindern.

Die ohnehin in großer Armut lebenden Juden in Osteuropa und insbesondere im russischen Zarenreich waren Opfer grausamer Pogrome geworden. Daraufhin entschloss sich Großbritannien, die Ansiedlung von Juden in Palästina zu unterstützen. In einer Zeit des anschwellenden Nationalismus bot sich der Zionismus als drastische internationale Lösung für das jüdische Problem an.

Die jüdische Religion bedeutete nun nationalistische Verbundenheit mit einer eigenen jüdischen Heimstätte und einem eigenen jüdischen Staat.

Weitere Faktoren bei der Entstehung und Entwicklung der zionistischen Bewegung waren die schärfer werdenden Interessens-konflikte zwischen den europäischen Kolonialmächten in Afrika und Asien, sowie die zionistische Siedlerbewegung, die sich Palästina untertan machen wollte.

Der britische Imperialismus instrumentalisierte den Zionismus um seine eigenen Interessen im arabischen Osten durchzusetzen; einer Region, die für das Empire strategisch und ökonomisch von großer Bedeutung war.

Umgekehrt nutzte der Zionismus die britischen kolonialen Ambitionen, um internationalen Rückhalt und wirtschaftliche Unterstützung für das Projekt einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina zu gewinnen.

Dieses Bündnis des britischen Imperialismus mit dem Zionismus führte schließlich zu der sogenannten Balfour-Deklaration (2.11.1917).

Diese ist ein Musterbeispiel für die britische Politik, sich das Land und die Ressourcen einer anderen Nation anzueignen und deren Identität auszulöschen. Eine Politik, die auf Aggression und Gebietszuwachs basierte und ein ganzes Volk daran hinderte, seine nationale Unabhängigkeit zu erlangen.

Für die Palästinenser war das Jahr 1917 nur das erste in einer langen Reihe von Jahren – 1920, 1921, 1929, 1936, 1948, 1967, 1987, 2002 – die von Tragödien, Krieg, Unglück, Tod, Zerstörung, Verlust der Heimat und Katastrophen geprägt waren.

Die Teilung des arabischen Ostens:

Das imperialistische Großbritannien rief zur Bildung eines Hochkomitees auf, das sich aus Vertretern sieben europäischer Staaten zusammensetzte. 1907 wurde dem britischen Premierminister Sir Henry Campbell-Bannerman der Bericht dieses Komitees unterbreitet. Darin hieß es, die arabischen Länder und die muslimisch-arabische Bevölkerung, die im Osmanischen Reich lebte, „stellten für die europäischen Staaten eine Bedrohung dar“; folgende Vorgehensweisen wurden empfohlen:

  1. Zerfall, Teilungen und Abspaltungen in der Region zu fördern.
  2. Künstliche politische Einheiten zu schaffen und sie der Kontrolle der imperialistischen Länder zu unterstellen.
  3. Jede Art von Einheit zu bekämpfen, sei sie intellektuell, religiös oder historisch fundiert und praktische Maßnahmen zu ergreifen, um die Einwohner der Region zu spalten.
  4. Zu diesem Zweck einen „Pufferstaat“ in Palästina zu schaffen, in dem eine starke ausländische Bevölkerungs-gruppe leben sollte, die ihren Nachbarn feindlich gesinnt und den europäischen Staaten und deren Interessen gegenüber positiv eingestellt sein würde.

Zweifelsohne ebneten die Empfehlungen des Campbell-Bannerman-Komitees der jüdischen Bevölkerung den Weg nach Palästina.

Die Briten gaben damit ihre Zustimmung zur Politik der zionistischen Bewegung, Palästina von den arabichen Ländern abzuspalten und dort einen imperialistischen Nukleus zu schaffen, der den ausländischen Einfluss in der Region sichern würde.

Schritte auf dem Weg zur Balfour-Deklaration:

Die Balfour-Deklaration gilt als politischer Teilsieg der zionistischen Bewegung. Verlierer waren die Araber und Muslime, denen das Heilige Land ursprünglich gehörte. Mehrere Ereignisse führten zur Verabschiedung der Deklaration:

