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Über den Autor

Robert Alggad ist Deutsch-Palästinenser, lebt und arbeitet als Autor und freischaffender Journalist, Blogger und Youtuber in Berlin. Er ist Jugenderzieher und Englischübersetzer und neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Lifecoach im Bereich Persönlichkeitsentwicklung / Lebenshilfe tätig.

Seine Themen umfassen neben politischen und sozialen Schwerpunkten insbesondere den Nahostkonflikt, aber auch die Dynamik zwischen den Geschlechtern und das Gender Mainstreaming, welches er kritisch betrachtet, obgleich er aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich stammt.

 

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Im Rahmen dieses Blogs halte ich es für erforderlich dem Leser meine Person und meinen Hintergrund vorzustellen, ebenso wie meine politische Position und Motivation:

Die korrekte arabische Schreibweise meines Nachnamens ist Alaqqad, etwa 3,000 palästinensische Menschen in der Stadt Nablus im besetzten Westjordanland in Israel / Palästina tragen diesen Namen.

Ich bin Pazifist und Vegetarier und in Deutschland aufgewachsen.

Meine Mutter ist Christin und Donauschwäbin aus Siebenbürgen, mein Vater ist Muslim und Palästinenser aus der Stadt Nablus im Westjordanland.

Seine Mutter war Christin, sein Vater Muslim, was in diesem Land nicht ungewöhnlich ist, finden sich dort doch die Heiligtümer der drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam.

Mein Vater hat sich in der Frage seines Bleiberechts in Deutschland hochgeklagt, zuletzt Recht erhalten und damit einen Präzedenzfall in der deutschen Rechtsprechung geschaffen.

Er war auch für einige Jahre der Vorsitzende der palästinensischen Gemeinde in Stuttgart und hat Demonstrationen unter anderem am Stuttgarter Hauptbahnhof mitorganisiert.

Ich bin in Deutschland mit einem deutschen Vornamen aufgewachsen, christlich-katholisch getauft und habe heute ein klassisch christlich-religiöses Weltbild, wie etwa Herr Dr. Jürgen Todenhöfer oder Herr Eugen Drewermann.

Ich verstehe mich selbst als Weltbürger. Ich kann leider kein Wort Arabisch, spreche nur Deutsch und Englisch und wurde von meinen Eltern meinem Verständnis nach ganz bewusst ohne große kulturelle Einflüsse aufgezogen um eine größtmögliche Integration zu ermöglichen.

Seit meiner Geburt in Stuttgart habe ich die deutsche Staatsbürgerschaft.

Ich hatte nur sehr wenige Gespräche mit meinem Vater über sein Herkunftsland oder den dortigen Konflikt. Er wollte das ich und mein jüngerer Bruder frei davon aufwachsen.

Ich habe keinen reellen Einblick in die arabische Kultur, was ich bedauere.

Man würde mich in der Heimat meines Vaters wohl nicht ernst nehmen, wenn ich mich als Palästinenser oder Araber bezeichnen würde, ich bin so wie die meisten Deutschen aufgewachsen.

Ich habe jedoch eine große Akzeptanz durch die palästinensische Seite meiner Familie erfahren, sicher auch weil es nicht ungewöhnlich für dieses Volk ist das seine Familien überall auf der Welt zerstreut sind und sie in ihrer Situation häufig Nichts haben als ihren Zusammenhalt.

Als Deutscher in Deutschland kann ich mich auch nicht bezeichnen, auch wenn dies die hauptsächliche Kultur war, durch die ich in meinem Aufwachsen geprägt wurde.

Das hat man mir klargemacht.

So bin ich Weltbürger in meinem Selbstempfinden, ohne nationale Identität.

Ich habe hier keine arabischen und fast ausschließlich nur deutsche Freunde, viele aus der linken Szene. Erst vor 3 Jahren habe ich den Kontakt zu Verwandten aus Nablus und Jordanien erstmals hergestellt.

So viel zu meiner Person. Nun zu meiner politischen Position, sowie meiner Position Menschen jüdischer Abstammung gegenüber:

Ich empfinde die jüdische Kultur und ihr Erbe als vielfältig, bereichernd, interessant und wertvoll. Ich verehre viele Menschen jüdischer Abstammung, die unfassbar Wertvolles für die Menschheit geleistet haben.