  • Schon 1845 hatte der Brite E.L. Mitford, der sich für eine Rückkehr der Juden nach Palästina einsetzte, die Idee verfochten, die dort lebenden Muslime nach Kleinasien zu deportieren, um Platz für jüdische Einwanderer zu schaffen. Er glaubte, arabische Bauern würden Palästina bereitwillig verlassen, wenn sie in anderen Ländern wie Syrien und Babylonien (Irak) ein besseres Leben führen konnten und bessere Bedingungen zur Landwirtschaft erhielten.
  • 1860 wurde eine „Gesellschaft zur Besiedlung Palästinas“ gegründet, die der jüdischen Bevölkerung dabei helfen sollte, sich im Land Israel niederzulassen.
  • Ihr Ziel lautete, in Palästina eine große jüdische landwirtschaftliche Kolonie zu gründen, die als unverdächtiger Vorposten für die Gründung eines neuen jüdischen Staates fungieren würde. Dementsprechend wurden Landwirtschaftsschulen errichtet, wie etwa 1870 die Landwirtschafts-akademie Mikveh Israel in der Nähe von Jaffa. 1878 gründeten Juden aus Jerusalem mit Petah Tikva die erste landwirtschaftliche Siedlung.Rishon LeZion wurde 1882 als erste landwirtschaftliche Siedlung mit dem politischen Ziel errichtet, die jüdische Heimstätte in Palästina zu gründen.
  • Als Theodor Herzl 1897 in Basel den ersten Zionistenkongress einberief, erreichten die zionistischen Aktivitäten einen Höhepunkt. Das Hauptziel des Kongresses war die Schaffung einer international abgesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Das „Basler Programm“ beschrieb auch, mit welchen Mitteln dieses Ziel erreicht werden sollte:

1. Jüdische Landarbeiter und Industrielle in Palästina ansiedeln.
2. Das internationale Judentum einen und durch lokale und internationale Organisationen an die zionistische Bewegung binden.
3. Das jüdische Nationalgefühl und Nationalbewusstsein stärken.
4. Erste Schritte ergreifen, um von den Regierungen Zusagen zu erwirken, die für die Verwirklichung der zionistischen Ziele notwendig sind.

  • Auf der zweiten Zionistenkonferenz 1898 wurden die Siedlungskommission und die Jüdische Kolonialbank gegründet. Diese sollten sich zum Finanzinstrument der zionistischen Bewegung entwickeln, denn sie gab im Ausland lebenden Juden die Möglichkeit in Palästina Land für das jüdische Volk zu kaufen.Die Einwanderung von Juden hatte jedoch schon Jahre vor der ersten Zionistenkonferenz, im Jahre 1881, eingesetzt, als Juden nach der Ermordung des Zaren in Russland verfolgt wurden. Mit der ersten Einwanderungswelle kamen 2,000 Einwanderer nach Palästina.
  • Mit der zweiten Einwanderungswelle von 1905 – 1907 kamen auch David Ben-Gurion und Itzhak Ben-Zvi. Die beiden setzten den Boykott arabischer Arbeitskräfte durch. Sie verjagten die tscherkessischen und beuinischen Wächter der jüdischen Bauernhöfe und gründeten die Organisation HaSchomer, aus der später der bewaffnete Arm (Haganah) der Zionistenorganisation hervorging.
  • Von 1908 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gründeten die Zionisten elf neue Siedlungen in Palästina. Für den Landkauf und die Ansiedlung von Juden in landwirtschaftlichen Kolonien war das Palästinabüro der Zionistischen Weltorganisation unter Arthur Ruppin zuständig.Das Palästinabüro half dem Jüdischen Nationalfonds, vor Jaffa eine jüdische Vorstadt zu bauen – Tel Aviv.Es gründete auch die Palästinensische Landentwicklungsgesellschaft und eröffnete Zentren, um jüdische Einwanderer in Landwirtschaft und Industrie auszubilden. Obwohl die Zahl der jüdischen Bewohner in Palästina kontinuierlich stieg (von 50,000 im Jahr 1897 auf 85,000 im Jahr 1914, einschließlich der 12,000, die in land-wirtschaftlichen Siedlungen lebten), entwickelte sich Widerstand gegen die zionistische Besiedlung des Landes.
  • Mit der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 wurde in der Geschichte des arabischen Ostens eine neue Seite aufgeschlagen.Die Deklaration diente nun als Hauptargument für das Britische Mandat über Palästina und war Ausgangspunkt für alle späteren Ereignisse in Zusammenhang mit dem Land.Großbritannien bezog sich zur Rechtfertigung seiner Palästinapolitik auf die Deklaration und sie wirkte sich nachhaltig auf das Geschehen in Palästina und in der gesamten Region aus.Das unheilige Band zwischen Großbritannien und der zionistischen Bewegung führte dazu, dass der britische Außenminister Arthur Balfour, ein eifriger Verfechter der zionistischen Interessen, einen Brief an den bekannten jüdischen Philantropen Baron Edmond de Rothschild schrieb:„Verehrter Lord Rothschild,

    ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist:

    Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.

    Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden.

    Ihr ergebener Arthur Balfour“

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Die Immigration jüdischer Siedler nach Palästina hatte unter britischem Mandat nach der Balfour-Deklaration durch den britischen Aussenminister Balfour bereits 1917 begonnen. Die britische Regierung, damals ein imperialistisches Weltreich mit einem Einflussbereich der so groß war „das auf ihm nie die Sonne unterging“, hatte die erklärte Zielsetzung das historische Palästina unter politische, ökonomische und administrative Kontrolle zu stellen, um die Errichtung einer nationalen Heimat für das jüdische Volk zu sichern.

In der Balfour-Deklaration vom 2.11.1917 erklärt sich Großbritannien einverstanden mit dem 1897 festgelegten Ziel des Zionismus, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten.

Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Palästina noch im Machtbereich der Osmanen.

Am 31. Oktober 1917 war die Eroberung von Be´er Scheva unter dem britischen General Edmund Allenby erfolgt und somit hatte die Eroberung Palästinas durch britische Truppen eingesetzt, welche bis Dezember 1917 faktisch abgeschlossen war.

Die britische Balfour-Deklaration war an die Führer der Zionistischen Weltorganisation gerichtet.

Sie wird als eine entscheidende Garantieerklärung an den Zionismus angesehen, um in Palästina eine „nationale Heimstätte für das jüdische Volk“ errichten zu dürfen.

Dieses Dokument stellte die Krönung der Bemühungen der zionistisch-britischen Gruppe unter Leitung von Chaim Weizmann dar. Großbritannien sprach darin ein Land, das ihm nicht gehörte (Palästina), einer Gruppe zu, der es nicht zustand (den Zionisten). Und zwar auf Kosten derer, die das Land besaßen und ein Anrecht darauf hatten, nämlich des palästinensisch-arabischen Volkes, das mehr als 90% der eingeborenen Bevölkerung bildete.

Dies führte dazu das ein Land widerrechtlich enteignet und ein ganzes Volk in beispielloser Weise seiner Heimat beraubt wurde.

Bemerkenswert ist auch, dass Großbritannien dieses Verbrechen beging noch bevor seine Armeen Jerusalem erreicht hatten.

Die Balfour-Deklaration fand 1920 Aufnahme in den Friedensvertrag der Alliierten mit der Türkei. Am 24. Juli 1922 wurde die Deklaration auch in das Völkerbundsmandat für Palästina aufgenommen, dass die Bedingungen für die vorübergehende Übernahme der Verwaltung des Landes durch Großbritannien, mit Rücksicht auf seine jüdische und arabische Bevölkerung, festlegte.

Die Errichtung des unabhängigen Staates Israel im britischen Mandatsgebiet im Mai 1948 war somit mindestens mittelbar eine Folge der Balfour-Deklaration.

Dieses Versprechen wurde einer kleinen Gruppe atheistischer Zionisten gegeben, die nur eine Minderheit unter der jüdischen Weltbevölkerung darstellten.

Die meisten jüdischstämmigen Menschen vertraten zu diesem Zeitpunkt sozialistische und kommunistische Ideen, nicht etwa die des Zionismus.

Weder die weltweite jüdische Gemeinde, noch die britische Bevölkerung und am aller wenigsten die Palästinenser, wurden dazu nach ihrem Einverständnis befragt.

Zuvor kamen jedoch auch eine Vielzahl anderer Regionen für die Gründung des Staates Israel in Frage. Die Briten fragten die zionistische Bewegung zunächst, ob sie den Staat Israel in einer der folgenden Regionen gründen wolle: Den Seychellen, Uganda, Patagonien oder in Lateinamerika, dort wo sich heute der Staat Argentinien befindet.

Die Wahl fiel auf das Heilige Land. Die wehrlose einheimische Bevölkerung, ohne eigenes Militär, wurde von der sie besetzenden Kolonialmacht, der britischen Regierung, selbstverständlich nicht nach ihrem Einverständnis dazu befragt.

Vor dem britischen Mandat machte die jüdische Bevölkerung des historischen arabischen Landes Palästina, umgeben von anderen arabischen Nationen, nur etwa 3% der Gesamtbevölkerung aus.

Das Mandat förderte die jüdische Einwanderung in dieses Land in den 20er und 30er Jahren und bis 1947 hatte sich die jüdische Bevölkerung auf etwa 33% der Gesamtbevölkerung verzehnfacht.

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1929 und 1933 fanden auf palästinensischer Seite Massenproteste gegen die jüdische Einwanderung und aggressive Siedlungspolitik statt. 1936 findet ein 6-monatiger Generalstreik gegen die aufgezwungene Einwanderung statt.

Die britische Regierung tötet die palästinensischen Revolutionsführer und zerschlägt die 3-jährige Revolte.

Noch 1946 kontrollierte der Zionismus nur etwa 5% des Landes. 1947, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, schlug die UN einen Plan vor, der 55% des Landes der 0,5 Mio. Menschen großen jüdischen Bevölkerung zur Gründung ihrer Nation gewähren sollte, während die 1,5 Millionen dort einheimischen Palästinenser 45% des Landes in Form einer geteilten, nicht-zusammenhängenden arabischen Nation erhalten sollten.

Die Palästinenser lehnten diesen Vorschlag ab, der ihrer 3 Mal so großen Bevölkerung weniger als die Hälfte der von ihnen bewohnten Heimat zugestehen sollte und auch massive Umsiedlungen erforderlich machen, Gemeinden und Familien zerreissen würde. Zu diesem Zeitpunkt bewohnten die Palästinenser 94% des historischen Palästina und machten fast 70% seiner Bevölkerung aus.

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