Darunter den Soziologen Theodor Adorno, den ich sehr liebe, den Psychologen Sigmund Freud, den Physiker Albert Einstein, den Pädagogen Erich Fromm, den Schriftsteller Franz Kafka, den Regisseur Stanley Kubrick und viele Weitere.

Ich bin der festen Überzeugung das durch die Ermordung, Ausweisung und das Arbeitsverbot gegen Menschen jüdischer Abstammung während der Nazidiktatur eine entsetzliche und nie wieder zu schließende Lücke in der deutschen Kultur und Wissenschaft hinterlassen wurde.

Auch halte ich den Holocaust für das größte und grauenvollste Verbrechen in der Mensch-heitsgeschichte. Ein unvergleichliches Verbrechen. So wie die meisten Schüler aus Süddeutschland war auch ich zu Besuch in Dachau.

Den Vorwurf des Antisemitismus empfinde ich als unfassbar verletzend und ungerecht.

Ich habe mich gründlich mit den Verbrechen der NS befasst. Ich weiß das ich hier richtig empfinde.

Ich lehne Zuspruch von Rechts vehement ab. Ich will ihn nicht und ich brauche ihn nicht. Niemand braucht Unterstützung von einer menschenverachtenden und autoritären Ideologie.

Ich wurde eingeladen zu den Gründungsgesprächen des deutschen Ablegers einer internationalen israelisch-palästinensischen Friedensorganisation.

Ich bin Administrator einer Facebookgruppe mit über 4,000 Mitgliedern namens „Die Weisse Nelke – Gegen Fremdenfeindlichkeit“ in Anlehnung an „Die Weisse Rose“.

Meine letzte Partnerin war eine jüdische Israelin, die bis vor kurzem ihr gesamtes Leben in Israel verbracht hat und auch als Soldatin gedient hat, wenn auch in der Wüste und ohne Palästinenser zu sehen.

Wer damit ein Problem hat, oder gar „Fraternisierung“ brüllt, ist ein Rassist und ein reaktionärer Identitärer.

Ich habe ihr geholfen zu verstehen was in ihrem eigenen Land stattfindet und ihr aufgrund von der Segregation verborgen geblieben war.

Und an dieser Stelle einige deutliche Worte an diejenigen ganz oder teilweise arabischstämmigen Mitmenschen, die sich über rechte Unterstützung freuen und hier unter Umständen mitlesen: Glaubt nicht auch nur für einen Moment das ihr diesen Zuspruch wollt. Selbst wenn ihr sonst alleine steht.

Er kommt aus den völlig falschen Gründen.

Täuscht euch auch nicht darüber das für euch, nach einer Machtübernahme, nicht die selbe Lösung angestrebt würde wie für alle anderen wahrgenommenen Untermenschen auch:

Vertreibung oder Vernichtung, Nichts anderes.

Nur wenn es das ist was ihr für euch wollt, solltet ihr euch mit Rechts verbrüdern.

Nur dann, wenn ihr eure eigene, letztendliche, völlige Vernichtung und Vertreibung anstrebt.

Was ich kritisch betrachte ist die vergangene und gegenwärtige Politik eines modernen Staates, Israel und die Umstände und Abläufe seiner Gründung.

Hier gibt es Unrecht zu beklagen.

Damit stehe ich laut aktuellen Umfragen auf der Seite einer knappen Mehrheit der Bevölkerung, nach den Kriegsverbrechen in Gaza von 2014.

Meine politische Position würde ich als pro-israelisch und pro-palästinensisch bezeichnen.

Die von mir aktuell in Betracht gezogene Lösung dieses Konfliktes ist die Ein-Staaten-Lösung in Form einer reellen, gleichberechtigten Demokratie, auch wenn das sicher noch ein langer Weg ist.

Meine Haltung zu der von mir bevorzugten Staatenlösung könnte sich aber noch ändern, ich erwäge auch eine Zwei-Staaten-Lösung dieses Konfliktes und die Realisierung eines palästinensischen Staates, welcher ja bereits im Teilungsplan der UN von 1947 versprochen wurde und bin immer für Vorschläge offen.

Ich sehe mich selbst als relativ weit links stehend, rechte und autoritäre Ideologie ist exakt die Ideologie die zu überwinden ich bestrebt bin.

Als meine wichtigste Motivation würde ich die vollständige Anerkennung dessen, was mit dem palästinensischen Volk geschieht, benennen.

Viele haben zu lange die Augen vor den Realitäten verschlossen. So lange diese Dinge aber nicht voll anerkannt werden, wird der Graben nicht zu überwinden sein.

Auch für das Verhalten des Staates Israel muss Verständnis geschaffen werden. Jedoch muss es durch öffentlichen Druck verändert werden, so das es zu keinen weiteren Verletzungen der Menschenrechte mehr kommt, auf keiner Seite.

Meine Ziele sind Anerkennung und Dialog. Ich ziele in der Auseinandersetzung bei dieser Thematik auf gegenseitiges Verständnis und ein Win-Win für alle Beteiligten ab.

Ich bin kein Ideologe – weder verfüge ich über eine linke Dialektik, noch über rechte Polemik – ich bin Humanist.

Ich bin auch ein wirklicher Antirassist, von dem sich mancher vermeintliche Antirassist, etwa unter den Antideutschen (wenn die eigene Ideologie bereits einen Rassismus enthält…) eine Scheibe abschneiden könnte.

Ich bin ein religiöser Atheist, ein militanter Pazifist, Vegetarier, Humanist

Ich bin Deutscher, aber ich sehe nicht aus wie ein Deutscher. Ich bin Araber, aber habe Nichts arabisches an mir, kann kein arabisch, habe leider kaum arabische Freunde, wurde christlich getauft.

Mein Vater ist nicht praktizierender Moslem und Palästinenser, meine Mutter eine christliche, deutschstämmige Ungarin.

Meine Betroffenheit durch diesen Konflikt lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

Mein Vater ist Palästinenser.

Mein palästinensischer Großvater wurde im Westjordanland von israelischen Soldaten zwecks einer willkürlichen (und grundlosen) Hausdurchsuchung, wie sie häufig stattfinden, in einen Sack gesteckt und die Treppe in seinem eigenen Haus hinunter gestossen, woraufhin er vor den Augen meines damals 9-jährigen Vater einen Herzinfarkt erlitt und verstarb. Niemand wurde dafür belangt.

Dennoch setze ich mich für Verständigung ein, für eine gegenseitige Anerkennung der jeweiligen Verletzungen, für einen Dialog, eine echte Begegnung, für Austausch und Versöhnung. Weil es keinen anderen Weg gibt.

Ich folge nur der Menschlichkeit.

Das ist die einzige Ideologie der ich folge.

Alles Leben ist wertvoll.

Alles Leben muss beschützt werden.

2.jpgAm 07.11.2016 in Köln vor dem Kölner Dom, vor meinem Redebeitrag auf der Solidaritätskundgebung für den verstorbenen Walter Herrmann und seine Gaza Klagemauer.

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Ebenfalls in Köln zur selben Veranstaltung mit meinem Cousin Ahmad aus Jordanien (links).

4.jpgBei einer Veranstaltung des Canaan Projects – Trialogue with Israel and Palestine – im Roten Rathaus in Berlin. Mit Fouad El-Hay von der Palästinensischen Stimme Berlin und Ramsis Kilani, welche mit der Darstellungsweise auf Rabin nicht einverstanden waren und deutliche Kritik an der Veranstaltung übten.

5.jpgDie Israelin Robi Damelin und ich (palästinensischer Abstammung) auf dem Potsdamer Platz in Berlin nach einem Meeting zur Gründung des deutschen Ablegers der israelisch-palästinen-sischen Friedens- und Versöhnungsorgan-isation Parents Circle Families Forum. Dem Parents Circle gehören Eltern auf beiden Seiten des Konfliktes an, welche Kinder / nahe Angehörige durch diesen verloren haben und die nun auf Dialog und Aussöhnung setzen. Laut Zionisten „Die gefährlichste Frau Israels“ da sie auch auf die Verletzungen auf palästinensischer Seite hinweist.

6.jpgRobi Damelin mit Angelina Jolie 2015

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